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Xermitolistand - Siebtes Kapitel des Multiversum Fantasy Abenteuers

Das siebte und finale Kapitel vom Multiversum Fantasy EBook Roman von Alexander Rossa:

Der frühe Morgen war über dem kleinen Heerlager angebrochen. Kühler und ungewohnt schwerer Nebel lag über den vielen Zelten. In der Jurte, in der Kir lag, waren die wenigen Heilkundigen der drei Völker die ganze Nacht damit beschäftigt gewesen, mit allen nur erdenklichen Mitteln zu versuchen, ihren Anführer zu retten. Doch Kir hatte sehr mit seinen schwerwiegenden Verletzungen zu kämpfen. Auch mit dem Aufgehen der Sonne des ganz jungen Tages, konnte niemand vorhersagen, ob Kir seine Verletzungen überleben würde.

Ich hatte die ganze Nacht bei diesem unscheinbaren und rätselhaften, aber dennoch sehr gefährlichen Mädchen zugebracht, das noch immer in dem gleißend magischem Licht gefangen gehalten wurde. Mit großem Erstaunen stellte ich fest, dass der verlorene Zeh am Fuß der Kleinen fast vollständig nachgewachsen war. Doch lag dieses kleine und schutzlos wirkende Wesen noch immer regungslos in der künstlich erschaffenen Flut der Lichter, gefangen wie eine kleine Fliege, die in Bernstein eingebacken zu sein schien.

Mira und Uhibada hatten sich etwas zum Schlafen abgelegt. Nur Patricia wandelte ständig zwischen dem Zelt des verletzten Kir und mir umher und versuchte zu helfen, wo sie nur konnte. Doch ihre frühere und von mir so sehr geschätzte Fröhlichkeit und ihre beeindruckende Frische waren vollkommen aus ihrem mädchenhaften Gesicht gewichen.

Mir schien es, als wusste sie mehr über unsere problematische Lage, als wir alle zusammen. Es war mir, als trug sie ein Geheimnis mit sich herum, das sie auch unter uns Freunden nicht lüften wollte. Sie wirkte mit einem Mal so ungemein verletzlich und angreifbar auf mich, als hätte sie ihre gesamte Hoffnung und ihre gesamte Existenz einfach aufgegeben. Ihr ganze Stärke und ihre kraftvolle Magie schienen völlig verschwunden zu sein. Die unerträgliche Schwermut von Patricia wirkte daher auch auf mich sehr erdrückend und griff mit jedem Blick mehr auf mich über. Wie ein Buschfeuer trockenes Gras entzündete, entflammte sie in mir eine tiefe Traurigkeit. Aber sie daraufhin ansprechen, sie fragen, das wollte ich nicht, schien mir ohnehin an diesem Morgen aussichtslos.

Ich dachte auch oft darüber nach, ob ich jemals wieder einen anderen Menschen, als Mira, wiedersehen würde. Irgendwie vermisste ich meine alte Welt, meine einst so langweilige Arbeit, meine nervenden Kollegen und das Fernsehen. Was hatte ich mich in der Vergangenheit doch immer über die menschliche Gesellschaft und ihre Umweltverschmutzung aufgeregt. Als ich meine Vergangenheit betrachtete, wurde mir auf einmal so richtig bewusst, wie borniert und selbstgefällig das gesamte menschliche Denken und Handeln doch eigentlich war. Das Schlimme daran war, dass auch ich früher so ein Denken besaß.

Als Uhibada endlich wieder erwacht war, übermannte mich ganz unerwartet, eine bleierne Müdigkeit, so dass ich mich dazu entschloss, mich selbst etwas hinzulegen und etwas zu ruhen. Ich schloss die Augen, konnte aber nur mit Mühe einen leichten Schlaf finden. Es war das Gefühl der ständigen Unsicherheit, das mich nicht schlafen ließ. In mir stieg in den Stunden der Ruhe, eine unbeschreibliche und grauenhaft quälende Angst hoch, die pausenlos und unerlässlich an meinen Nerven nagte. Ich erwachte dennoch erst wieder gegen Mittag und fühlte mich elend. Mira hatte glücklicherweise gerade einen starken Kaffee gekocht und bat mir einen gut gefüllten Becher an, den ich natürlich dankend entgegen nahm.

In kleinen Schlucken trank ich das heiße, leider aber nicht sehr belebende Gebräu und schaute unsicher zu Kirs Zelt. Mira bemerkte meine unsicheren Blicke und meinte, dass es Kir zwar immer noch sehr schlecht ging, aber die Heilkundigen zu der Auffassung gelangt waren, dass er es nun wohl schaffen würde. Patricia erschien plötzlich zwischen den Zelten und setzte sich neben mich an das Feuer.

»Hallo Matze, hast du wenigstens etwas schlafen können?«, fragte sie mich und schenkte sich dabei auch so einen Kaffee ein.

»Ich habe sehr schlecht geschlafen, doch danke der Nachfrage. Bei dieser ganzen Situation habe ich ein sehr unsicheres und ungutes Gefühl. Unsere Chancen stehen nicht besonders gut, das fühle ich.«, antwortete ich und legte meinen Arm um ihre zierliche Schulter, über die sich zuvor ihre langen, blonden Haare gelegt hatten. Diese schöne Frau und ihre Anmut passten überhaupt nicht in diese finstere und tödliche Umgebung. Doch ich wusste auch, dass sie trotz ihrer weiblichen und sehr zierlichen Erscheinung, wohl das mächtigste Wesen von uns allen war. Nur sind wir Menschen reine Augentiere und lassen uns durch unsere Augen stets Trugbilder präsentieren, denen wir gedankenlos folgen. Das war ein großer Fehler der Menschen, den ich schon oft verflucht hatte.

»Ich kann das sehr gut nachempfinden, aber wir dürfen jetzt nicht unsere Nerven verlieren. Ohne Hoffnung sind wir verloren.«, sagte Patricia und kuschelte sich an mich heran, wie eine Katze. Sie berichtete uns, dass sie versucht habe, mit diesem unheimlichen magischen Mädchen zu sprechen. Sie hatte das Mädchen befragt, kurz nachdem es erwacht war. Aber das Mädchen verstand offenbar ihre Sprache nicht und versuchte hartnäckig, als wäre es ein gefangenes Raubtier, aus seinem Gefängnis zu entkommen.

Patricia erzählte weiter, dass dieses unscheinbar wirkende Wesen beachtliche magische Fähigkeiten besaß und ihr diese gewaltigen Fähigkeiten, in dieser vollkommenen und meisterlichen Ausprägung, bisher nur von den Druiden bekannt waren. Sie war zu der Ansicht gelangt, dass wir in jedem Fall versuchen sollten, das Kind auf unsere Seite der Auseinandersetzung zu bewegen. Ein Bündnis mit diesem Kind würde eine große Stärkung der Gruppe gegen die Druiden bedeuten. Ich gab daraufhin allerdings zu bedenken, dass dieses Wesen uns immerhin zuerst angegriffen hatte und uns daher wohl eher feindlich gesonnen war. Ich hielt die Möglichkeit eines erfolgreichen Bündnisses für sehr unwahrscheinlich.

Patricia hielt jedoch entgegen, dass man bei dem Kind auch eine große Verwirrung und eine ständige Angst spüren konnte. Außerdem hatte das Mädchen ausschließlich Kir attackiert und angegriffen. Er war es auch gewesen, der zuerst seine abstrakten, magischen Fähigkeiten eingesetzt hatte, um dem gefangenen Krieger, der wohl wie ein Wirt für das Kind fungierte, Informationen zu erpressen. Patricia war sich daher ganz sicher, dass der Angriff nur eine besondere Form von Panik bei dem Kind war.

Immerhin war es ein Kind, und da konnte man von einer gewissen Unsicherheit immer ausgehen. Mira stand plötzlich auf und ging in das Zelt, in dem Kir lag. Sie wollte nachsehen, ob es ihm wirklich schon etwas besser ging. Patricia und ich saßen derweil schweigend am Feuer und genossen die wenigen ruhigen Augenblicke, die uns blieben.

Uhibada erschien nach einer Weile und teilte uns mit, dass er wieder einige Spähtrupps entsandt hatte, um weiteren unliebsamen Besuch zu vermeiden. Ihm bereitete es sichtlich großes Unbehagen, dass dieses eher kleine Heer hier nun für eine längere Zeit lagern würde.

Kir konnte man nicht die Strapazen einer langen Reise zumuten, und der magische Zwerg musste einfach genesen. Die Gemeinschaft brauchte ihn und seine magische Macht. Schließlich meinte Uhibada auch, dass die Zeit wohl ständig gegen sie laufen würde, zumal die alten Druiden ganz bestimmt nicht untätig bleiben würden. Patricia bot ihm an, etwas Unterricht in Zauberei und Magie für ihn zu geben, was mich allerdings sofort auch sehr interessierte. Sie war der Ansicht, daß man einige kleine, aber dennoch auch ganz hilfreiche Dinge in recht kurzer Zeit lernen konnte. Uhibada sah dieses sofort ein, zumal er die Ereignisse der letzten Nacht in äußerst schlechter Erinnerung hatte. Es hatte ihn sehr geschockt mitzuerleben, dass es tatsächlich gefährliche Gegner gab, denen Pfeile und Breitschwerter nichts anhaben konnten. Bis zu dieser Nacht hatte er dieses ganze magische Gefasel eigentlich immer nur belächelt, es als übertriebenes Fabulieren abgetan. Dieses hatte sich allerdings nun grundlegend in seinem Weltbild geändert.

Die ersten Spähtrupps kehrten gegen Abend in das Lager zurück. Jedoch hatte nur eine einzige Gruppe zu berichten, dass man auf feindselige und sehr unterentwickelte Wesen gestoßen sei, die lediglich mit einfachen Waffen versucht hatten, sie anzugreifen.

Natürlich war es für die erfahrenen Uhi- und Zyklandenkrieger ein Leichtes, den Angriff schon im ersten Keim zu ersticken und die Feinde in die Flucht zu schlagen. Ihr Aussehen beschrieben die Späher als zwergenhaft, mit kahlem, knolligem Kopf, gedrungener Statur, großen, schwarzen Augen und ohne erkennbare Ohren. Erstaunlich war für mich wieder einmal, was alles für bizarre Wesen in unsere Welt gefunden hatten. In der Nacht kam dann auch der letzte Trupp wieder in das Lager zurück.

Zwischenzeitlich hatte Uhibada die Wachen erneut verstärkt und noch besser ausgerüstet. Der letzte Trupp berichtete über einen leuchtenden Ball, der sie stundenlang verfolgt hatte. Dieser war dann, kurz vor dem Lager, urplötzlich wieder verschwunden. Als ich die Nachricht vernahm, schlug mir mein Herz sofort bis hoch, in meinen Hals. »Das könnte Milk gewesen sein!«, rief ich Uhibada zu und sprang gleich auf. Patricia schaute verdutzt zu mir hoch und meinte, dass es sehr unwahrscheinlich sei, dass Milk den Druiden entkommen sei.

Uhibada wurde durch meine Reaktion und den Hinweis auf die Druiden plötzlich sehr hektisch und ließ die ohnehin schon starken Wachen erneut verdoppeln. Er kam schließlich zu uns gelaufen und berichtete, dass einige Wachposten diesen Ball inzwischen auch gesehen hatten. Im Schein des Feuers konnte man deutlich erkennen, dass er inzwischen kreidebleich geworden war. Er hatte tatsächlich Angst, dieser Uhibada.

Im Lager wurde es immer unruhiger. Zu frisch waren die Erinnerungen an die letzte Nacht und das kürzlich vergangene Chaos. Patricia stand auf und ging zu dem gefangenen Mädchen, um sich zu vergewissern, dass die merkwürdige Lichtfesselung noch uneingeschränkt ihre Aufgabe erfüllte. Ich bewaffnete mich vorsichtshalber mit Pistole und einem schweren Breitschwert. Ich konnte zwar nicht mit dem riesigen Schwert umgehen, aber es fühlte sich in dieser Situation einfach gut an, sich an etwas festhalten zu können. Zudem erklärte ich immer wieder, dass es sich sicherlich nur um meinen Freund Milk, einem Freund in Feuerballgestalt, handelte.

Uhibada gab mir nervös zu bedenken, dass es sich vielleicht auch nur um eine tückische List dieser besagten Druiden handeln konnte. Wir würden ziemlich schlecht aussehen, wenn wir uns nicht auf diese List vorbereiten würden. Ich sah dieses natürlich ein. In der Zwischenzeit beobachtete ich, dass auch Mira sich mit einer Pistole und einem viel leichteren Kurzschwert bewaffnete, das sie gerade noch tragen konnte.

Patricia kehrte von dem Mädchen zu uns zurück und zeigte sich mit einer sehr besorgten Miene. Sie erzählte uns, dass sie eine intensive magische Energie in der Nähe spürte. Das war nicht so sehr bedenklich, wenn es sich nur um einen Ausgangspunkt dieser Kraft handeln würde. Aber sie erklärte, dass sie zwei magische Quellen spürte, und sogar das gefangene Mädchen sei ganz plötzlich ziemlich unruhig geworden. Nach ihrem Bericht drehte sich Patricia um und verschwand im Wald. Sie ließ uns einfach, ohne jede weitere Erklärung, stehen. Ich wollte ihr hinterher hasten, konnte sie aber nicht mehr erreichen. Sie war einfach fort, wie vom Erdboden verschluckt. Nun wurde auch ich kreidebleich und lief zurück zu Mira und Uhibada.

»Da scheinen wir aber ganz tolle Verbündete zu haben.«, meinte Uhibada wütend und sah plötzlich über dem Lager einen grellen Lichtpunkt rasch immer größer werden. Er gab den Bogenschützen den Befehl ihre Bogen anzulegen. Nach nur wenigen Augenblicken konnte man erkennen, daß es sich bei diesem kleinen Lichtpunkt, um einen richtigen Lichtball handelte. Dieser sah wirklich so aus, wie Milk. Er kam direkt auf mich zu gerast und stoppte dann ruckartig einige Meter vor Uhibada, Mira und mir. Eine ganze Gruppe von Bogenschützen hatte den Lichtball inzwischen ins Visier genommen. Mira und Uhibada hatten ihre Waffen gezückt und hielten sie drohend gegen diese Erscheinung.

Die Kugel veränderte sich, und schon wollte Uhibada den Abschussbefehl geben, als ich plötzlich die bekannte Gestalt von Milk erkannte und laut schrie: «Stopp! Es ist mein Freund Milk!« Ich rannte auf Milk zu und weil er sich bereits völlig in eine menschliche Gestalt verformt hatte, umarmte ich ihn freudig. Milk schaute vollkommen verwirrt in die Menge und war verwundert über diese reichlich merkwürdige Begrüßung. Uhibada und Mira senkten erleichtert ihre Waffen.

»Milk, wie konntest du diesen Druiden nur entkommen? Schön, dich zu wiederzusehen, alter Freund. Ich dachte schon, du wärst tot.«, begrüßte ich meinen alten Weggenossen und sah, dass sich Milk ebenfalls erleichtert zeigte. Uhibada kam auf uns zu und gab Anweisung an die Krieger, ihre großen Bögen wieder zu senken.

»Du bist verfolgt worden, Fremder. Hast du denn überhaupt nichts bemerkt!«, rief Uhibada Milk ungehalten zu, der diese kurze, aber doch sehr eindeutige Nachricht mit Entsetzen aufnahm. Erschreckt sah Milk sich um. Doch es blieb keine Zeit für eine weitere Reaktion, da vom nächtlichen Himmel plötzlich, wie aus dem Nichts, ein Falke herab schoss und sofort damit begann, Miras Gesicht zu zerhacken. Laut schreiend und mit ihren dünnen Armen Hilfe suchend in der Luft herum wirbelnd, ging Mira rasch blutend in die Knie. Ich sprang ihr zu Hilfe. Doch sofort wurde ich von einer Art Kraftfeld erfasst und weit durch die Luft geschleudert. Dumpf schlug ich auf, so dass mir die Luft wegblieb.

Der Falke hackte unbeirrt weiter blutige Fleischfetzen aus Miras Gesicht und schleudert diese wütend in der Umgebung herum. Dann schoss aus der Dunkelheit ein riesiger Adler herab, packte den Falken kraftvoll und schleuderte ihn hart zu Boden. Beide Vögel hackten wild aufeinander ein, die Gefieder raschelten aneinander und beide Greifvögel bildeten einen keifenden Haufen Gefieder und Hass, während die arme Mira immer noch laut schreiend auf dem Boden lag. Ihr Gesicht war blutüberströmt.

Milk rannte zu Mira und wollte ihr helfen, doch da ertönte ein ohrenbetäubendes Krachen und aus dem Falken wurde Jürgen der Druiden. Er packte mit einem geschickten und kräftigem Griff den Adler und schleuderte ihn mit enormer Kraft hoch in die Luft. Danach wandte er sich um, griff sich etwas Sand vom Boden und schleuderte ihn gegen Mira. Der Sand erreichte eine solch hohe Geschwindigkeit, so dass er, als er Mira erreichte, ihren ganzen Kopf und einen großen Teil ihres Oberkörpers förmlich zerfetzte. Übrig blieb ein zuckender Klumpen Fleisch, der den sandigen Erdboden des Lagers mit Blut durchtränkte.

Milk hatte zwischenzeitlich wieder seine Kugelform angenommen und sich schützend vor mich platziert. Uhibada und seine Krieger versuchten inzwischen Jürgen anzugreifen, wurden jedoch erbarmungslos immer wieder hoch durch die Luft geschleudert.

Jürgen begann nun schnell zu wachsen und hatte schon nach wenigen Sekunden mehrere Meter an Größe zugelegt. Auf seinem Gesicht sah man ein kaltes, aber kaum wahrnehmbares Lächeln und nicht die kleinste Spur einer Anstrengung. Er griff sich fast gelangweilt, einfach ein paar Uhikrieger und zerriss sie vor sich in der Luft, worauf ihr lautes Schreien abrupt abbrach.

Auf einmal jedoch, da begann sich der Sand um ihn herum zu bewegen und zügig an seinen Beinen aufzusteigen. Er blickte verwundert nach unten und griff mit seinen inzwischen blutverschmierten Händen in den fließenden Sand hinein, blieb aber sofort in diesem gnadenlos stecken. Er bekam seine Hände einfach nicht mehr aus ihm heraus und der Sand kroch unaufhörlich weiter an seinem Körper hoch, schließlich auch in sein Gesicht und in seinen Mund hinein. Er schrie immer lauter und verschluckte sich dabei immer wieder am Sand.

Doch davon völlig unbeeindruckt, floss dieser ganz feine und staubige Sand weiter in seinen Mund. Er schluckte ihn immer wieder und wieder in sich hinein, weil er nicht anders konnte. Vollkommen von dieser Schreckensszene gebannt, sahen wir alle dem grausamen Geschehen zu. Jürgens Bauch wurde vor unseren Augen immer dicker, füllte sich immer weiter mit dem Sand und seine panischen Anstrengungen, sich zu befreien, wurden deutlich schwächer. Plötzlich brach der durch den Sand weit aufgedunsene und nach vorne gebeugte Körper einfach auseinander. Dabei hörte man ein Geräusch, das an das laute Zerteilen einer festen Orange erinnerte. Durch den gewaltigen Druck getrieben, spritzte der Sand weit durch die Luft, um wenige Augenblicke später auf die Krieger wieder herunter zu regnen.

Doch dann, gerade als wir schon an sein Ende glaubten und hofften, der Angriff des Druiden sei vorbei, schlug der auf dem Boden verbliebene Kopf von Jürgen beide Augen auf, und es rollten seine riesigen Augäpfel heraus.

In unglaublicher Geschwindigkeit formte sich um die Augäpfel herum, ganze neues, blutiges Gewebe. Es entstand in hoher Geschwindigkeit und vor unseren Augen ein völlig neues Wesen.

Einige Uhikrieger waren entsetzt und rannten von Panik getrieben einfach fort. Der Druide formte sich allmählich zu einer gewaltigen schwarzen Raubkatze, einem riesigen Panther, der sofort zu einem kraftvollen Sprung ansetzte.

Ihm gelang aus dem Stand, ein gewaltiger Satz auf Uhibada. Doch noch in der Luft fliegend, wurde die riesige Raubkatze von einer großen Frauenhand, die einfach aus der Dunkelheit der Nacht heraus geschnellt war, an ihrem samtenen Hals gepackt. Man gewann dadurch den vagen Eindruck, es handelte sich bei dem gefährlichen Raubtier nur um ein einfaches Hauskätzchen.

Dann erschien aus der gleichen Dunkelheit heraus das ebenso große Gesicht von Patricia. Patricias Riesenhand führte die Katze, die sich heftig unter ihrem Griff sträubte und fauchte, zu ihren vollen Lippen, öffnete diese und biss der Katze einfach den Kopf ab.

Patricia zerkaute den immensen Kopf der Raubkatze, begleitet von dem Knacken des brechenden Schädels und spuckte kurze Zeit später, die Reste einfach in den Wald.

Den blutenden Kadaver des Panthers jedoch, den ließ sie einfach achtlos auf den Boden fallen. Dann nahm sie ihre zierliche Frauengestalt wieder an und hob drohend die Hand.

Doch das Blut des getöteten Panthers hatte sich jedoch inzwischen in der Luft gesammelt und rasch die Form eines großen Speers angenommen. Gerade als aus Patricias Frauenhand ein leuchtend blauer Blitz heraus schoss, wurde ihre Schulter von diesem kuriosen Blutspeer brutal durchbohrt.

Sie schrie schmerzerfüllt auf. Dann griff sie sich reflexartig an die verwundete Schulter, nahm den Speer fest in ihre Hand und fiel dann, zusammen mit dem Blutspeer in ihrer Hand, einfach in sich zusammen. Speer und Frau verschmolzen sofort zu einer leuchtenden, blauen Lichtkugel, die sich mit enormem Getöse in den Erdboden bohrte. Die Erde bebte dabei so stark, dass etliche Zelte im inzwischen deutlich angeschlagenen Heerlager einfach in sich zusammen fielen.

Da sah Milk seine Chance für gekommen und stellte der blauen Kugel in den Boden nach. Nach einigen Sekunden brach das Beben schlagartig ab, und es wurde ungewohnt still im Lager. Nur einige der verwundete Krieger riefen ihre Not durch ihre Schmerzen in die Nacht hinein. Uhibada und ich wollten vorsichtig an den Rand des tiefen Erdlochs kriechen, um abschätzen zu können, was geschehen war. Jedoch schoss mit einem Mal Milk mit einer hohen Geschwindigkeit aus dem Loch heraus und wurde von dieser blauen Kugel verfolgt.

Beide magischen Elemente katapultierten sich hoch in die Luft. Von unserer wilden Panik gepackt, rannten wir zu einer zerstörten Jurte, um wenigstens etwas Deckung zu bekommen. Dann hörten wir hinter uns ein tiefes Grollen in der Luft und ein schwerer, widerlicher Geruch von Verwesung breitete sich in unsere Richtung aus. Wir drehten uns aber erst wieder dem Loch zu, als wir uns in relativer Deckung glaubten. Doch was sich unseren Augen dann bot, ließ uns das Blut in unseren Adern nahezu augenblicklich erstarren.

Eine riesige Schlange, die noch erheblich größer war, als jene Hydra aus dem finsteren Gefängnisloch, reckte sich kraftvoll aus dem Loch hoch, weit in den nächtlichen Himmel hinein. Total von dem Anblick dieses Monsters geschockt, sahen wir zu, wie dieses Ungeheuer in der Luft von beiden Energiebällen immer wieder attackiert wurde. Die Schlange versuchte immer wieder, mit weit geöffnetem Maul, nach seinen Angreifern zu schnappen. Doch die beiden Kugeln waren viel zu flink und zu klein für dieses grauenhafte Ungetüm.

So brannten beide Lichtkugeln immer wieder große, klaffende Wunden in den sich windenden Schlangenkörper. Dicke Fleischfetzen der Schlange stürzten zu Boden, und die völlig verängstigten Krieger wurden, sofern sie nicht ausweichen oder wegrennen konnten, einfach von ihnen begraben. Was war das für eine grauenhafte Art zu sterben?

Dann jedoch überwanden wir endlich unsere lähmende Angst und sprangen mutig aus unserer Deckung heraus, zückten unsere wenigen und wohl eher winzig wirkenden Waffen und griffen diese gewaltige Riesenschlange an.

Als die Krieger um uns herum bemerkten, dass dieses Wesen nicht von irgendeiner Magie geschützt wurde und unsere mutig geführten, einfachen Waffen zwar nur kleine, aber wohl schmerzhafte Verletzungen hinterließen, stürzten sie sich alle Krieger mit lautem Gebrüll auf das blutrünstige Wesen. Die Schlange gab sogleich einige röchelnde Laute von sich und hatte unseren Angriff offenbar bemerkt. Viele vergiftete Pfeile durchdrangen ihre Haut und benebelten allmählich ihre Sinne, und ihre Reaktionen verschlechterte sich schlagartig.

Der verwandelte Druide hatte mit einem Angriff dieser eher minderwertigen Kreaturen einfach nicht gerechnet und kam nun erstmals richtig in Bedrängnis. Er hatte offensichtlich einen Fehler gemacht, einfach falsch kalkuliert und die Übersicht verloren. Schließlich wurde Jürgen in Form der Schlange so schwach, dass sie sich einfach in das Bodenloch zurück fallen ließ. Kaum war die Schlange in dem Loch verschwunden, wurde es durch den Druiden von innen verschlossen. Patricia und Milk flogen inzwischen auch auf den Boden zu und verwandelten in ihre ursprüngliche Gestalt. Patricia war an der Schulter übel verletzt worden und blutete sehr stark.

»Er scheint weg zu sein, da ich seine magische Kraft nicht mehr spüren kann.«, keuchte sie schwach und sank langsam zu Boden. Ich sprang sogleich zu ihr und fing sie gerade noch rechtzeitig mit meinen Armen auf.

Sie war ohne Bewusstsein. Uhibada schrie nach den Heilkundigen, die sich im Wald versteckt hatte. Sie hoben Patricia sofort auf und trugen sie in Kirs Jurte. Ich jedoch ging zögernd, gefolgt von Milk, zu den Überresten von der armen Mira, und wir betrachteten uns Miras Waffen, die vollkommen unbenutzt, im Sand lagen.

Der Verlust Miras war kaum erträglich. Dieser Bastard hatte ihr nicht einmal die Zeit gelassen, sich zu wehren, bevor er ihr das junge Leben entriss. Ich war nun der einzige Vertreter dieser Welt, der noch lebte, und es wurde mir sehr unwohl bei diesem Gedanken. Doch die Trauer um Mira war mächtiger, als die Wut und der Gedanke an Rache. Gerade als wir zu Patricia gehen wollten, um uns ein Bild von der Schwere ihrer Verwundung zu verschaffen, hörten wir einen lauten Schrei, der aus Uhibadas Richtung kam.

Dieses Lager sollte wohl niemals wieder zur Ruhe kommen, dachte ich mir. Gemeinsam drehten wir uns um und sahen die Ursache des Aufschreis.

Zwischen zwei zusammengefallenen Zelten stand unsere kleine, aber machtvolle Gefangene und betrachtete sich stumm das Trümmerfeld. Ich bekam augenblicklich wieder reichlich Bleiche in mein zerschundenes Gesicht.

Patricia war bewusstlos. Offenbar wurde das kleine Mädchen dadurch befreit. Doch zu meiner Verwunderung bemerkte ich, dass Milk plötzlich ein freudiges Gesicht aufsetzte und eifrig auf das Mädchen zulief. Ich wollte ihn schon besorgt zurückhalten, aber er war ein wenig schneller als ich.

Bei dem Mädchen angekommen, sprachen beide in einem, mir wieder einmal sehr unverständlichen Singsang, und plötzlich schien es, dass sich auch das traurige Gesicht des Mädchens zunehmend aufhellte. Schließlich drehte sich Milk um, nahm das Mädchen an seine Hand und führte es zu dem gut gefüllten Krankenzelt. Dort standen Uhibada und ich, mit offenen Mündern und Staunen in unseren Gesichtern, noch immer regungslos da.

»Ich habe ihr gesagt, dass ihr Freunde seid und nichts Böses von ihr wollt. Sie erzählte mir allerdings auch, dass ihr wohl sehr gemein zu ihr gewesen seid und dass sie nun misstrauisch ist. Ich habe ihr mein Wort geben müssen, dass ihr nicht mehr feindselig sein werdet und ich euch alles erkläre.«, meinte Kir und erzählte uns, dass dieses Kind aus seiner Heimatwelt stammen würde.

Es gehörte zu einem sehr zivilisierten und hochentwickelten Volk, den Sola. Ihr Name war Dena. Sie war nach ihrer normalen Schlafperiode einfach in dieser Welt erwacht. Dena fand sich hier ganz alleine gestrandet und ohne ihre Eltern wieder und fürchtete sich inzwischen sehr. Besonders nach dem Kampf mit dem Druiden Jürgen, den sie, als wehrlos in dem Kraftfeld von Patricia Gefangene, mit ansehen musste.

Uhibada und ich erklärten Milk unseren Plan, unsere neue Situation und unsere Beschlüsse in einer Kurzform. Milk hörte schweigend zu und übersetzte anschließend alles Gesagte dem Mädchen Dena, das mir noch immer nicht geheuer war. Das Gesicht Denas wurde beim Zuhören wieder erheblich trauriger. Sie setzte sich danach schweigend an eines der kleinen Lagerfeuer, die den Kampf brennend überstanden hatten. Ich verlor langsam meine Angst vor diesem Kind, behielt jedoch meinen großen Respekt vor ihr, da ich immerhin erlebt hatte, wozu sie fähig war.

»Ich werde mich selbstverständlich euren neuen Heerscharen anschließen.«, sagte Milk zu Uhibada und blickte mir dabei lächelnd ins Gesicht. Wir beiden wussten nur zu gut, dass ihm auch kaum etwas anderes übrig geblieben war.

»Du gehörst damit automatisch zu unserem Kollektiv, den Führern dieser ganzen Krieger.«, meinte ich, seinen Entschluss bestätigend und ergänzte dann noch: »Bitte, Milk, frage Dena, ob sie sich nicht auch an unsere Seite stellen will, und als Vertreter ihres Volkes, unserem Bündnis beitreten möchte. Ihre magischen Fähigkeiten wären auf jeden Fall sehr wichtig für uns.«

Dabei dachte ich gleich an die Worte von Patricia und ihren Wunsch, das Mädchen für uns zu gewinnen. Sogleich übersetzte Milk meine Worte in die Sprache des Kindes, eben in diesen merkwürdigen, schrillen Singsang, der immer wieder mit sehr hohen Lauten durchsetzt war, die in meinen Ohren unangenehm schmerzten. Das Mädchen blickte erst Uhibada und dann mich eindringlich an und erwiderte etwas in ihrer Sprache. Daraufhin nickte Milk zustimmend, und das Mädchen gab noch ein paar dieser merkwürdigen Laute von sich, um sich dann wieder dem wärmenden Feuer zuzuwenden.

»Sie nimmt dankend euer Angebot an, hat jedoch noch immer nicht volles Vertrauen zu euch. Allerdings meint sie auch, dass ihr wohl kaum eine andere Alternative bleibt, sollten eure Worte der Wahrheit entsprechen.«, erklärte Milk uns ruhig und setzte sich zu dem Kind. Man merkte deutlich, dass er sich sehr darüber freute, einen weiteren Leidensgenossen aus seiner Heimatwelt gefunden zu haben.

Ich musste dabei wieder an Mira denken und konnte es nur schwer ertragen, der einzige Menschenvertreter dieser Dimension zu sein. Ich wies zwei Zyklandenkrieger mit wilder Gestik an, ein Grab für Mira auszuheben, was sie jedoch nur sehr widerwillig taten. In ihrer Kultur gab es keinen Platz für Beerdigungen auf dem Schlachtfeld. Sie verstanden es nicht, wozu sie so ein großes Loch ausheben sollten. Einzelne Begriffe ihrer Sprache waren mir glücklicherweise inzwischen bekannt, so dass ich sie dennoch dazu überreden konnte.

Kir hatte mir einmal erzählt, dass in der Welt der Zyklanden die Toten entweder Raubtieren vorgeworfen wurden, die man eigens zu diesem Zwecke gezüchtet hatte, oder die Leichen wurden einfach verbrannt, aber auch Magier hatten das Recht, Leichen einfach verschwinden zu lassen.

Überall im Lager herrschte nun ein reges Tun, um die Lagerstätte wieder herzurichten. Uhibada rief immer wieder einzelne Befehle in die Menge, um wenigstens die Bewachung des Lagers wieder halbwegs herzustellen.

Ich ging derweil in das Krankenzelt. Kir war noch immer bewusstlos, jedoch Patricia lag inzwischen wieder erwacht, auf einem dürftigen Bodenpolster. Man hatte ihre Schulter notdürftig versorgt. Sie war durch den hohen Blutverlust noch sehr schwach. Aber man versicherte mir, dass ihre Verletzung nicht mehr lebensgefährlich gewesen war, was mich erheblich beruhigte.

»Matze! Hallo. Wir haben ihn vertrieben. Wir müssen nun alle schnell fort von hier und am besten sofort aufbrechen. Sie werden sicher bald alle zusammen hier auftauchen.«, sagte sie leise, als sie mich im Zelteingang mit den Heilkundigen sprechen sah. Ich ging zu ihr, nahm ihre Hand in meine und flüsterte: »Milk und dieses magische Mädchen stammen aus der gleichen Welt. Sie sind beide nun auch unserem Bündnis beigetreten, ganz wie du es dir gewünscht hast, Patricia. Wenn Kir und du wieder auf den Beinen seid, werden wir so stark sein, wie niemals zuvor.«

Patricia schüttelte schwach den Kopf. »Kir wird es wohl nicht mehr schaffen. Er ist zu schwach und mein Lebenslicht in seiner Stirn ist bereits fast erloschen. Wir haben einfach nicht mehr die Zeit, Matze. Sie werden kommen und zwar schon sehr bald.«, sagte sie fast wispernd, und ihre Augen schlossen sich wieder langsam. Sie war eingeschlafen.

Gerade wollte ich das Zelt verlassen, als sich Dena durch den Eingang zwängte. Sie untersuchte den Zwergenführer Kir genau und sah dann zu mir auf.

»Wie ist dein Name, Mensch?«, fragte sie mich.

»Ich heiße Matthias, aber du kannst mich gerne auch nur Matze nennen. Der Zwerg, der dort im Sterben liegt, er heißt Kir, und die Frau, die dich gefangen hielt, sie heißt Patricia. Wir sind dir wirklich niemals feindlich

gesonnen gewesen, Dena. Aber die Zeiten sind nun einmal sehr unsicher und du uns fremd, so dass wir einfach annehmen mussten, daß du für uns eine Gefahr darstellst und uns alle töten wolltest.«, antwortete ich und versuchte, dabei eine möglichst gute Miene aufzusetzen. Ich war sehr erstaunt darüber, dass sie meine Sprache sprechen konnte, obwohl sich in ihrer Rede ein paar englisch klingende Laute zugesellt hatten.

»Die Frau, die du Patricia nennst, sie ist sehr stark. Ist sie deine Gefährtin?«, fragte Dena neugierig weiter.

»Nein, aber wir sind wirklich sehr gute Freunde. Auch Kir ist mein Freund geworden, obwohl er uns damals, als wir zuerst aufeinander trafen, ebenfalls so behandelt hatte, wie er dich behandelte. Du siehst, deine Sorge ist nahezu unbegründet, Dena.«, versuchte ich ihr klarzumachen, und Dena ging langsam zu Patricia, um ihr Gesicht besser sehen zu können.

»Matze, ein seltsamer Name, aber irgendwie nett. Deine Freundin ist wirklich eine schöne Frau, Matze. Ich denke, ich werde deinen Freunden helfen. Sicherlich wird dieser gefährliche Druide schon bald wiederkommen. Da brauchen wir tatsächlich jede Hilfe, die wir bekommen können. Du musst mir aber nun etwas versprechen.«, sagte sie und sah mich dabei mit ihren klaren Kinderaugen an.

»Was soll ich dir denn versprechen?«, fragte ich.

»Versprich mir, Matze, dass du mich wieder nach Hause bringst, sobald wir an das merkwürdige Buch dieser Druiden gekommen sind. Ich vermisse meine Eltern und mein Volk wirklich sehr. Ich kann nicht ohne sie sein.«, entgegnete sie, und ich meinte bei ihr zu entdecken, dass sich in ihren Kinderaugen kleine Tränen sammelten.

»Ich verspreche es dir, wie ich auch allen anderen in unserer Gruppe versprochen habe, meine ganze Kraft ausschließlich dafür einzusetzen, euch wieder in eure Heimatwelt zurück zu bringen. Schließlich will auch ich wieder unter meinen Leuten leben. Obwohl die Menschen manchmal schon sehr seltsam sind.«, schwor ich ihr und wurde dabei etwas schwermütig.

Sie streckte mir ihre zierliche Hand entgegen, die ich sogleich erleichtert annahm. Daraufhin ging sie zu der Schlafstätte von Kir und legte dem verwundeten Zwerg ihre Hand auf die Stirn. Sofort entstand um den Kopf von Kir, ein schwacher, gelblicher Schein. Dena strich nun langsam mit ihrer kleinen Hand an Kirs Körper hinunter, worauf sich dieses gelbe Licht über den ganzen Zwerg auszudehnen begann. Dena begab sie sich danach zu Patricia und wiederholte dieses ungewöhnliche Schauspiel, bis auch sie in einem blassen, gelben Lichtschein eingehüllt lag. Kaum hatte sie die magische Arbeit bei Patricia beendet, knickten ihre dünnen Knie ein, und sie fiel ohnmächtig um.

Ich eilte sofort zu dem Kind, stellte aber dann fest, dass sie offenbar nur fest schlief. Der Aufbau dieser merkwürdigen Kraftfelder, hatte sie wahrscheinlich sehr viel Kraft gekostet. Ich nahm das kleine Mädchen auf meine Arme und verließ mit ihr das Zelt. Den Wachen der Uhi vor dem Zelt gab ich die Anweisung, dass niemand, außer den Mitgliedern des Führungsstabes, das Zelt betreten durfte. Dann ging ich, mit Dena in meinen Armen, zum nahegelegenen Lagerfeuer, um sie in die wohlige Wärme zu legen. Sie fühlte sich völlig kalt an, so dass ich mich um sie sorgte.

Uhibada und Milk erwarteten mich bereits und fragten, was mit denn mit der kleinen Dena geschehen sei. Ich erzählte ihnen von den Kraftfeldern und dem Versprechen. Beide sahen sich dann äußerst verwundert an. Nachdem ich die Kleine an das Feuer gelegt hatte, gingen wir gemeinsam zu Miras Grab und beerdigten die kläglichen Überreste meiner einstigen Weggefährtin. Zwar halfen mir zwei Zyklandenkrieger, jedoch spürte ich, wie sie mich innerlich belächelten.

Das war mir aber egal, da es immerhin eine gute Freundin war, die ich hier zu Grabe trug. Ich war ein Mensch, und dieses war meine Welt. So war auch diese Beerdigung ein Teil meiner Kultur und gehörte einfach in diese Welt. Ob es den Zyklandenkriegern nun passte, oder eben nicht.

Nach dem Hinablassen der Toten, gab ich einem der Uhikrieger die Anweisung, das Grab wieder zu schließen und ging mit niedergeschlagener Stimmung zurück zu dem Feuer, wo meine neuen Freunde inzwischen wieder zusammensaßen und sich, bis auf die schlafende Dena, rege unterhielten. Zusammen mit Uhibada stärkte ich mich mit Kaffee, Rauchfleisch und Dosenbohnen. Milk benötigte keine Nahrung, sah uns aber sehr interessiert bei unserem einfachen Mahl zu. Danach döste ich müde in der Wärme des Feuers vor mich hin, während Uhibada, zusammen mit Milk, alle notwendigen Maßnahmen ergriff, die uns ein schnelles Aufbrechen ermöglichten.

Auch ich fühlte mich zunehmend unwohler in diesem Wald. Wir durften einfach nicht länger hier lagern, da die Druiden sicherlich bald kommen würden, um uns gemeinsam auszulöschen. Doch dann fielen mir einfach die Augen zu.

 

Ich wurde geweckt, weil jemand seinen Arm um mich gelegt hatte. Erschrocken fuhr ich auf und sah erleichtert in Patricias Gesicht. Sie schien wieder völlig gesund zu sein. Ihre tiefe Schulterverletzung war völlig verschwunden, und sie lächelte mich an. Dena war inzwischen auch erwacht und trank etwas von dem dünnen Kaffee. Sie schaute nur kurz auf, um sich dann aber wieder ihrem Becher zu widmen, der ihre Hände vorzüglich zu wärmen schien. Dena kannte keinen Kaffee, aber er schmeckte ihr vorzüglich. So nahm sie jede Gelegenheit wahr, die sich ihr bot, um etwas von dem dunklen Gebräu zu trinken.

»Ich kann es überhaupt nicht glauben!«, rief ich und betrachtete eine sagenhaft schöne Frau, Patricia. Milk sah grinsend hinter einem Zelt hervor, und Patricia meinte nur: »Ich könnte nun auch einen schönen, heißen Kaffee trinken. Übrigens geht es Kir auch schon viel besser. Als ich das Zelt verließ, war er schon wieder bei vollem Bewusstsein und seine äußeren Verletzungen waren fast vollkommen verschwunden. Auch schimpfte er schon wieder lautstark mit seinen Kriegern herum, als er erzählt bekam, dass einige beim Angriff von Jürgen in die Wälder geflohen waren.«

Ich musste nun auffällig laut Lachen, obwohl es mir selbst albern erschien und ich mir mit meinem Lachen, selbst auf die Nerven ging. Patricia und Milk stimmten jedoch gleich mit ein und selbst Dena konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. Da standen wir nun mitten im Wald und lachten gemeinsam mit dem Wissen, eine wahre Hölle um uns herum zu erleben.

Nach zwei weiteren Stunden kam Kir aus dem Krankenzelt. Er schien noch immer ziemlich schwach, aber sonst gut genesen zu sein. Seine Verwundungen waren ganz verschwunden, und er wackelte auf seinen kurzen, krummen Beinen zu uns an das Lagerfeuer. Uhibada hatte bereits das gesamte Lager in rege Aufbruchstimmung versetzt. Er wollte so kurzfristig, wie es nur irgendwie möglich war, aufbrechen. Kir war verwundert, aber erfreut, den guten, alten Milk wiederzusehen und fragte, wer denn dieses kleine Mädchen sei. Ich erzählte ihm alles, was in der Zwischenzeit passiert war und auch, wer Dena war. Kir hatte einige Lücken in seinem Gedächtnis, bei dem wir ihm gemeinsam auf die Sprünge halfen. Er ging dann zu dem Mädchen und blickte sie scharf an.

»Dir habe ich diese ganze Misere also zu verdanken?«, meinte er argwöhnisch zu ihr. Aber sie tat so, als verstünde sie ihn nicht.

Dena sagte etwas zu Milk, der sich direkt an Kir wandte. »Sie bat mich dir zu sagen, dass es ihr leid tut, dich so massiv angegriffen und vernichtend geschlagen zu haben. Aber du hattest ihr keine andere Wahl gelassen. Sie hatte Angst und wollte nur ihr eigenes Leben verteidigen.«

Kir nickte ein wenig und begann sich aufzuregen: »Vernichtend geschlagen, dass ich nicht lache. Von einem Kind vernichtend geschlagen...«.

Milk unterbrach den Kampfzwerg: »Sie steht auf unserer Seite, genauso wie auch ich. Schließlich hattest du mich damals auch übel behandelt, als ich in deiner Gefangenschaft war. Alles waren nur reine Missverständnisse und ich wäre froh, wenn Dena und ich auch zu deinen Freunden gehören dürften, ehrenwerter und mutiger Kir.«

Kir brummte einige unverständliche Silben und drehte sich wieder zu Dena um. Sie blickten sich beide tief in die Augen. Wir standen alle stumm und erwartend um sie herum. Es war eine knisternde Spannung zu spüren. Plötzlich hellten Kirs Gesichtszüge auf, und er streckte Dena seine knochige, kleine Hand entgegen, die sie lächelnd annahm. Nun atmeten wir alle erleichtert auf, und

Milk ging nun auch auf Kir zu, reichte ihm auch seine Hand und meinte: »Schön dich unter uns zu wissen. Wir werden dich sicher sehr brauchen, um hier von dieser Welt weg zu kommen.«

Auch Kir schien sehr erleichtert zu sein und ging zu seinen Zyklandenkriegern, um sie zu inspizieren, wie er meinte. Wir wussten aber alle, dass er nur zu ihnen ging, weil er sich darüber freute, endlich wieder bei seinen Männern zu sein.

Das Streitheer war kurze Zeit später endlich wieder in Bewegung und folgte der Autobahn, um möglichst zügig voranzukommen. Die Straße war sehr verschmutzt und mit Unrat übersät. Überall standen die verlassenen Autos herum und die Natur hatte bereits auch ihre ersten Fänge auf dieses menschliche Bauwerk gesetzt. Bei vielen Wagen war die Scheibe eingeschlagen worden, was uns sagte, dass wir auf dieser Strecke nicht allein waren. Die Straßen waren bedeckt mit Laub, losem Buschwerk und vereinzelt lagen breite Äste herum. Nach guten zwei Stunden strengen Marsches auf dieser doch recht öden Straße, wurden wir von einigen primitiven Lebewesen angegriffen, die unsere Spähtrupps mächtig zusetzten.

Sie waren nicht sehr groß, wohl eher klein, dass sie mir gerade einmal bis zu den Knien gingen, hatten einfache Kleidung aus Leinen an ihrem Körper und sprachen eine Sprache, die dem Mittelhochdeutschen sehr glich. Eigentlich ließ sich vermuten, dass so kleine Gestalten unproblematische Gegner sein mussten, wenn man sich die riesigen Zyklanden zum Vergleich betrachtete. Doch die Zwerge waren sehr flink, hatten Speere und Kurzschwerter, mit denen sie zudem ausgezeichnet umgehen konnten. Einige trugen eine Art Harnisch, der aus einem sehr harten Material zu bestehen schien. Fast alle hatten lange Haare, die auf dem Rücken kunstvoll zu einer Art Pferdeschwanz geflochten waren.

Ihre gut organisierten Attacken, die unsere Spähtrupps völlig überraschten, verletzten gleich mehrere Uhi- und Zyklandenkrieger. Doch dann surrten viele der Uhipfeile über uns hinweg und töteten auf einen Schlag mindestens zwanzig dieser Zwerge durch empfindliche Treffer in Hals oder Kopf. Die Uhi waren wirklich ausgezeichnete Schützen und beeindruckten mich sehr. Uhibada hatte nicht übertrieben, als er von den Künsten seiner Schützen schwärmte. Die Zwerge zogen sich daraufhin etwas zurück, weil sie wohl nicht mit einer solchen, massiven Gegenwehr gerechnet hatten. Wir beschlossen dann, sie ziehen zu lassen, da wir uns ein längeres Kampfgewirr nicht leisten konnten. Doch diese Zwerge formierten sich neu und griffen wieder und wieder an.

Ärgerlicherweise konnten wir unsere magischen Kräfte nicht einsetzen, ohne damit unseren Standort den uns folgenden Druiden zu verraten. So ließ Uhibada erneut seine Krieger ihre Bogen anlegen, und wieder surrten viele Pfeile über uns hinweg. Kir gab dann unverzüglich den Angriffsbefehl für seine Zyklandenkrieger. Diese stürmten auf die verwirrten Zwerge zu, wie eine große Meereswoge und metzelte innerhalb von wenigen Minuten, alle Zwerge hinweg. Die Autobahn war gezeichnet mit dem Blut der Kämpfenden, und mir schoss es plötzlich durch den Kopf, was das alles doch für ein grausamer und vollkommen sinnloser Wahnsinn war.

Ohne auch nur einen einzigen Mann zu verlieren, zogen wir schließlich weiter, um nach einigen hundert Metern die Straße zu verlassen. Uhibada vermutete, dass die Druiden die toten Zwerge schon bald finden und unsere Todfeinde uns daraufhin, sofern wir nicht sofort unsere Marschrichtung änderten, schon bald aufspüren würden.

Milk flog nahe zu mir heran und verwandelte sich in die mir bekannte, menschenähnliche Gestalt.

Er sprach leise: »Mit Sorge denke ich an den Überfall der Zwerge von vorhin. Es tritt nun genau das ein, was die Druiden vorhergesagt haben. Wir töten uns zuerst alle gegenseitig. Danach werden die wenigen überlebenden Rassen von den Druiden einfach ausgelöscht. Vielleicht gehört alles bereits zu ihrem Plan?«

Er spielte damit auf das damalige Gespräch der Druiden aus der Blockhütte an. Ich antwortete ihm nicht, da ich auch schon genau daran gedacht hatte, als die tötenden Pfeile über meinen Kopf geflogen waren. Mir bereiteten die Gedanken an die Druiden Furcht. Stumpfsinnig marschierten wir über die unebenen Stoppelfelder und dachten an unsere Heimat und leider auch immer wieder an unsere skrupellosen Verfolger.

 

Wir zogen durch einige verwüstete Weiler und Dörfer, leider ohne wirklich brauchbare Gegenstände zu finden oder in nennenswerte Auseinandersetzungen mit anderen Wesen zu geraten. Uhibada und Kir bewunderten die vielen Steinhäuser sehr, da man in ihren Heimatwelten ausschließlich in Zelten oder einfachen Blockhütten lebte. Ich erzählte ihnen von den Großstädten, den mächtigen Hochhäusern und den großen Industrien. Sie staunten über meine Worten und hofften wohl beide insgeheim, noch vor der Rückkehr in ihre Welt, diese Bauwerke noch einmal besuchen zu können.

Die Möglichkeit, auf dieser Welt vielleicht zu sterben, behielten beiden jedoch für sich. Es reichte in ihren Augen aus, sich jeweils alleine mit dieser Möglichkeit zu beschäftigen und nicht die anderen mit solchen finsteren Gedanken zu beunruhigen. Nach einigen Stunden ohne weiterer Zwischenfälle, kamen wir an eine verlassene Militärkaserne. In mir keimte die Hoffnung, dort bessere und schlagkräftigere Waffen zu finden. Meine Hoffnung war nicht vergebens. Wir brachen unzählige Stahltüren und Munitionsdepots auf und versorgten uns mit verschiedenen Waffen, sowie der dazugehörigen Munition.

Ich gab einigen ausgewählten Kriegern, als auch dem kleinen Kir und dem unscheinbaren Uhibada, eine Kurzeinweisung auf die verschiedenen erbeuteten Waffen. Besonders die Maschinenpistolen und die Maschinengewehre beeindruckten die Fremden sehr. Leider lagerte in dieser Kaserne nur ausgesprochen wenig Munition. Sie sollte aber wenigstens für ein oder zwei Gefechte ausreichen, kalkulierte ich grob. Ich bewaffnete mich selbst natürlich auch mit einer einfachen Pistole und zusätzlich noch einer handlichen Maschinenpistole, die ich mir lässig über die Schulter hängte. Da die Kaserne an sich, gut zu sichern war, beschlossen wir unser Nachtlager dort aufzuschlagen.

Routiniert schlugen die Krieger wieder ihre einfachen Nomadenzelte auf, oder verschanzten sich in den verwaisten Unterkunftsgebäuden. Uhibada ließ sofort wieder die gemischten Wachen aufstellen und entsandte Späher, die unsere nächste Marschroute auskundschaften sollten. Kir wies zudem an, nur leichte und gut getarnte Glimmfeuer zu errichten, da er vermeiden wollte, dass man uns aus der Ferne oder aus der Luft zu leicht entdecken konnte.

Ich erklärte in der Zwischenzeit den zum Küchendienst zugeteilten Uhikriegern, die Funktionsweise der Küchenbrenner, so dass sie in der Lage waren, unsere Verpflegung ebenfalls ohne Rauchbildung und ganz unauffällig zubereitet zu können.

Schließlich hatten wir bisher alle unsere übelsten Angriffe während unserer Lagerzeiten abzuwehren gehabt, so dass eine penible Vorsicht geboten war. Es wurden so viele Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, wie es uns nur möglich war. Wir wollten von den Druiden auf keinen Fall überrascht werden.

Die Nacht brach schon bald herein, und wir konnten uns, glücklicherweise ohne weitere Zwischenfälle, gut mit warmen Essen stärken. Gegen Mitternacht kam der erste Spähtrupps wieder zurück in das Lager und berichtete von einem riesigen Heer dieser kampflustigen, affenähnlichen Wesen, dass allerdings gut zehn Kilometer entfernt lagerte. Sie erzählten uns weiter, von einer sehr großen Anzahl an Lagerfeuern und vielen kleinen Wachtrupps, die pausenlos durch die Wälder streiften.

Wir alle wussten durch diese Nachricht, dass es wohl nicht lange dauern würde, bis ihre Späher uns entdeckt haben dürften, sofern sie es nicht schon längst getan hatten. Patricia zweifelte zwar daran, dass sie es erneut wagen würden anzugreifen, musste aber zugeben, dass es sicherlich sehr schwer für diese primitiven Krieger sein dürfte, die Zyklanden bei Nacht sofort auch wieder zu erkennen. Kir gab zu bedenken, dass man bei einem Angriff nicht wieder so leichtfertig magische Kräfte verwenden konnte, da die Druiden sie dann wahrscheinlich sofort ausmachen würden. Ich schlug dann vor, das Lager mit einem Ring aus Maschinengewehrstellungen zu sichern. Uhibada fand die Idee sehr gut und ließ alle verfügbaren Maschinengewehre austeilen und mit Munition versorgen.

»Lange wird die Munition bei einem Angriff nicht reichen. Diese Wesen sind sehr zahlreich und werden uns einfach überrennen.«, meinte Kir und stellte, sozusagen als zweite Verteidigungslinie, Bogenschützen der Uhi auf. Danach begann das zähe und auch frustrierende Ausharren für das kleine Heer unserer Allianz. Die Zeit verstrich quälend langsam. Kaum auch nur einer der Krieger hatte den Mut, sich mehr zu bewegen, als es nötig war.

Ich begab mich zu dem alten Kir und bemerkte den ungewohnt harten Gesichtsausdruck in seinem Zwergen-Gesicht. Er schien gegen die Erinnerungen an seine erste Begegnung mit dieser Affenrasse anzukämpfen. Immerhin war fast seine ganze Streitmacht brutal und rücksichtslos ausgerottet worden. Doch glücklicherweise blieb in dieser kühlen Nacht alles ruhig.

 

Als sich die ersten Sonnenstrahlen zwischen den Wolken hindurch zwängten und der Morgen langsam hereinbrach, ließ Uhibada das Lager zum sofortigen Aufbruch rüsten. Die Bogenschützen waren inzwischen ebenso abgezogen worden. Die ersten Maschinengewehrstellungen wurden gerade aufgelöst, als plötzlich ein schwer verwundeter Krieger der Uhi, der eigentlich zu einem der entsandten Spähtrupps gehörte, kraftlos in die Kaserne stolperte. Er brach vor Uhibada, der sich gerade mit Kir und Dena unterhalten hatte, zusammen.

Uhibada beugte sich sogleich besorgt über ihn, ging ganz nahe heran, um vielleicht noch etwas Wichtiges von dem sterbenden Uhi zu erfahren, da hörte man jedoch schon lauten Kampflärm von allen Seiten an sie heran dringen. Die Affenwesen hatten sie jetzt aufgespürt und griffen an. Einige der noch intakten Maschinengewehrstellungen begannen, einfach wahllos in die heran stürmende Massen von Kriegern zu feuern.

Die breit angelegten Salven mähten unzählige der haarigen Angreifer einfach nieder. Das Gemetzel erinnerte an das Werk einer gut geschliffenen Sense, die sich durch das Schilf schnitt. Doch die sterbenden und verwundeten Wesen wurden einfach von immer mehr neuen, nachrückenden Kriegern überrannt. Das laute Rattern der Maschinengewehre erschallte erneut, um wieder massenweise Affenkrieger gnadenlos ab zu schlachten und den Tod wild um sich zu streuen. Da einige der Stellungen bereits abgebaut waren, strömten die kriegerischen Horden an diesen Stellen fast ungehindert in das Lager hinein. Sofort erkannte Uhibada die Schwachstellen und beorderte seine flinken Bogenschützen hinzu. Sofort nach deren Ankunft, spannten sie ihre beeindruckenden Langbögen und riesige Schwärme aus Pfeilen wurden gegen die massenhaft in die Kaserne quellenden Angreifer abschossen. Auch hier wurde die vorderste Front der Affenwesen spielend leicht niedergemetzelt und von den nachfolgenden Kriegern rücksichtslos überrannt.

Obwohl ich die Berichte über den Niedergang des Zyklandenheeres aus erster Hand erzählt bekam, hatte ich einen so massiven Angriff nicht erwartet und blickte fassungslos zu der Front. Dort türmten sich bereits schon mehrere Lagen toter Kadaver auf. Das viele vergossene Blut sammelte sich bereits in den Rinnsteinen und floss fast so, wie Wasser nach einem Regenguss. An manchen Stellen schob es das Laub und den Schmutz bereits vor sich her.

Es gelang über Minuten hinweg nur wenigen Affenkriegern, trotz des massiven Angriffs, ein lebendiges Durchkommen durch unsere Verteidigungslinie. Diese wurden dann jedoch sofort von bewaffneten Zyklanden attackiert, die ihnen mit ihren massigen Schwertern sogleich brutal die Köpfe abschlugen. Blut spritze überall herum, und es lag schon bald ein schwerer, muffiger Geruch in der Luft, der an einen Schlachthof erinnerte. Doch man hatte keine Zeit, sich über die Masse an vergeudeten Lebens klar zu werden, wollte man selbst überleben. Plötzlich spürte ich einen dumpfen Schlag an meiner Schulter, und ich drehte mich reflexartig um.

Ein Affenkrieger hatte mich mit seiner primitiven Lanze an der Schulter verletzt. Mit einem mächtigen Fausthieb schlug ich dem Affen dumpf auf die Nasenöffnungen. Der Krieger wich leicht zurück, verlor dabei seine Lanze. Ich nutzte die Zeit, um meine Pistole zu ziehen und auf den Affen zu schießen. Die Kugel durchschlug an der Stirn seinen Kopf, worauf er sterbend zu Boden sank. Aus meiner Verletzung, ich spürte es deutlich, lief mir mein Blut warm den Arm hinunter, und ich schaute mich hektisch nach meinen Freunden um.

Aber da bereits mehrere Affenwesen in den Kasernenhof durchgedrungen waren, weil die ersten Maschinengewehre keine Munition mehr hatten und verstummt waren, konnte ich in dem weiten Gewimmel kämpfender Kreaturen nur Patricia erkennen, die sich schützend vor Dena gestellt hatte und mit einem Kurzschwert wild um sich hieb. Sie hätte leicht wieder ihre Magie einsetzen können, doch wollte sie uns nicht an die Druiden verraten, die diesen Einsatz von Magie sofort mitbekommen hätten. Ich entsicherte also meine kleine Maschinenpistole und versuchte mich ebenso skrupellos zu den beiden durchzukämpfen, wie alle von uns auf diesen Schlachtfeld zu kämpfen pflegten. Der asphaltierte Boden war bereits vollkommen blutverschmiert. Überall lagen durchtrennte Körperteile, sterbende Torsos und laut schreiende Verwundete herum. Mehrmals verlor ich auf dem schmierig gewordenen Boden meinen Halt und stürzte derbe auf meine Verletzung. Doch meine betroffene Schulter schien wie gelähmt zu sein. Es war mir fast nicht mehr möglich, die Magazine an meiner, inzwischen heiß geschossenen Maschinenpistole zu wechseln. Überall um mich herum wurde nun bitter ums eigene Überleben gekämpft. Der Maschinengewehrlärm war in der Zwischenzeit ganz verstummt, und nur vereinzelt konnte ich noch einige Pistolenschüsse hören.

Nach einem Sturz im Gedränge, der mich ziemlich lange auf den Boden drückte, verlor ich den Sichtkontakt zu Patricia und Dena. Meine letzten zwei Magazine verschoss ich wahllos in eine große Gruppe der wilden Angreifer und versuchte mich anschließend zu einem der Unterkunftsgebäude durchzukämpfen. In diesem Kampfgetümmel würde ich mit meiner inzwischen nutzlosen Bewaffnung und der übel schmerzenden Schulterverletzung, sicherlich bald den Tod finden.

So schlug ich immer wieder der leer geschossenen Maschinenpistole auf die gedrungenen Affenkörper ein, die mich mutig attackierten. Kurz vor dem Gebäude wurde ich dann erneut ziemlich brutal von einer behaarten Affenfaust getroffen und spürte, wie ich langsam meine Besinnung verlor. Immer weiter sank ich auf die Knie und fiel schließlich nach vorne, auf den harten Boden.

Als ich wieder erwachte, lag ich auf dem Fußboden eines kalten Raumes. Ganz entfernt hörte ich vereinzelt aufflammendes Kampfgeschrei. Meine Arme und Beine waren mit langen Lederbändern straff umwickelt. Ich versuchte mich aufzusetzen, da ich mehrere Personen im Raum wahr nahm. Undeutlich erkannte ich mehrere Affenkrieger, die um Kir herum standen und sich laut grunzend verständigten.

Kir war ebenfalls gefesselt und hinterließ auf mich einen niedergeschlagenen Eindruck. Er war aber augenscheinlich nicht verletzt. Plötzlich ließen die Affen von ihm ab und wollten sich mir zuwenden. Ich stellte mich sofort besinnungslos, und die primitiv anmutenden Geschöpfe verharrten eine Weile vor mir. Ich spürte ihr wilden Blicke auf meinem Körper. Dann verschwanden sie schließlich aus dem Raum. Bis auf das entfernte Schreien, wurde allmählich alles ruhig.

Nach einer Weile öffnete ich erneut meine Augen, sah zu Kir hinüber und flüsterte ihm zu: »Hallo...hallo Kir, was ist passiert? Wo sind unsere Freunde und Patricia?«

Kir regte sich nicht, flüsterte aber leise zurück: »Wir haben keine Streitmacht mehr. Alle sind brutal niedergemetzelt worden. Nur ein paar wenige Krieger haben sich in einem Unterkunftsgebäude verschanzt, das am Rand der Kaserne liegt. Unsere Freunde sind auch dabei. Uhibada ist tot. Acht dieser Affenkrieger stürzten sich geschlossen auf ihn und zerrissen ihn fast wie wilde Tiere. Er hatte keine Chance. Ich war zu weit entfernt, um ihm helfen zu können. Es geschah alles blitzschnell.«

Als ich diese Worte von Kir hörte, war ich entsetzt. Ich fragte Kir, wie lange sich unsere restlichen Krieger wohl noch halten würden und wie er selbst in die Gefangenschaft der Affen geraten war.

Er antwortete: »Man hat mich mit einem Netz eingefangen. Sie haben mich gefangen, wie man ein Ferkel fängt, das man schlachten möchte. Dann haben sie mich hier in diesen Raum getragen, wo du schon bewusstlos auf dem Boden lagst. Unsere Freunde können sich sicherlich nicht mehr lange halten, da ihre Pfeilvorräte bald aufgebraucht sein dürften. Aber etwas stimmt mit diesen Affen nicht. Warum haben sie uns nicht auch gleich getötet, sondern nahmen uns nur gefangen? Das ist absolut nicht typisch für sie.«

Die Tür wurde aufgerissen, und es kamen zwei Affenkrieger herein. Die finster anmutenden Gestalten warfen uns etwas von unserem eigenen Trockenfleisch zu, das sie wohl schon als ihre Beute entdeckt hatten, und sie flößten uns etwas abgestanden schmeckendes Wasser ein.

Einer der Affen zerriss achtlos mein Sweatshirt und sah sich meine Verletzung an der Schulter an. Er holte eine kleine Flasche hervor, die er an einer Art Gürtel um den Bauch trug. Er beträufelte ein Stückchen Stoff, das ihm offenbar geeignet erschien, mit ein wenig von dem Inhalt dieser Flasche und drückte es dann sehr unsanft auf die Wunde. Ich schrie auf, da sich sofort ein brennender Schmerz durch meine ganze Schulter zog und wollte mich von meinen Fesseln befreien.

Der zweite Krieger kam sogleich dazu und schlug mir mit dem Knauf seines Kurzschwertes in mein Gesicht. Ich verlor erneut mein Bewusstsein.

 

Als ich erwachte, sah ich den alten Kir in einer Ecke des Raumes liegen. Er hatte mehrere Verletzungen, aus denen er blutete. Auch war er ebenfalls noch gefesselt. Meine Fesseln schnürten sich fest in meine Gelenke und schmerzten dabei sehr. Ich sprach Kir mit gedämpfter Stimme an und fragte, was geschehen war.

Mit geschwächter Stimme erzählte er, dass die Affenkrieger ihn brutal verprügelt hatten. Sie hatten sehr viele ihrer Krieger in der Schlacht verloren und waren nun sehr erbost darüber.

Aus der Ferne drang immer noch Kampfgeschrei, und ich fragte Kir, wie lange ich bewusstlos gewesen war. Er dachte kurz nach und meinte dann, dass es bestimmt gute drei Stunden gewesen waren und versuchte sich dabei krampfhaft zu mir umzudrehen. Als ich schließlich in sein Zwergengesicht sah, zeigte ich mich sehr betroffen, da es völlig mit angetrocknetem Blut verschmiert war. Wegen der Anstrengungen, sich zu mir umzudrehen, leuchteten seine Zähne weiß und ich sah deutlich, wie sehr er sie vor Schmerzen zusammenbiss.

»Wir müssen hier weg!«, rief er verbissen und ergänzte:

»Diese Affen verbergen etwas vor uns. Ich spüre das ganz genau, junger Mensch. Wenn wir nicht schon bald fliehen, werden wir alle sterben.«

Ich bemerkte sehr wohl, dass er mich nicht mehr bei meinem Namen nannte, sondern nur ganz einfach, als Mensch bezeichnete.

Durch das gekippte Fenster drang der schwere Gestank des Todes in meine Nase, der sich zunehmend mit beißendem Brandgeruch mischte. Der süßliche Geruch toter Körper hatte eine Brechreiz erzeugende Wirkung auf mich, und ich musste mich kurz darauf im Liegen übergeben.

Kir lachte krächzend und meinte nur, dass ich mich schon daran gewöhnen würde. Doch ich wollte mich überhaupt nicht an diesen Gestank gewöhnen.

Ich hasste ihn. Eigentlich wollte ich einfach nur weg von hier, zu einem Ort, an dem ich mit Patricia in Frieden und Liebe leben konnte. Doch wo war sie? Lebte sie überhaupt noch?

Erst jetzt, in dieser scheinbar ausweglosen und dunklen Situation, da wurde ich mir darüber so deutlich bewusst, wie noch nie zuvor, dass ich sie liebte. Ja, ich liebte sie tatsächlich schon seit unserer ersten Begegnung an der Raststätte, auch wenn ich es damals niemals hatte zugeben wollen. Ihre Augen, die Stimme und ihre anziehende, weibliche Erscheinung, alles das, es hatte meine Seele und mein Herz gefangen. Warum hatte ich ihr das niemals so deutlich gesagt? Immer war ich eher zurückhaltend gewesen. Zwar spürten wir beide das gegenseitige Verlangen und wollten uns einfach nur spüren. Aber für die wahre Liebe, da war bisher niemals die Zeit gewesen. Jetzt hatte ich vielleicht nie mehr die Gelegenheit dazu. Ich versuchte mir vorzustellen, was sie gerade tat und wünschte mir, dass sie endlich ihre magischen Fähigkeiten einsetzen würde, um diesem ganzen Spuk ein rasches Ende zu setzen. Ich vermisste sie wirklich sehr. Wie sehr sehnte ich mich nach ihrer Wärme und ihrem weichen, warmen Körper und den duftenden Haaren. Die Hilflosigkeit und der Gedanke daran, ihr jetzt nicht helfen zu können, nicht in ihrer Nähe zu sein, er schmerzte mich unerträglich. Ich verfluchte meine eigene Unzulänglichkeit und mein schnödes, schwächliches Menschsein. Auf dieser verrückten Welt, da waren die einfachen Menschen mehr nur unwichtige, eher bemitleidenswerte Kreaturen. Nicht einmal Magie beherrschten sie, konnten kaum kämpfen und waren nicht sonderlich stark und groß.

In der folgenden Stunde übergab ich mich noch einige Mal und lag danach, mitten in meinem Erbrochenen, das säuerlich roch und sich allmählich in meine zerschundene Haut zu ätzen schien. Mit der Zeit überlagerte dieser saure Geruch den starken Verwesungsgeruch und war für mich damit erheblich erträglicher.

So war mir zwar noch immer übel, aber die schmerzhaften Krämpfe ließen deutlich nach. Kir schien etwas eingeschlafen zu sein. Ihn schien diese Situation emotional erheblich weniger zu belasten. Auch der Geruch störte ihn nicht. Offenbar war er Schlimmeres gewöhnt. Ich bewunderte ihn deshalb sehr. Immerhin hatte er seine gesamten Krieger verloren.

Plötzlich wurde die Tür aufgeschlagen und einige dieser Affenwesen kamen herein. Ihnen folgten mehrere große Gestalten, deren Anblick mir förmlich das Blut in meinen Adern gefrieren ließ. Kir war durch den Lärm sofort aufgeschreckt und starrte ebenfalls, mit weit geöffnetem Mund und völlig gebannt, auf die Gestalten, bei denen er offenbar ahnte, wer sie waren.

Nacheinander kamen alle fünf Druiden herein. Sogleich fiel mir auf, dass Jürgen eine tiefe Verletzung im Gesicht trug, die aber schon verschorft war.

Alle Druiden hatten einen sehr ernsten Gesichtsausdruck und stellten sich sogleich im Kreis um mich herum auf, ohne auch nur einen winzigen Ton von sich zu geben. Die Affenwesen standen in der Mitte des Raumes und hinterließen auf mich, einen sehr unbeteiligten, unwissenden Eindruck.

»So trifft man sich also wieder.«, meinte Jürgen, ohne dabei seinen grimmigen Gesichtsausdruck zu verändern. Sein Blick war kalt und böse.

Ich hatte den Eindruck, als würde er jeden Augenblick auf mich springen, um mich zu würgen töten oder zu zerfleischen.

»Ihr könnt mich mal, ihr dämlichen Idioten! Euch haben wir dieses ganze Chaos hier doch zu verdanken.« platzte es mir trotzig heraus.

Thorwald begann laut zu lachen und meinte herablassend: »Diese menschliche Überheblichkeit, ich glaube es einfach nicht. Diese Menschen sind wirklich zu dreist. Du, dummer Mensch, begreife doch, du bist nicht wichtiger, als eine gewöhnliche Stubenfliege, nicht wichtiger, als der Schmutz unter meinen Fingernägeln. Wir hätten euch schon längst töten können, wenn wir es nur gewollt hätten. Aber wir brauchten euch von Anfang an, damit ihr uns die Drecksarbeit abnehmen konntet. Doch was habt ihr ganz gut getan? Ihr musstet euch doch unbedingt gegen uns erheben, euch auflehnen. Nun haben wir uns eben sozusagen umorientiert. Nun arbeiten eben diese doch sehr unkomplizierten und niemals fragenden Affenwesen für uns und erledigen ihre Arbeit viel besser und wesentlich schneller, als ihr es wahrscheinlich jemals gekonnt hättet.«

Nun meldete sich Kir aus seiner Ecke und schrie: »Was habt ihr denn diesen armen Kreaturen dafür angeboten, um euch beizustehen? Etwa die Befreiung aus dieser Höllenwelt und die Rückführung in ihre Heimat? Diese armen Teufel glauben euch diese Geschichte doch nur, weil sie es nicht besser wissen können.«

Kir lachte auf.

Da ging einer der Affenkrieger auf Kir zu und trat ihm brutal in seine Rippen.

Kir schrie auf und wurde mehrere Meter durch den Raum geschleudert.

Dann stürmten auch die anderen Affen schreiend auf Kir zu. Der Druide Max hob seine rechte Hand, um den Affenwesen zu zeigen, dass es reichen würde.

Stöhnend drehte sich Kir auf die Seite und fixierte einen der Affen mit seinen kleinen Zwergenaugen an.

Plötzlich zuckte ein grelles Licht durch den Raum. Es kam direkt aus dem Boden vor dem Affen. Als gewaltiger Lichtblitz bohrte er sich sofort durch die Magenwand des Affen, um sofort wieder hinten aus dem behaarten Rücken heraus zu krachen. Danach schoss der Blitz direkt in den Kopf des benachbarten Affenwesens hinein. Beide brachen sofort zusammen und lagen kurz darauf ein wenig qualmend auf dem harten Zellenboden, bis der gnädige Tod sie schließlich ereilte.

Erschreckt schrien die restlichen Affenwesen im Raum auf, was mit dem lauten Schreien einer aufgeschreckten Schimpansen-Gruppe zu vergleichen war. Sie waren eben Primaten.

Der Druide Thom reagierte sofort auf die Attacke von Kir und schloss seine beide Augen. Kurz darauf erhob sich der gefesselte Kir, als würde er durch Geisterhand bewegt, langsam vom Boden und begann sich sehr schnell, um die eigene Achse zu drehen. Als die quälende Rotation von Kir ihren Höhepunkt erreicht hatte, schleuderte Thom ihn erneut gegen die Wand, an der er, mit einem unangenehmen dumpfen Beigeräusch, aufschlug. Die anderen Druiden klatschten lachend Beifall und alberten plötzlich herum, als hätten sie gerade eine lustige Vorführung gesehen.

Die Affenwesen beruhigten sich danach langsam wieder. Einige Affen liefen auf Kir zu, um ihn wieder und wieder mit harten Fußtritten zu übersähen. Da Kir bereits ohne Besinnung war, bekam er diese Folter nicht mehr mit und schien auch keine Schmerzen zu spüren. Ich hoffte nur, dass er noch lebte. Nach einer Weile hatten sich die scherzenden Druiden beruhigt. Sie riefen die Affenwesen in scharfem Ton zurück. Die Affen schienen die Befehle der Druiden in irgendeiner Form zu verstehen, weil sie es daraufhin sofort unterließen, Kir weiter zu traktieren. Sie zogen sich sogleich mit unterwürfiger Gestik zurück in die Mitte des Raumes.

Thorwald wandte sich erneut zu mir und schrie mich jetzt an: »Habt ihr es tatsächlich noch nicht verstanden? Ihr habt keinerlei Chancen, gegen unseren mächtigen Verbund anzukommen! Ihr seid in diesem Spiel nicht einmal die Bauern. Wir haben euch beide nur überleben lassen, weil wir es so wollten. Ihr könntet uns, unter ungünstigen Umständen, eventuell noch nützlich sein. Beispielsweise könntet ihr uns dabei helfen, Patricia wieder für uns zu gewinnen. Seid dem Vorfall an der Raststätte, du dummer Mensch, ist Patricia für uns, wie soll ich es formulieren, eine Art Unsicherheitsfaktor geworden. Entweder sie wird uns wieder vollkommen und mit Demut dienen, oder sie wird sterben, genauso, wie ihr sterben werdet!«

Daraufhin rief Thorwald den Affen etwas zu, die gerade damit beschäftigt waren, ihre toten Kameraden einfach aus dem Fenster zu werfen. Sofort ließen sie die Leichen ihrer Kameraden fallen und liefen zu Kir und mir, banden uns die Beinfesseln ab und stellten uns aufrecht hin.

»Wir werden jetzt den Rest dieser Drecksbande holen und hier dann endlich richtig Feierabend einläuten.«, meinte der Druide Jürgen zu Thorwald und gab den Affenkriegern offenbar die Anweisung, uns aus dem Raum zu führen.

Mir brannten die Wunden sehr, die durch die enge Fesselung entstanden waren, und auch Kir schien sehr schwach zu sein, da er vor mir den langen Gang entlang torkelte, stumpfsinnig und scheinbar völlig willenlos, immer den skrupellosen Druiden hinterher. Doch er lebte wenigstens noch.

Als wir das Gebäude schließlich verließen, stockte mir der Atem. Die Affenarmee hatte ihre Toten zu mehreren, gleich einige Meter hohe Haufen aufgetürmt und diese einfach angezündet. Mindestens zwanzig solcher Haufen schwelten nun vor sich hin und ließen eine breite, rußige Rauchfahne in den Himmel aufsteigen. Uns schlug der entsetzliche Gestank von verbranntem Fleisch und Verwesung in unsere Gesichter und schnürte mir dabei fast die Kehle zu.

In der Ferne konnte man immer noch vereinzelt Kampfgeräusche hören. Offenbar lebten noch einige von uns. Vor der Kaserne sah man unzählige Affenkrieger auf dem sichtbaren und ziemlich großen Stoppelfeld, die seltsam stumpfsinnig, dieses grausige Schauspiel mit verfolgten.

Wir wurden zu dem Ort geführt, an dem sich unsere Freunde verschanzt hatten. Überall lagen die Leichen der gefallenen Uhi, der tapferen Zyklanden und der Affen herum, dessen einzige wirklich große Stärke ihre unerschöpfliche Anzahl an Kriegern war.

Aus dem umkämpften Haus sah man kaum noch Pfeile herausschießen. Zwar drängten sich Hunderte von Affenkriegern kreischend um den Eingang herum, aber keiner von ihnen wagte es, in das Gebäude einzudringen. Es schien mir fast, als hätten sie uns erwartet, da mehrere der Affenkrieger laut aufschrie, als sie uns kommen sahen und mit dem krummen Fingern auf die Druiden zeigten, die gerade über eine neue Teemischung diskutierten, die Max entdeckt hatte. Diese Teufel zeigten sich von dem grausigen Umfeld in keinster Weise berührt. Alles schien zu ihrem grausigen Plan zu gehören.

Ich wünschte mir insgeheim sehr, dass Patricia die magische Energie von Kirs letztem Angriff, gegen die zwei Peiniger in unserem Gefängnis, gespürt hatte und dadurch jetzt vielleicht vor uns gewarnt war.

Thorwald schrie den wartenden Affenkriegern etwas zurück, was ich wieder einmal nicht verstehen konnte, und es erschallte daraufhin ein wütendes Angriffsgeschrei. Die Krieger zerschlugen kurz darauf in wilder Raserei alle noch intakten Fenster, rammten brutal die Türen ein und stürmten das Gebäude. Es dauerte weniger, als eine halbe Stunde, bis das gesamte Haus eingenommen war. Doch die Druiden sahen irgendwie nicht sonderlich erfreut darüber aus, da sie scheinbar erheblich mehr Widerstand erwartet hatten. Es gab keine Blitze, keine Riesenschlangen und keinerlei Anzeichen für den Einsatz irgendwelcher magischer Kräfte.

Unwirsch preschten Thorwald und Jürgen schließlich vor und warfen bei ihrem Hasten rücksichtslos gleich mehrere Affenkrieger, die ihnen dabei im Weg standen, um.

Sie durchsuchten das gesamte Gebäude, jeden Raum und auch den ganzen Keller. Plötzlich hörte ich Jürgens entsetzten Aufschrei.

Einige der Affenkrieger fuhren dabei erschreckt zusammen. Max gab die Anweisung, uns beide zu dem alten Thorwald zu bringen. Wir wurden in den Keller des Unterkunftsgebäudes gebracht, in dem Jürgen an einer Mauer lehnte und dabei entnervt mit seinem Fuß auf dem Boden wippte. Thorwald blickte die ganze Zeit über kopfschüttelnd in ein tiefes Loch im Boden.

Als er uns hereinkommen sah, fuhr er uns barsch an: »Sie sind uns entkommen. Ich hätte es wissen müssen. Schon allein diese Xermitolistand... Ich hätte es einfach wissen müssen.«

Kir und ich waren über diese Neuigkeiten wirklich sehr erleichtert. Unseren Freunden war offenbar die Flucht gelungen. Thorwald kam auf uns zu und schrie mich an:

»Wo sind sie hin? Sag‘ mir, Mensch, wohin ist dieses Pack geflohen?«

Er griff mich kräftig am Hals und hob mich dann in die Luft.

»Rede, wo sind sie?«, wiederholte er sich und ließ mich danach unsanft wieder auf den Boden fallen. Ich schrie vor Schmerzen auf, da ich ungebremst auf meine verletzte Schulter fiel. Zudem waren meine Arme noch gefesselt, und ich konnte meinen Sturz nicht abfangen.

»Ich weiß nicht, wo sie sind. Ganz ehrlich. Ich kann es euch nicht sagen.«, antwortete ich keuchend, auf die gestellte Frage. Die Antwort gefiel den Druiden natürlich überhaupt nicht, und Jürgen gab den Affenkriegern ein klares Handzeichen. Zwei der Affen, die uns bisher nur beobachtet hatten, liefen sofort auf mich zu und begannen sogleich mit voller Härte auf mich einzutreten.

Ich heulte auf und schrie verzweifelt: «Auch wenn ihr mich tötet, ich kann euch nicht sagen wo sie sind. Ich weiß es einfach nicht!« Unbeeindruckt von meinen Rufen, traten und schlugen die Krieger weiter auf mich ein. Erst als meine Umgebung bereits vor meinen Augen zu verschwimmen begann und aus meinem Mund das Blut rann, zischte Thorwald den Affenwesen etwas Unverständliches zu. Sofort ließen die brutalen Affen von mir ab.

Nun wandte sich Thorwald meinem Kampfgefährten Kir zu, der noch von den letzten Schlägen geschwächt, in einer nahen Ecke kauerte. Thorwald schrie ihn ebenso rabiat an, wie mich vorher. Doch auch Kir wusste natürlich nicht, wo man die geflüchteten Freunde finden konnte. Außer sich vor Wut nahm der Druide den kleinen Kir, hielt ihn in die Höhe und ließ ihn drohend über dem Bodenloch schweben.

»Rede, oder ich lasse dich einfach fallen, du Wicht!«, schrie er dabei immer wieder, so dass seine Stimme bereits zu versagen begann. Doch Kir antwortete nicht, sondern schloss nur seine Augen. Schon konnte an ein schwaches Surren im Keller hören. Plötzlich sah ich, wie Kirs Armfesseln zu qualmen anfingen und Thorwald seine rot geränderten Augen aufriss.

Dann schrie Thorwald laut auf und ließ Kir tatsächlich einfach in das Bodenloch fallen. Man konnte deutlich erkennen, dass Thorwald schwere Verbrennungen an den Händen hatte und sich, knurrend vor Schmerz, über das dunkle Bodenloch beugte. Nun schrie er ein seltsames Wort in das Loch, und der Boden begann etwas zu vibrieren. Langsam begann sich das Loch zu schließen und ich hoffte, dass Kir in der kurzen Zeit entkommen konnte. Sonst würde er durch das Schließen des Loches von der Erde zerquetscht und lebendig begraben werden.

Doch ich ahnte bereits, dass er es nicht schaffen würde, da er bereits so geschwächt und verletzt war. Nachdem das Loch kurz darauf vollkommen verschlossen war, schritt Thorwald an den Druiden Thom, der gelangweilt auf dem Boden saß und das Schauspiel seufzend verfolgte. Als Thorwald vor schließlich ihm stand, erhob er sich träge und hielte seine knochigen Hände, über die Hände von Thorwald und ich konnte sehen, wie sich zwischen den Handflächen der beiden Druiden, ein schwaches, gelbes Licht entwickelt.

In wenigen Augenblicken waren die Brandwunden von Thorwald völlig verschwunden. Zufrieden betrachtete er sich seine geheilten Hände und drehte sich dann wieder zu mir, um mir ebenfalls seine gesunden Hände zu zeigen. Wahrscheinlich wollte er mir damit demonstrieren, wie schwach und lächerlich unser Bestreben war, die Druiden bekämpfen zu wollen. Mich beeindruckten seine Hände jedoch nur wenig, da ich bei Kir und Patricia schon bessere Heilungen gesehen hatte und ich nun ernsthaft besorgt um den armen Kir war.

Die Druiden begaben sich mit mir und einigen der gedrungenen Affenwesen zurück zu dem Tor der Kaserne.

Mir wurde plötzlich hammerhart bewusst, ich war jetzt alleine bei diesen furchtbaren Druiden und deren Launen ausgesetzt. Meine Freunde waren ohne mich geflohen, oder sie waren getötet worden. Ich fühlte ich mich jetzt wirklich schlecht.

Kir stürzte einige Meter tief und landete ziemlich hart auf seinem Rücken.

Er stöhnte schmerzerfüllt auf. Nach oben schauend, sah er auf die helle Öffnung des Lochs, durch das er gefallen war. Sofort kroch er, unter großen Schmerzen, weiter in den seitlich verlaufenden Gang hinein, der sich ihm zu seiner Rechten anbot. Er befürchtete, dass die schrecklichen Druiden ihm folgen würden und kroch, so schnell er konnte, Meter um Meter, tiefer in die finstere Erde hinein. Plötzlich hörte er ein seltsames, knirschendes Geräusch. Er konnte in dieser allgegenwärtigen Finsternis nichts erkennen. Aber rein instinktiv wurde ihm sogleich bewusst, dass dieses Geräusch nur Gefahr bedeuten konnte, und er errichtete sofort ein magisches Kraftfeld um sich herum, das schwach, in rötlicher Farbe leuchtete. In dem schwachen Lichterschein sah er, wie sich das senkrechte Erdloch hinter ihm, zu schließen begann. Dann wurde es mit einem Mal totenstill, ganz unheimlich, und er war tief unter der Erde in seinem eigenen Kraftfeld gefangen.

Kir beschloss jedoch, vorerst ganz ruhig zu bleiben und dachte dabei angestrengt nach, wie er sich aus diesem Gefängnis befreien konnte. Mit jedem Atemzug den er tat, wurde der Sauerstoff geschmälert, und es würde nur eine Frage der Zeit sein, bis er ersticken würde. Leider hatte er in seiner Heimat nicht die Fähigkeit entwickelt, seine Gedanken übertragen zu können, um vielleicht Milk eine Nachricht übermitteln zu können. Milk hätte ihn sicherlich sofort befreit.

Mit der Zeit wurde es zunehmend stickiger in seinem Gefängnis, und kleine Schweißperlen rannen ihm von seiner runzeligen Zwergenstirn, um an dem spitzen Kinn herunter zu tropfen. Da bekam er plötzlich eine brillante Idee.

In dem Augenblick, in dem ich mit den Druiden und mehreren Affenwesen das Kasernentor passierte, wurden wir durch ein ohrenbetäubendes Krachen einer Detonation erschreckt. Eine gewaltige Druckwelle erfasste uns und schleuderte uns einige Meter weit durch die Luft. Unmengen an Steinen und Erde flogen wüst um mich herum, bevor ich den Wendepunkt der Druckwelle erreichte und damit unsanft auf den harten Boden zurück stürzte.

Ich schlug derbe auf und wurde sogleich von allerlei Unrat und Dreck bedeckt.

Nur wenige Augenblicke später spürte ich, wie mich zwei kräftige Hände wieder aus dem Dreck herauszogen. Ich sah, während ich meinen Mund frei hustete, in die fast schwarzen Augen zweier Affenkrieger, die damit beschäftigt waren, mir meine Handfesseln abzunehmen. Überall war der Boden mit einer dicken Schicht Erde und Unrat bedeckt, und die Druiden klopften sich, zwar etwas benommen, aber ansonsten wohl unbeschadet, den Schmutz von der Kleidung. Thorwald blickte zurück in die Kaserne, rief den Druiden etwas zu und zeigte auf jene Stelle, an der sich vor wenigen Augenblicken noch, mehrere Unterkunftsgebäude befanden.

Nun drehte ich mich auch neugierig um und sah erstaunt, dass an der erwähnten Stelle nur noch ein riesiger Krater im Boden klaffte. Einige Affenkrieger hatten sich in der Zwischenzeit von ihrer Schrecklähmung erholt und rannten sogleich in die Richtung des Kraters. Offenbar glaubten sie nicht, was sie da sahen. Auch die Druiden machten sich auf den Weg und gaben den beiden Wachaffen an meiner Seite zu verstehen, dass sie ihnen rasch folgen sollten.

Kaum hatten wir den ausgefransten und porösen Kraterrand erreicht, entdeckten wir den kleinen Kir, der völlig unbeschadet unter einem rötlichen Schutzschild kauerte. Er schien nicht verletzt zu sein. In der Luft lag ein starker, nicht gerade angenehmer Geruch von Fäulnisgasen, der sich sofort unbarmherzig in meiner Nase festsetzte. Die Schutzglocke um Kir verschwand allmählich, und der Zwerg begann sich langsam zu bewegen. Er hob seine beiden kleinen Arme hoch in die Luft und ließ einen lauten, sehr schrill klingen Schrei ertönen. Augenblicklich flogen aus allen nur erdenklichen Himmelsrichtungen, die verschiedensten Vögel heran.

Erst kamen sie langsam, einer nach dem anderen, aber dann in großen Scharen. Sie stürzten sich ohne zu zögern auf die völlig verblüfften Druiden, die nach wenigen Augenblicken, unter einem Meer verschiedenster Gefieder begraben wurden. Die Vögel hackten und pickten wütend auf die von ihnen übertölpelten Druiden ein, die offenbar nicht einmal im Entferntesten, mit einem so aggressiven Angriff gerechnet hatten. Ich nutze diese willkommene Ablenkung, um mich von den beiden Affenkriegern, die mich immer noch festhielten und bewachten, loszureißen. So schnell es mir möglich war, lief ich auf die andere, Affen freie Seite des Kraterrandes, um mich in Sicherheit zu bringen. Mehrere Krieger nahmen unverzüglich die Verfolgung auf und liefen mir mit lautem Gebrüll hinterher.

Die Druiden hatten sich inzwischen wieder gefasst und auch so etwas, wie eine Schutzhülle um sich herum aufgebaut. Sehr viele der gefiederte Gesellen verbrannten in Sekundenschnelle bei der Berührung mit dieser hellblauen, leuchtenden Hülle. Zugegeben, ich war nie ein großer Vogelfreund gewesen, hatte dann aber doch, beim Anblick der vielen sterbenden Vögel, großes Mitleid mit diesen kleinen, gefiederten Gesellen. Immerhin haben sie mir meine Flucht ermöglicht.

Unentwegt kamen von überall aus der Umgebung sogleich neue Vögel herbei geflogen, nur um sich sinnlos in den heißen Tod durch das Schutzschild zu stürzen. Die Druiden waren offensichtlich nicht in der Lage, die Vögel von dem Angriffsbann des Zwerges zu befreien. Die alten Magier sahen nun alle unwahrscheinlich wütend und zerkratzt aus. Thorwald, dessen Gesicht aus besonders vielen Wunden der Vögel blutete, sprang wild und obszön gestikulierend, unter der Schutzglocke umher. Man konnte ihn glücklicherweise nicht hören, da diese Schutzglocke keinerlei Schallwellen nach draußen dringen ließ. Dieses war wohl auch der Grund, warum die magischen Tyrannen den gefiederten Angriff nicht so rasch beenden konnten, wie sie wollten.

Doch dann, ganz plötzlich, da konnte man Thorwald dabei beobachten, wie er mit seiner rechten Hand über die vier anderen Druiden hinweg, eine weitere, ebenso leuchtende Schutzhülle zog. Anschließend löste er den ursprünglich errichteten Schild auf und wurde selbstverständlich sofort von den angriffslustigen Vögeln attackiert.

Er wehrte sich mit Händen und Füßen, um nicht ganz von den aufgebrachten Vögeln begraben und zerhackt zu werden. Unter heftigsten Anstrengungen schrie er genauso schrill und laut auf, wie es der alte Kir vor ihm getan hatte. Sofort ließen die Vögel von ihm ab und stoben hoch hinaus auseinander, weit in den Himmel hinein.

Thorwald wischte sich in der Zwischenzeit das Blut von den Händen und von seinem Gesicht mit seiner zerrissenen Kleidung ab und durchsuchte zornig den Krater. Kir jedoch, der war spurlos verschwunden. Wütend trat er in einen kleinen Haufen verbrannter Vogelkadaver und wandte sich seinen Druiden-Freunden zu, um sie aus der letzten Schutzhülle zu befreien.

Die ersten Affenwesen hatten mich inzwischen auch erreicht und versuchten mit Akribie, meinen Körper auf ihre primitiven Speere zu spießen. Geschickt wehrte ich die Versuche, mich zu töten, ab, kam aber, trotz größter Bemühungen, immer mehr und mehr in Bedrängnis, da die Anzahl der Angreifer unaufhörlich stieg. Ich floh verzweifelt in die Ruine eines der Unterkunftsgebäude, da ich mir dort eine etwas größere Überlebenschance für mich erhoffte. Meine Schulterverletzung war natürlich wieder aufgeplatzt, und ich verlor eine Menge Blut, was mich zusätzlich sehr schwächte.

Die Druiden schienen mich in ihrer blinden Wut doch tatsächlich vergessen zu haben, da sie mir nicht folgten und mich nicht weiter beachteten. Ich war ihnen offenbar nicht wichtig genug, eben nur einer dieser lächerlichen Menschen, die ihnen lästig waren. Leider hatten mich jedoch zehn äußerst tötungsfreudige Affenkrieger nicht ebenso vergessen und bereiteten mir extrem große Schwierigkeiten.

Diese Wilden fielen mich immer wieder an, als wären sie eine Horde ausgehungerter Raubtiere, die über ein schutzloses und verletztes Lamm herfielen. Sie waren unfair, feige, schlugen unaufhörlich und erbarmungslos mit Lanze und Kurzschwert auf mich ein. Ich spürte erneut, wie mich immer mehr meine Kräfte verließen und ich vor lauter Schwäche zu zittern begann. Schließlich hatten sie es geschafft und mich völlig an eine Hauswand gedrängt. Sie wollten mir dann, mit vereinter Kraft, den erlösenden Todesstoß verpassen. Die Gier nach meinem Tod, sie war ihnen in ihren hässlichen Affenfratzen deutlich anzusehen. Doch dann, im nächsten Augenblick, ich hatte bereits den Tod vor Augen, stand plötzlich ein kleines Mädchen an der Häuserecke und rief den Affen in seltsamem Ton etwas zu.

Ich traute meinen Augen wirklich kaum, denn es war wirklich die kleine Dena, dieses beeindruckende Sola-Mädchen aus dem Lager der Zyklanden.

Auch die Affen waren sichtlich verblüfft und vergaßen völlig ihren Plan, mich zu töten. Sie glotzten verwundert zu dem Mädchen, während ihnen der blutige Speichel an ihren Mundwinkeln in Fäden herab tropfte. Doch das harmlos wirkende Mädchen zeigte plötzlich mit seinem zerbrechlich wirkenden Kinderfinger auf die Affen, und es erschien ein ganz feiner, kaum wahrnehmbarer, grüner Lichtstrahl aus ihrer Fingerspitze, der den Affen offenbar sofort den gesamten Kalk aus ihren Körper zog. Man konnte diesen Vorgang ganz genau beobachten. Weil dieser Kalkentzug in einer unglaublichen Geschwindigkeit vor sich ging und die Affenwesen inzwischen unter Schock standen, schrien sie nicht einmal laut auf. So wie es aussah, so verspürten sie auch keinerlei Schmerz.

Dieses war das perfekte Ausbeinen am lebenden Objekt, und sie dauert tatsächlich nur wenige Augenblicke. Danach fielen die Affen, wie in Fell gehüllte Haufen aus Hackfleisch, einfach in sich zusammen.

Ohne länger abzuwarten, sprang einfach über sie hinweg und rannte eiligst zu der kleinen Dena. Doch gerade, als ich sie in die Arme nehmen wollte, tauchten die beiden Druiden Jürgen und Mark hinter der marode aussehenden Hausruine auf. Sofort ließen sie mich bis zu meinen Hüften im Erdboden versinken, und ich knallte mit meinem Kopf, weil ich so abrupt ausgebremst wurde, mit voller Wucht gegen den Erdboden. In meinem Schädel drehte sich alles, und mir wurde übel. Jürgen bemerkte die leblosen Fleischhaufen und ging sofort in die Hocke, um sich zu schützen.

Er hatte zudem bemerkt, dass Dena mit ihrem Zeigefinger auf die brutalen Druiden zeigte. Der feine Lichtstrahl verfehlte ihn jedoch, traf aber dennoch wenigstens Mark an seinem Hals. Er schrie auf und hielt sofort schützend seine Hand in den Strahl, die diesen aber nicht aufhalten konnte. Um seinem Freund beizustehen, warf Jürgen wahllos mit hell strahlenden Energiebällen wahllose um sich und auch nach Dena. Sie wich diesen aber äußerst gewandt aus und lenkte dabei den Lichtstrahl geschickt auf Jürgen um, der daraufhin gleich entsetzt aufschrie. Mark unterdessen, er wirkt sehr benommen auf mich und torkelte zu der nahen Hauswand, an der er sich abstützte.

»Dena, töte sie. Es ist unsere einzige Chance. Nur so können wir ihnen entfliehen und überleben!«, schrie ich der kleinen Dena zu, war dabei aber immer noch fest, bis zu meinem Bauch, im Erdboden gefangen.

Dena sah mich zwar etwas verstört an, schien aber verstanden zu haben. Sie setzte sich auf den Boden und schloss ihre kleinen Kinderaugen, während der Kalk entziehende Lichtstrahl den gefährlichen Druiden fest umschloss, um ihm den Kalk aus seinem alten Körper heraus zu saugen. Vermutlich war dieser Vorgang bei den Druiden nicht so leicht durchzuführen, wie zuvor bei den Affenwesen.

Jürgen kämpfte noch immer verbissen gegen den gierigen Strahl an und fiel nicht einfach tot um, wie die garstigen Primaten vor ihm. Dann geschah plötzlich etwas Verblüffendes. Ohne Vorwarnung begann sich der Boden vor meinen Augen regelrecht zu bewegen. Es schien, als ob der Erdboden richtig lebendig geworden wäre. Ich konnte beobachteten, wie sich langsam und immer deutlicher werdend, eine riesige Gestalt im Sand abzeichnete, die sich hektisch auszugraben versuchte. Der angeschlagene Druide Mark hatte diese Gestalt wohl ebenso bemerkt, da er sich schleunigst, hinter der naheliegenden Hausecke, in Sicherheit brachte.

Nur wenige Sekunden später stand ein riesiger Troll mit zotteligem Fell und großen, pechschwarzen Augen, in gebeugter Haltung vor mir. Er brüllte laut auf, als er den gepeinigten Jürgen bemerkte, der noch immer mit großer Verzweiflung gegen den tödlichen Strahl ankämpfte. Dena saß weiterhin, ganz ruhig und völlig unbeeindruckt, mit geschlossenen Augen, auf dem Boden. Der riesige Troll hatte mich nun auch entdeckt, wohl eher meine jämmerlich anmutende Gestalt, wie sie in dem Erdloch, direkt vor seinen klobigen Füßen, gefangen war. Sichtlich interessiert beugte er sich zu mir herunter. Dann hatte ich sein riesiges, unglaublich hässliches Gesicht direkt vor mir. Er witterte, mit immer wieder laut schnaufendem Geräusch, an mir herum. Sein fauliger Atem stank abscheulich. Die Nasenwände waren von unzähligen kleinen Maden durch fressen, die sich mir immer wieder vorwitzig entgegen bogen. Er hatte zudem sehr spitze, verfaulte Zähne, und an seiner schwarzen Unterlippe eiterte eine alte Verletzung so sehr vor sich hin, dass der gelbliche Eiter dickflüssig auf meine Haare herab tropfte.

Ich war diesem abscheulichen Wesen völlig schutzlos ausgeliefert und rechnete sogleich mit dem Schlimmsten. Mir war klar, dass ich keinen noch so kleinen Kratzer, durch dieses widerwärtige Maul verursacht, überleben würde. Qualvoll würde ich an einer Blutvergiftung sterben, sollte er mich nicht voll erwischen. Also verhielt ich mich völlig still und regungslos. Doch der Troll war nur sehr wenig an meiner Person interessiert. Denn er stapfte schon bald los zu dem Druiden Jürgen, der sich in der Zwischenzeit aus dem Lichtstrahl befreien konnte.

Er lag nun mit laut rasselndem Atem, auf dem Boden und war augenscheinlich sehr geschwächt. Der monströse Troll griff schwerfällig, aber brutal, mit seinen sehnigen Händen nach dem Jürgen und hob den geschwächten Druiden hoch in die Luft, weit über seinen Kopf hinaus. Dabei bohrten sich seine dicken, gelblichen Fingernägel in Jürgens Fleisch. Der Druide begann sofort laut auf zu schreien. An den schmutzigen Trollfingern sah man frisches Druidenblut hinab rinnen, das diese monströse Kreatur sofort gierig aufzulecken begann.

Ich hatte während der letzten Tage schon einiges an abscheulichen Hässlichkeiten gesehen, aber dieser Troll war der personifizierte Alptraum schlechthin. Er hatte mit allen Beschreibungen zu Trollen, aus der mir bekannten Literatur, kaum eine annähernde Übereinstimmung. Der ausgehungerte Troll wurde bei dem Geschmack von Blut jetzt richtig wild und schnappte mit einem Mal, gierig nach dem rechten Unterarm von Jürgen. Er bekam ihn laut knackend zu fassen und wurde dann, von den fauligen Trollzähnen, einfach abgebissen.

Der sterbende Druide starrte mit weit aufgerissenen Augen auf das Schreckenswesen und konnte sich nicht mehr rühren. Wahrscheinlich war er schon so sehr geschwächt und vom Schock so sehr gelähmt, dass er sich nicht gegen dieses Biest wehren konnte.

Dena hatte den Überraschungseffekt gut ausgenutzt und schien den ehemals so sehr überheblichen Jürgen nun wieder fest im Griff zu haben. Ein Gemisch aus Blut und faulem Speichel rann dem grausamen Troll aus seinen verkrusteten Mundwinkeln. Der abgebissene Arm wurde gierig herunter geschlungen, als wäre er ein knuspriger Hühnerflügel. Jürgens letzten Befreiungsversuche versiegten langsam, und der fleischige Armstumpf blutete so stark, dass man den herannahenden Tod des gewissenlosen Druiden bereits fühlen konnte.

Als die verfaulten Zähne der schrecklichen Kreatur schließlich auch Jürgens Kopf erfasst hatten und gierig zubissen, erschien plötzlich Mark mit den anderen Druiden an der Ruine. Plötzlich war ich in wilder Panik und versuchte mich, mit aller Kraft, aus dem Erdloch zu befreien. Es gelang mir schließlich unter größten Schmerzen und Anstrengungen, aus diesem engen Gefängnis heraus zu kriechen. Dann robbte ich zügig an Dena vorbei, die immer noch ganz ruhig auf dem Boden ausharrte. Ich suchte Schutz hinter einem großen, heraus gebrochenem Mauerstück, das an einer Häuserecke lag.

Kaum hatte ich meine neuen Deckung erreicht, drehte ich mich um, um die kleine Dena zu warnen. Da beobachtete ich, wie Thorwald zielstrebig auf den gefräßigen Troll zu schritt, ihn völlig angstfrei an einem rechten Bein packte und mit übermenschlicher Kraft durch die Luft wirbelte. Dieses Herumwirbeln erweckte den Eindruck, als wäre der Troll nur wenige Gramm schwer. Diese unglaubliche Kraft war ein Werk der Magie. Brüllend vor Wut ließ der unfreiwillig gepackte Troll den Körper des Druiden fallen und versuchte sogleich nach Thorwald zu greifen. Doch der schleuderte ihn nur noch schneller durch die Luft. Thorwald war sehr aufgebracht und wirbelte den Troll so schnell, dass man die schließlich Konturen dieser Kreatur nicht mehr genau erkennen konnte. Nur wenige Augenblicke später war es dann soweit. Er wirbelte er ihn so unglaublich stark, dass das Blut des Trolls durch die Luft spritze und an die hellen Mauern der Ruine sprühte.

Doch Thorwald drehte ihn trotzdem immer schneller und schneller. Dann dauerte es nicht mehr lange und den hässlichen Troll zerfetzte es völlig in der Luft. Kurz darauf ging ein regelrechter Regen aus den körperlichen Einzelteilen der Bestie in der ganzen Umgebung nieder. Thorwalds Drehungen wurden nun wieder langsamer, bis er schließlich wieder auf der Stelle stehen blieb. In seinen Händen hielt er nur noch die kraftlosen Klauen und die Unterarme des Trolls. Er selbst, er war völlig sauber geblieben, da die Fliehkraft das ganze Blut und die Körperteile des Trolls von seinem Körper weg gedrückt hatte. Fassungslos blickt ich zu Thorwald hinüber.

Das war einfach zu viel für meine zerschundene Menschenseele, und ich musste mich wieder einmal übergeben. Inzwischen hatten sich die restlichen drei Druiden bei Dena aufgebaut und warteten nur noch auf ein Zeichen von Thorwald. Aber Thorwald war abgelenkt, da er die kümmerlichen Reste von seinem toten Freund betrachtete. Er war immer noch sehr zornig, da es ihm, durch den Tod eines so starken Druiden des Bundes, wahrscheinlich nicht mehr möglich war, die verschiedenen Welten wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückzuführen. Er saß ab gehockt bei der Leiche von Jürgen und ballte seine beide Händen zu einer Faust. Dann stand er auf und ging zu den Druiden, die bereits bei der kleinen Dena warteten. Er nahm den Kopf des Mädchens in beide Hände und zerdrückte ihn, als wäre er eine vollreife Tomate.

Ungläubig sah Thorwald, dass nur heller, feiner Sand durch seine Hände quoll und auf den dunklen Boden rieselte. Auch die anderen Druiden sahen sich entsetzt an. Max trat zu Thorwald vor, um der kopflosen Dena einen kräftigen Fußtritt zu verpassen. Doch Dena zerbrach daraufhin in viele, kleine Scherben, als sei sie ein Gartenzwerg aus einfacher Keramik. Als ich das sah, atmete ich erleichtert auf, denn Dena war anscheinend nach dem hässlichen Tod von dem Troll, den sie ursprünglich erschaffen hatte, geflohen. Thorwald schrie wütend einige der Affen an. Die anderen Druiden sprachen wild durcheinander.

Am Rand der Ruine stand plötzlich ein kleiner Zwerg. Es war Kir, der sich nun einfach flach auf den Boden legte. Die Druiden hatten ihn natürlich auch sofort erblickt und teilten sich hektisch auf. Max und Thom gingen auf den Zwerg zu und hoben sogleich drohend ihre Arme. Doch noch bevor sie ihre aggressive Magie einsetzen konnten, durchschlug ein heller Lichtball unter ihnen den Boden, und einige Druiden fielen in das dort entstandene und offenbar sehr tiefe Bodenloch. Die Kugel, von der ich sofort wusste, dass es die Xermitolistand waren, schlug sogleich wieder in den Boden vor Kir ein und verschwand damit spurlos.

Noch bevor die beiden anderen Druiden etwas unternehmen konnten, verschwand dann auch der alte Kir in dem Loch. Thorwald und Mark waren nun alleine. Von den beiden anderen Druiden war nichts mehr zu sehen oder zu hören. Hinter dem Druiden Mark begann der Sand unauffällig und lautlos, wie ein Strudel, zu rotieren, und einige Augenblicke später, stand Patricia direkt hinter dem widerwärtigen Druiden. Mark hatte Patricia tatsächlich noch nicht bemerkt. Doch Thorwald hatte ihre Anwesenheit erspürt. Er drehte sich blitzschnell um und sprang auf Patricia zu.

Doch er kam zu spät, da die blonde Frau bereits Mark an den Hals gegriffen hatte und sich dann, mit ihm zusammen, in die Luft erhob. Mark jedoch blieb nicht wehrlos und wand sich langsam aus dem weiblichen Würgegriff. Dann stürzte er schreiend vom Himmel herab und landete im Sand, direkt vor meinen Füßen. Dabei wirbelte er eine große Staubwolke auf, und feinste Sandkörner nebelten in mein Gesicht.

Ich reagierte sofort, ergriff eine Schaufel, die nur wenige Meter von mir entfernt lag, brach den Stiel über meinen Knien durch und rammte dem, noch immer verwirrten Druiden, das spitze Ende in den Hals. Gurgelnd griff dieser mit beiden Händen nach dem Schaufelstiel, der in seinem Hals steckte und zog ihn mit zitternder Hand heraus. Thorwald hatte die Zwischenzeit genutzt und sich in einen großen Lindwurm verwandelt. Das Rasseln der dicken Drachenschuppen drang lautstark durch die Luft. Als die Affenkrieger das Ungetüm erblickten, ergriffen einige von ihnen laut kreischend die Flucht. Auch Mark war noch erstaunlich rege, obwohl er viel Blut verloren hatte. Er hob ganz leicht seine rechte Hand. Dann hatte er mich erwischt.

Ich spürte deutlich, dass aus Marks Hand, eine starke Hitze ausgestrahlt wurde, die mich sofort völlig umgab. Zuerst verbrannten meine Fingerspitzen, und meine Fingernägel rollten sich schmerzhaft nach oben. Ich schrie in meiner Todespanik laut auf und versuchte den Spatenstiel erneut zu greifen. Doch dieses Mal war Mark schneller. Mit Hilfe seiner Wärmestrahlung, verbrannte er den spitzen Stiel sofort zu weißer Asche. Von reiner Todesangst getrieben, trat ich immer wieder und wieder in das blutverschmierte Gesicht des allseits gehassten Druiden. Dazu schrie ich immer wieder wild: »Stirb! Stirb endlich, du Bestie!«

Doch Mark lächelte mich nur überheblich an und hob erneut seine bebende Hand, um mich immer weiter mit seiner Hitze zu peinigen. In der Zwischenzeit war der riesige Drache hoch in die Luft aufgestiegen und begann meine geliebte Patricia zu attackieren. Die hatte sich allerdings, schnell wie ein Blitz, in einen winzigen Sperling verwandelt und flatterte geschickt zwischen den gigantischen Klauen des Drachen hindurch. Der Drache schnaubte aufgeregt, warf seinen überdimensionalen Kopf zurück und riss dann sein furchterregendes Maul auf.

Patricia war direkt vor mir gelandet, hatte sich flugs wieder in die blonde Schönheit, in die ich mich so sehr verliebt hatte, verwandelt. Sofort beugte sie sich über den verletzten Druiden und stieß mit ihrer kleinen Faust unerwartet brutal in seine kräftige Brust, so dass man einige Rippen laut knacken hören konnte. Dann griff sie sich gekonnt das schmierige Herz aus dem Brustkorb und riss es ihm aus dem lebendigen Leib. Danach zerfiel sie sofort, zusammen mit dem blutigen Herz in ihrer Hand, zu ganz feinem Staub.

»Oh, Scheiße...«, flüsterte ich leise zu mir selbst und sah dann in die Luft, in der dieser fiese Drachen mich bereits anvisiert hatte und nun zu einem Sturzflug ansetzte. Eilig rollte ich mich zur Seite und krabbelte, so schnell ich es mit meinen Verletzungen konnte, in die Nähe der Hausmauer. Doch auf halbem Wege sah ich die beiden, in dem Erdloch verschwundenen Druiden aus dem Bodenloch schweben, als würden sie auf einer Wolke stehen.

Ich verlor sofort jede Hoffnung, denn sie sahen überhaupt nicht fröhlich und unverletzt aus. Mich ihnen willenlos ergebend, legte ich mich auf den Rücken und sah, dass nun auch viele der hässlichen Affenwesen auf mich zu stürzten. Wenn ich nun sterben sollte, dann sollte es so sein. Mein Leben war ohnehin nur noch ein einziger Alptraum mit schrecklichen Kreaturen und tödlichen Gefahren.

Fast schon begrüßte ich das offenbar Unabwendbare und sehnte mich nach Frieden. Daraufhin streckte ich meine beiden Arme nach oben und glaubte schon, dass dieses wohl mein grausames Ende sei. Doch da gab überraschend der Boden unter mir nach, und ich wurde, wie durch Geisterhand getragen, in eine mir endlos erscheinende Tiefe gesogen. Ich konnte gerade noch wahrnehmen, wie der Druide Thorwald in der Form des wütenden Drachens, laut brüllend und gefährlich nahe, über mich hinweg segelte, bevor sich der Erdboden über mir wieder schloss.

In rasender Geschwindigkeit ging meine unfreiwillige Flucht immer weiter nach unten. Dann schlug ich plötzlich die rechte Seitenrichtung ein. Doch in welche der Himmelsrichtungen ich letztlich gezogen wurde, konnte ich dabei nicht mehr feststellen, da ich mit der Angst zu kämpfen hatte, in dieser Erde nicht ersticken zu müssen. Doch um mich herum war stets eine kleine Luftblase in der Erde angelegt, so dass ich immer genug Luft zum Atmen hatte. Alles das ließ eine schützende Magie vermuten. Jedoch verursachte meine rasante Reise durch den Erdboden ein ohrenbetäubendes, unangenehmes Rauschen, das ich hilflos ertragen musste. Jeder Versuch, meine Arme schützend zu den Ohren zu bewegen, scheiterte bereits im Ansatz. Immer wieder schlug ich bei meiner Reise in der Erde wilde Haken, als wäre ich ein gehetztes Kaninchen.

Schließlich verlor ich komplett mein Zeitgefühl und konnte nicht einmal, auch nur annähernd abschätzen, wie lange die verrückte Reise bereits anhielt. Meine Wunden schmerzten sehr, und diese unsanfte Form des Reisens, ließ mich immer wieder aufheulen. Es waren unglaubliche Qualen, denen ich ausgesetzt war. Aber dennoch lebte ich noch.

Nach einer Ewigkeit, jedenfalls erschien es mir so, durchstieß ich mit einem lauten Knall, endlich wieder die Erdoberfläche und befand mich im Wasser. Doch die schützende Blase um mich herum, sie hielt auch dem Druck des Wassers stand. Mit enormer Geschwindigkeit schoss ich immer weiter nach oben, um kurz darauf auch die Wasseroberfläche zu schneiden. Dort wurde ich, von der Wucht meiner magischen Reise getrieben, einige Meter durch die Luft geschleudert, um danach sogleich wieder in das angenehm warme Seewasser zu fallen. Die schützende Blase um mich herum hatte sich aufgelöst. Von meinen Überlebensreflexen getrieben, begann ich sofort mit Schwimmbewegungen.

Glücklicherweise entdeckte ich in einiger Entfernung eine Küste, oder vielmehr einen hellen Strand. Der Himmel war wolkenlos, und die Sonne brannte heiß auf mich herunter. Ich musste wohl hunderte von Kilometern unterirdisch zurückgelegt haben, was mich zutiefst fasziniert. So zügig, wie es mir mit meinen Verletzungen möglich war, schwamm ich dem fernen Ufer entgegen und hoffte, dass es in diesem Gewässer keine Haie gab. Nach gut halber Schwimmstrecke zum Ufer, sah ich plötzlich Milk als Kugel über mir schweben. Da wurde mir sofort klar, wem ich diese wundersame Rettung zu verdanken hatte und war sehr erleichtert, das es wohl nicht eine Falle der Druiden gewesen war. Doch meine Erleichterung sollte schon bald getrübt werden. In dem klaren Wasser sah ich den Meeresgrund unter mir. Am sandigen Ufer konnte ich die drei Umrisse von Patricia, Kir und der kleinen Dena erkennen, die ständig mit ihren Armen zu uns zeigten und sich rege dabei unterhielten.

Doch da, der Meeresboden unter mir, er wurde schlagartig dunkel, und ein großes Etwas bewegte sich schnell auf mich zu. Ich bekam sofort große Angst, und meine Schwimmbewegungen wurden hektisch und unkontrolliert. Wie ein Kind im Wasser planschte ich, anstatt richtig zu schwimmen. In gut zehn Metern Entfernung tauchte eine merkwürdige, ziemlich große Kreatur aus dem Wasser und schwamm zügig auf mich zu. Sie war etwa zweieinhalb Meter lang, bestimmt auch halb so breit und übersät mit Seepocken und dunkelgrünen Meeresalgen. Nur die Augen des Lebewesens waren noch frei und starrten mich aus einer kalten Schwärze heraus an. Ich schrie laut um Hilfe und sah hilflos zu, wie Milk sich augenblicklich auf das seltsame Meerestier herunter stürzte. Das Wesen jedoch, es bemerkte Milk rechtzeitig und riss sein großes, mit Nadel artigen Zähnen übersätes Maul auf, um nach der leuchtenden Kugel zu schnappen. Doch davon völlig unbeeindruckt, rammte Milk sich brutal in den Unterkiefer dieser Meereskreatur und riss ihn dabei einfach ab.

Das salzige Nass des Meeres, es verfärbte sich langsam rot, und unter mir begann es plötzlich, lebendig zu werden. Gerade als Milk aus dem Wasser wieder in Richtung Himmel schoss, erreichten gleich mehrere dieser Wesen ihren tödlich verletzten Artgenossen und fielen sofort gefräßig über ihn her.

Ich schwamm, so schnell man nur schwimmen konnte, dem rettenden Ufer entgegen, und Milk attackierte immer wieder die näher kommenden Wesen, um sie von mir abzulenken. Doch es waren sehr viele Angreifer, und ich spürte intuitiv, wie sich plötzlich hinter mir ein riesiges Maul auftat. Doch schroff wurde mein Schwimmen gestoppt. Unter meinen Körper spürte ich den harten Erdboden. Ich sah mich erschrocken um und beobachtete, wie ein breiter Lichtstrahl vom Strand auf dieses gewaltige Exemplar hinter mir zuschoss. Es wurde durch die Wucht der Magie krachend in Fetzen zerrissen, die dann zurück in das rot gefärbte Meer klatschten.

Schleunigst kam ich auf meine zitternden Beine und rannte eiligst aus dem Wasser heraus, um mich dann vollkommen erschöpft, in den warmen, feinen Sand des Sonnenstrandes fallen zu lassen. Die Flucht und die schwere, nasse Kleidung hatten mich meine letzten Kräfte gekostet.

Thorwald landete nahe bei seinen Freunden Max und Thom, die gerade dabei waren, einigen der völlig verwirrten Affenwesen, lautstarke Anweisungen zu geben. Sie sollten die Umgebung absuchen und sichern, da man eventuell mit einem möglichen, neuen Angriff der Konspiranten rechnen musste.

»Sie werden nicht erneut angreifen. Wie dumme Schuljungen, so haben sie uns behandelt und auf schändlichste Art und Weise überrumpelt. Nun sind sie erfolgreich getürmt, und wer weiß schon, in welches Loch sie sich nun wieder verkrochen haben?«, meinte Thorwald verbittert und packte Max dabei fest an die Schulter. Max drehte sich nur um und erwiderte besonnen: »Sie haben Patricia für ihre Seite gewinnen können. Und die anderen Verräter sind wohl auch erheblich stärker, als lediglich die schwächlichen Xermitolistand, die erwartet hatten und dieser einfältige Matze.

Ein Mensch entkam uns, wie schändlich! Wir haben durch deine Fehleinschätzungen nun erhebliche Probleme bekommen, Thorwald. Ohne Jürgen und Mark wird es nicht sehr einfach für uns sein, die alte Ordnung wieder herzustellen.«

Thorwald drückte die Schulter des Druiden unwirsch weg und war sichtlich erbost über die unbotmäßige Bemerkung seines Kameraden. Aber auch Thom drehte sich nun zu Thorwald um und sah ihn fordernd an.

»Dann lasst uns sofort beginnen, die Probleme endlich richtig und nachhaltig aus dieser Welt zu schaffen!«, schrie Thorwald wütend herum und ballte seine rechte Hand wütend zu einer festen Faust. Er war so verärgert, dass man seine Fingerknöchel weiß hervortreten sehen konnte.

Dann hörte man in der Luft ein lautes Kreischen ertönen. Es erinnerte stark an den massiv verstärkten Lärm einer Kreissäge.

Viele der primitiven Affenwesen, die vor der Kaserne an unzähligen Feuern lagerten, hielten sich schützend ihre Ohren zu. Dann fielen sie mit verzerrten Gesichtern auf die Knie, weil das Kreischen in der Luft in ihren Ohren schmerzte. Wenige Augenblicke später waren ihre verkrampften Hände mit Blut verschmiert.

Der Lärm war so penetrant, dass er den Affenkriegern das Blut aus den Ohren fließen ließ. Das Kreischen wurde immer lauter und man konnte schließlich beobachten, wie die Affen wild durcheinander liefen und sich dabei schützend ihren Kopf hielten. Glas zersprang. Als wären sie verrückt, schlugen die Primaten nun gegenseitig auf sich ein und zerstörten dabei ihrer Zelte. Immer lauter und lauter wurde der Lärm, und kurz nachdem die ersten Primaten sterbend auf dem Boden lagen, schien es fast so, als würden die Köpfe der noch lebenden Affen, durch die Schallwellen regelrecht zerplatzen. Einige kopflose Kadaver der sterbenden Affen sanken kraftlos zu Boden und der dunkle Ackerboden vermischte sich erneut mit dem Blut sterbender Krieger.

Die Druiden jedoch, sie betrachteten zufrieden ihr Werk. Der ewig hungrige Max wühlte einige Bonbons, die er in einem der verlassenen Häuser gefunden hatte, aus seiner Tasche, um sie seinen Druiden-Freunden anzubieten. Ihnen konnte der Lärm nichts anhaben, da sie sich wieder mit einem magischen Schirm geschützt hatten. Sie waren es auch, die diesen Lärm überhaupt verursacht haben.

Es dauerte nur wenige Minuten, bis das gesamte Affenheer entweder kopflos oder auf eine andere Weise verendet, auf dem Todesacker verweste.

»Einige dieser falsche Elemente weniger in dieser Welt!«, rief Thorwald zufrieden und Max entgegnete kalt grinsend:

»Sie hatten uns aber noch ganz brauchbare Dienste geleistet. Ich bin überrascht, da ich sie für zu primitiv gehalten habe, überhaupt zu irgend etwas von Nutzen gewesen zu sein.« Er lachte laut auf.

Daraufhin verwandelten sich die drei grausamen Gestalten in drei weiße Tauben, indem sie diese beschwörenden, fast schon gesungenen Worten von sich gaben, wie diese hier:

»Hilf mir schnell,

Du magischer Glaube.

Muss jetzt suchen,

Rasch und geschwind,

Nach diesem Kind.

Werde zur Taube.«

Kaum waren sie in diese Vögel des Friedens verwandelt, flogen sie zu dritt ganz hoch hinaus in den Himmel, um dort sogleich zielstrebig in südliche Richtung aufzubrechen.

Wie die Geschichte fortgesetzt wird, kannst Du im zweiten Teil der Multiversum Fantasy EBook Sage »Xermitolistand« lesen...

Autor: © Alexander Rossa 2019

 

Xermitolistand - Sechstes Kapitel des Multiversum Fantasy Abenteuers

Das sechste Kapitel vom Multiversum Fantasy EBook Roman von Alexander Rossa:

Fünf ältere Männer saßen zu dieser Zeit in einer alten Blockhütte im tiefen Wald, einen alten Holztisch herum. Ein weiterer Mann lag, umgeben von gelbem Licht, in der Mitte dieser Hütte, auf dem harten Boden. Die fünf Männer, die Druiden Thorwald, Max, Jürgen, Mark und Thom, unterhielten sich lautstark. Das war sehr ungewöhnlich bei diesen Männern.

Thorwald schrie unter Verwendung wildester Gestik: »Ich verstehe nicht, wie es passieren konnte, dass Matze und Mira uns entkommen konnten. Sie sind doch nur gewöhnliche, primitive Menschen ohne magische Fähigkeiten, wie wir sie besitzen. Besonders du, Jürgen, hast vollständig und in meinen Augen fast unverzeihlich versagt. Wie konntest du sie nur verlieren?«

Jürgen stand auf, ging zum Fenster und blickte stumm hinaus.

»Was sollen wir mit den Xermitolistand tun?«, fragte Max nüchtern, mit dem Zeigefinger auf den Mann deutend, der uns als Milk bekannt ist.

»Töten natürlich!«, rief Mark, und Thom bemerkte dazu, während er bestätigend nickte: «Töten, ja das scheint mir die richtige Entscheidung zu sein. Schließlich müssen sie doch ohnehin alle sterben, und ganz besonders langsam diese Mira und dieser widerwärtige Matze. Dieses stand von Anfang an doch für uns alle bereits fest.«

Milk begann sich etwas zu bewegen. Er hob nur schwach den Kopf. Thorwald wandte sich ihm zu und hob lässig seinen rechten Zeigefinger, worauf das gelbe Licht zu flackern begann. Milk verzerrte sein Gesicht, als ob er unter Höllenqualen litt. Doch dann sank er ganz plötzlich, als wäre er von einer Keule getroffen worden, zu Boden.

»Wir haben auch den Kontakt zu Patricia verloren. Kürzlich erst habe ich starke magische Energien wahrgenommen. Es wäre nicht vollkommen auszuschließen, dass sich die holde Patricia womöglich gegen uns gestellt hat. Schon damals, seit dieser Geschichte bei der Autobahnraststätte, hatte ich etwas gegen diesen schleimigen Matze. Auch was unsere Patricia anging, so hatte ich da bereits ein sehr ungutes Gefühl. Sie ist für einen Einsatz als Werkzeug, einfach viel zu weich und daher vollkommen ungeeignet.«, meinte Thorwald grimmig und ließ seinen Zeigefinger wieder sinken. Daraufhin erlosch das Flackern des gelben Lichtes schlagartig.

»In diesem Fall könnte Patricia ein Problem für uns alle werden, da sie schließlich aus einem ganzen Bündel uralter magischer Energien entstand und ein umfassendes Wissen um ihre Macht verfügt. Wir können ihre Fähigkeiten nicht einmal nur annähernd einschätzen. Gut jedoch ist, dass sie für den Fortbestand ihrer Existenz uns Druiden benötigt. Sie kann uns nicht so einfach alle töten, will sie selbst leben.«

Nach einer Weile allgemeinen, nachdenklichen Schweigens, meinte Thom: »Wir benötigen einfach mehr Informationen über die aktuelle Lage da draußen, da wir bei einer Schwächung unserer Gemeinschaft sehr wahrscheinlich nicht mehr die notwendige Macht haben, dieses Welten-Chaos zu beenden. Es wäre einfach nicht auszudenken was geschehen würde, wenn der Normalzustand nicht wiederhergestellt werden könnte. Auch für uns wäre das eine Katastrophe.«

»Das sehe ich auch so. Ich schlage deshalb vor, den Xermitolistand die Flucht zu ermöglichen, da sie bestimmt versuchen werden, zu ihrem Menschenfreund Matze zu gelangen. Dadurch werden wir sicherlich auch Patricia aufspüren, um sie wenigstens solange zu einer Kooperation mit uns zu zwingen, bis das Gleichgewicht wieder hergestellt worden ist. Danach erst werden wir sie zerstören und diesen Fehler Patricia für immer und ewig beseitigen. Dabei ist ganz egal, wie wir das umsetzen werden. Bis dahin haben wir genug Zeit, uns mit dem Gedanken ihrer Entsorgung zu befassen.«, meinte der ewig hungrige Max und schenkte sich etwas lauwarmen Kaffee in seinen schmutzigen Blechbecher ein.

»Demnach hätten wir also Patricia, die Xermitolistand und die beiden Menschen gegen uns. Ich bin davon überzeugt, dass dieses ein zu akzeptierendes Risiko für uns ist.«, sagte Thorwald mit nachdenklicher Miene in seinem Gesicht.

»Ja, auch ich denke, wir haben keine andere Wahl. Ich freue mich schon darauf, endlich wieder diesem feisten Matze und dieser Schlampe Mira begegnen zu können, um ihnen zu zeigen, was es bedeutet, einem wahren Druiden so wenig Respekt zu zollen. Ich habe einfach auch das Recht, meinen Fehler zu bereinigen.«, sprach Jürgen und drehte sich dann wieder den anderen Männern zu.

In seinen Augen flackerte eine deutlich erkennbare Wut, die große Wut eines Mannes, der von niederen Menschen empfindlich gedemütigt worden war. Diese einfachen Menschen waren eine Rasse ohne magische Fähigkeiten, die mit gutem Willen, höchstens eine Stufe über den Primaten einzuordnen waren.

Also beschlossen die Druiden, den Xermitolistand die Flucht zu ermöglichen. Thorwald schwächte daraufhin das gelbe Licht erheblich ab, legte sich in eine Ecke des Raumes und täuschte einen tiefen Schlaf vor. Max saß weiterhin an seinem Kaffee, mit dem Rücken zu dem Gefangenen. Mark und Thom verließen die Hütte und spazierten etwas in der Umgebung herum. Jürgen sprach einige alte Sprüche vor sich hin und verwandelte sich daraufhin in einen ansehnlichen Falken. Er postierte lauerte dann auf der Dachspitze der Hütte und wartete gelassen auf die hoffentlich bald flüchtenden Xermitolistand.

Nach einigen Minuten regten sich diese tatsächlich wieder, immer noch in der Form des jungen Mannes. Sie waren noch immer in dem gelben Licht gefangen, das nun allerdings wesentlich schwächer war. Vorsichtig setzte sich Milk auf und fühlte sofort die Schwäche des gelben Lichts. Ohne weiter darüber nachzudenken, nahm er seine altbekannte Kugelform wieder an und begann sofort sehr schnell zu rotieren. Mit einen ohrenbetäubenden Knall durchbrach er kurz darauf die gelbe Schutzhülle und knallte mit großer Kraft gegen die Hüttendecke.

Mit vorgetäuschtem Erschrecken drehte sich Max um und erhob drohend die Arme. Doch da war Milk schon durch das Dachgebälk geschossen und schnitt dem dort wartenden Falken mit dem Namen Jürgen, fast die Schwanzfedern ab. Der Falke hatte dadurch unerwartet große Schwierigkeiten, dem schnell fliehenden Milk zu folgen.

Fast senkrecht stieg Milk auf, um in großer Höhe in Richtung Süden zu fliegen. Wie ein zweiter, ganz kleiner Mond flog Milk über den Nachthimmel, in der Hoffnung und dem guten Glauben, den perfiden Druiden entkommen zu sein. Leider bemerkte er nicht den kleinen, dunklen Schatten hinter sich, der ihm stets folgte. Es war der Schatten des Todes.

Autor: © Alexander Rossa 2019

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Xermitolistand - Fünftes Kapitel des Multiversum Fantasy Abenteuers

Das fünfte Kapitel vom Multiversum Fantasy EBook Roman von Alexander Rossa:

Inzwischen hatten Milk und ich von Thorwald erfahren, dass die Beschädigungen des Damms erfolgreich von den Druiden repariert wurden. Die Löcher waren wieder geschlossen. Jedoch war das Ausmaß der Schäden in dieser Welt erheblich größer, als ursprünglich erwartet. Auch waren weitaus mehr Lebensformen anderer Welten in diese Welt gezogen worden, als von den Druiden zuvor vermutet.

Thorwald sprach davon, dass diese neuen Probleme zwar sehr gravierend, aber wenigstens noch halbwegs überschaubar waren. Man müsse nur lange genug warten, und die natürliche Auslese würde die meisten unerwünschten Lebensformen von ganz alleine auslöschen. Die überlebenden, starken Lebensformen wären dann sehr leicht aufzuspüren und könnten dann systematisch ausgeschaltet werden.

Im Verlauf des gesamten Vortrags von Thorwald wurde mir immer unwohler, da diese Worte unmissverständlich bedeuteten, dass die Druiden planten, alle fremden Lebensformen auf dieser Welt tatsächlich einfach so zu töten und auszulöschen.

Ich fragte naiv in die Runde, ob es nicht doch möglich war, diese Lebewesen wieder in ihre Heimatdimension zu bringen. Jürgen erklärte schmunzelnd, dass dieses nur wieder neue Löcher oder Risse in die Mauer zwischen den parallelen Welten reißen würde. Man stände dann wieder vor dem gleichen Problem, wie zu Anfang dieser ganzen Misere.

Mir wurde diese ganze Sache plötzlich einfach zu viel und sah das Milk, während dem gesamten Gespräch, einen völlig abwesenden Eindruck auf mich gemacht hatte.

Ich wurde mir nun darüber bewusst, dass diese Druiden ihre wahnsinnige Macht zum skrupellosen Vernichten ganzer Massen an Lebewesen einsetzen wollten. Tatsächlich war für sie alles nur ein nettes Spiel, ein willkommener Zeitvertreib, um Magie und Macht. Dieser Druidenzirkel bestand aus den wahren Teufeln dieser Welt und waren um Vieles schlimmer, als dieser alte Zwerg Kir.

Langsam und kaum merklich bewegte sich Milk auf die Holztür zu. Es war für mich ganz offensichtlich, er wollte fliehen, sein eigenes Leben retten, oder es zumindest verteidigen. Jedoch würde eine Flucht vor den mächtigen Druiden schierer Wahnsinn sein, da ihre Macht alles bisher Dagewesene überstieg. Doch Milk wagte es tatsächlich. Er riß die Tür auf und rannte hinaus, wo er sich sofort in seine, mir inzwischen schon vertraute Kugelform verwandelte. Jedoch war Thorwald wieder einmal schneller und schnitt ihm den Weg ab. Die Kugel Milk schoss sofort in den Boden, um sich unter Thorwalds Füßen hindurch zu graben.

Inzwischen war auch ich nach draußen gerannt und sah, wie Thorwald seine knorrigen Hände auf den Boden legte. Nach einigen seltsamen Beschwörungen, spaltete sich grollend der Boden und Thorwald griff einfach nach Milk, der sich inzwischen schon ziemlich weit nach unten gebohrt hatte. Nun wurde ich selbst von hinten kräftig gepackt. Der Druide Jürgen warf mich brutal zu Boden. Wir beide rangen eine Weile miteinander, bis auch er einige beschwörende Worte ausrief. Ich schlug ihm dabei derbe auf seine Nase und trat ihm in seine Weichteile, so dass ich mich schließlich befreien konnte.

Dann rannte ich den Waldweg entlang, bis ich zu dem abgestellten Mercedes kam. Plötzlich leuchteten vor mir die Scheinwerfer auf und die Beifahrertür wurde aufgerissen. Gehetzt blickte ich mich um und sah, wie der Druide Jürgen auf eine gigantische Spinne stieg. Wahrscheinlich war sie das Produkt seines magischen Spruchs zuvor. Dieses acht beinige Ungetüm setzte sich sofort in Bewegung und nahm ohne Verzug die Verfolgung zu mir auf. Mit einem Aufschrei des Entsetzens und der Angst sprang ich in den geöffneten Mercedes, der dann auch sofort anfuhr. Ich blickte auf und sah in die klaren Augen der jungen Mira.

Wir konnten Jürgen auf seiner Höllenspinne mit dem Wagen gut auf Distanz halten, obwohl wir nicht übermäßig schnell voran kamen. Aber der Weg war sehr schmal, was uns von Nutzen war. Ich hoffte aber dennoch, dass wir bald die Straße erreichen würden, um diese beiden grässlichen Verfolger endlich abschütteln zu können. Doch es sollte wieder einmal anders kommen.

Wir sahen plötzlich auf dem Weg vor uns, einen umgestürzten Baum liegen. Mira legte eine Vollbremsung hin, wir rutschten auf dem weichen Waldboden zum Stillstand, und ich sprang sofort aus dem Wagen. Der Baum war nicht sehr groß, aber unerwartet schwer. Ich schaffte es einfach nicht alleine, ihn vom Weg herunter zu bekommen. Doch schon war Mira an meiner Seite, und wir zogen gemeinsam den Baum auf die Seite. Die Anstrengungen waren für uns beide enorm, und wir keuchten beide nach Luft, während wir die großen, behaarten Spinnenbeine um die Biegung tasten sahen. Endlich im Wagen wieder angekommen, hatte der fiese Druide uns schon fast erreicht.

Mira fuhr sofort an, während ich sorgenvoll zurückblickte und beobachtete, wie die Riesenspinne mit einem ihrer tastenden Beine auf unseren Kofferraum trat. Dabei verursachte sie ein lautes, kratzendes Geräusch, das Mira aufschreien ließ. Das Auto sackte durch das Gewicht des Untiers am Heck nach unten, und Mira schrie erneut hysterisch auf. Sie gab plötzlich Vollgas, die Reifen drehten auf dem feuchten Boden durch. Dann gab es einen starken Ruck, und wir schossen halsbrecherisch den schmalen Weg entlang. Die Spinne jedoch, sie hatte durch diese gewagte Aktion ihren Halt verloren und kam ins Wanken. Ich konnte noch beobachten, wie der Druide Jürgen schreiend, immer wieder auf sie einschlug, bis dieses makabere Szenario von der Dunkelheit der Nacht geschluckt wurde.

Wir erreichten schließlich die Straße und beschleunigten in Richtung Süden, um in die große Stadt zu gelangen, die Milk und ich einst gemieden hatten. Nach einiger Zeit ohne Verfolger waren wir uns sicher, dass wir den Druiden mit seiner Spinne abgehängt hatten. Der Schreck lag uns beiden aber immer noch sehr in unseren Knochen. Wir konnte es kaum fassen, dass wir diese alten Druiden früher einmal »unsere Freunde« genannt hatten. Die Straße fanden wir zum Glück nur wenig versperrt vor, und kamen relativ gut voran. Ich war in tiefen Gedanken um meinen Freund Milk und wünschte ihm sehr, dass auch ihm seine Flucht geglückt war. Thorwald hätte ihn ansonsten bestimmt unverzüglich getötet. Ja, ohne zu zögern würde Thorwald ein ganzes Volk vernichten, da war ich mir inzwischen sicher.

Während Mira sich auf die schmutzige Straße konzentrierte, blickte ich stumpfsinnig aus dem Fenster, da ich nicht einmal annähernd wusste, wie nun alles weitergehen sollte. Würden wir jemals wieder normale Zustände vorfinden?

Ich wusste es nicht und war mir sicher, dass auch die kesse Mira darauf keine Antwort hatte. Ich gab ihr einige Anweisungen, da ich den Weg zur Stadt besser kannte, als sie.

Nach langer Fahrt hielten wir an einem großen Haus, da wir nach brauchbaren Gegenständen für uns suchen wollten. Auch hing meine ganze Kleidung fast in Fetzen an mir herunter. Ganz unbehaglich wurde mir, als mir schließlich bewusst wurde, dass wir beide noch immer unbewaffnet waren. In dieser Gegend wimmelte es nahezu von fremden Wesenheiten. Ohne Waffen waren wir denen völlig hilflos ausgeliefert.

Wir stiegen aus und begaben uns, über die Gartenwiese hinweg, zur Eingangstür. Sie war fest verschlossen. Ich öffnete sie mit einem gewaltigen Fußtritt, so dass sie krachend gegen die Wand schlug. Während Mira das Erdgeschoss durchsuchte, in dem sich Küche, Wohnzimmer, Bad und Esszimmer befanden, durchsuchte ich die Schlafzimmer im Obergeschoss und den Dachboden. Außer einige Küchenmesser, fanden wir keine Waffen. So war das eben in Deutschland. Hier hatten die Menschen keine Waffen. Sie waren einfach nicht erlaubt.

Wären wir in den Vereinigten Staaten gewesen, würden wir nicht vor so einem Problem gestanden haben. Was ich früher für gut und wünschenswert empfunden hatte, empfand ich heute als eine Art Fluch. So hatte sich inzwischen alles geändert. Jedoch konnten wir uns beide wenigstens neu einkleiden und erbeuteten auch genügend Essbares in Konserven. Auch einige volle Bierdosen hatte ich gefunden, was meine Laune wesentlich verbesserte. Unsere neue Kleidung leider etwas zu groß, aber sie schien ziemlich robust zu sein. Auch fand ich einen schwarzen Anzug in einem der Schränke, musste aber dann lachen, als ich daran dachte, wie die Affenmenschen oder diese kriegerischen Zyklanden staunen würden, wenn ich in einem schwarzen Anzug mit Krawatte vor ihnen stehen würde. Man konnte deutlich hören, wie Mira unsere Beute im Fahrzeug verstaute.

Eilig begab ich mich zu ihr, um ihr zu helfen, damit wir schleunigst weiterfahren konnten. Im fahrenden Auto fühlten wir uns am sichersten. Gerade als wir die Türen des Mercedes wieder geschlossen hatten, tauchten einige der bekannten Zyklandenkrieger auf und verteilten sich um den Wagen herum.

Mira startete den Wagen sofort, als einer der Krieger ihr Seitenfenster einschlug und sie mit einem beeindruckenden Breitschwert bedrohte. Wow, war das eine beeindruckende Waffe, die er da durch das Fenster geschoben hatte. Die Klinge war riesige und aus robustem Metall, dazu reich verziert.

Sie schien rasierklingenscharf und dazu einige satte Kilogramm schwer zu sein. Ein Kampf gegen diese Recken war ohne Waffen vollkommen aussichtslos, so dass wir demütig ausstiegen und uns ohne Gegenwehr an unseren Armen fesseln ließen. Die Krieger schulterten uns und beluden sich auch mit unserer Beute, bevor sie in unerwartet hoher Geschwindigkeit in Richtung Südwest aufbrachen, um schließlich zu einem nahegelegenen Waldgebiet zu kommen.

Im Wald bewegten sie sich sehr geschickt, und ich erinnerte mich an meine Flucht aus dem Lager der Zyklanden. Mit der Zeit verlor ich wieder einmal die Orientierung, obwohl der frische Morgen bereits dämmerte. Leider konnte ich keinerlei Orientierungspunkte finden, was wohl auch daran lag, dass wir nur sehr unsanft getragen wurden.

Nach einiger Zeit verlangsamten die Krieger ihre Geschwindigkeit und hielten kurz darauf an. Einer von ihnen, er war wohl der Anführer, schlich alleine in einen dichten Tannenwald hinein, um wenige Augenblicke später mit einem anderen Krieger wieder zurückzukehren. Man wechselte einige dieser fremdartigen Zyklandenworte.

Dann begab sich die ganze Gruppe mit unseren Sachen und uns auf den Schultern, in den Tannenwald hinein. Die Äste der Nadelbäume zerkratzen mir das Gesicht. Auch Mira schrie inzwischen immer wieder auf, so dass ich annehmen konnte, daß es ihr ähnlich ging. Die kleine Gruppe näherte sich einer Lichtung, auf der man einige Lagerfeuer glimmen sehen konnte. Dort angekommen, wurden wir unsanft auf den Boden geworfen.

Eine mir sehr bekannte Stimme rief: »Los, bindet ihnen die Fesseln ab!«

Die Krieger befreiten mich daraufhin unverzüglich von den Fesseln. Ich drehte mich um und sah in das Fratzen artige Gesicht von Kir, der mich unerwarteter weise anlächelte. Dabei war ich mir nicht sicher, ob ich sein Lächeln oder sein Grimmen hatte besser finden sollen. Doch ich erkannte immerhin die offene Geste. Er streckte die alte Hand zu mir aus, um mir auf meine wackeligen Beine zu helfen. Ich schreckte jedoch verständlicherweise zurück, da ich mich noch sehr gut an die Schmerzen seiner Nadelblitze in meiner Hand erinnern konnte und stand somit lieber selbst auf.

Inzwischen war auch Mira wieder auf die Beine gekommen und ich stellte brummend vor: »Mira, dieser Zwerg ist Kir, der miese Boss dieser hässlichen Monstertruppe hier, die sich selbst Zyklanden nennen.«

Mira blickte mich nur ein wenig ängstlich an und wäre wohl lieber in Ohnmacht gefallen. Ich spürte dann, wie sich eine kleine Hand auf meine Schulter legte und drehte mich erschreckt um. Nun jedoch, wäre ich jedoch fast ohnmächtig geworden, denn hinter mir stand eine wunderschöne, blonde Frau mit katzenartigen Augen, die eine faszinierende Magie ausstrahlten. Es war meine geliebte Patricia.

Wir umarmten und küssten uns leidenschaftlich, während Kir die noch immer scheue Mira, an eines der Feuer einlud, um etwas zu essen. Patricia und ich gesellten uns ein wenig später dazu und erzählten einander unsere Erlebnisse.

Nachdem wir alle unseren Erzählungen beendet hatten, schwiegen wir betroffen, und bei Mira konnte man kleine Tränen in den Augen blitzen sehen. Kir stand auf und ging, ohne ein Wort zu sagen, ein kleines Stück in den Wald hinein. Er wollte wohl ein wenig alleine sein, da die neuen Nachrichten für seine Krieger und ihn entweder den Tod oder die ewige Verbannung bedeuteten. Verbannung in dieser für ihn so grausamen und fremden Welt war für ihn schlimmer, als der Tod.

Zudem war er sich darüber klar, dass er diese Tatsache wohl bald seinen Männern mitteilen musste. Eine wahrlich nicht einfache Aufgabe, selbst für einen so großen Kriegsherrn und Magier, wie er es war. Schließlich waren ihm diese furchtlosen und tapferen Männer immer treu ergeben gewesen. Es waren letztlich Kameraden, auch wenn sie meistens nur das Leiden und den Tod als gemeinsame Konstante, stets um sich herum hatten.

»Ich hatte schon gedacht, dich niemals wiederzusehen.«, meinte ich unterdessen zu Patricia. Doch auch sie schien sehr betroffen zu sein, da sie sich nun zwischen den Feuern der Welten und der Druiden sah. Sie musste sich entscheiden, welcher Welt sie dienen wollte. Würde sie den Druiden zur Seite stehen, war es ihre Aufgabe, alle hier im Lager, auf der Stelle zu töten. Immerhin waren die Druiden ihre Erschaffer. Sie war das Werk Thorwalds, der sie erschuf, um ihm treu zu dienen. Konnte sie einfach ihren Herrn verraten? Sie bedachte allerdings auch, dass man sie ursprünglich dazu erschaffen hatte, um Leben zu retten und Gutes zu tun. Doch die Druiden folgten nicht mehr diesem Weg. Ihre schier grenzenlose Macht hatte sie korrumpiert und ihren Anstand verdorben. Würde sie sich jedoch gegen die Druiden stellen und dabei helfen, die Welten von diesen gewissenlosen Bestien zu befreien, so musste sie mit dem Tod des letzten Druiden rechnen, selbst auch zu sterben.

Dieses war die uralte Bedingung jener Magie, mit der sie erschaffen wurde. Sie konnte nur weiter bestehen, wenn sie einen der mächtigen Druiden überleben ließ, um von ihm ihre Lebensenergie zu ziehen. Es konnte auch nur die Lebensenergie sein, die eine Beziehung zu dieser Welt hatte, in der sie erschaffen wurde. Daher half es ihr auch nicht, daß Kir ihr angeboten hatte, nach dem Tod des letzten Druiden, etwas von seiner Kraft zu überlassen. Er stammte nicht aus dieser Welt.

Es war ein wirklich trauriger Morgen, an dem niemand von uns sehr viel sprach. Auch drangen nur ganz vereinzelt feine Sonnenstrahlen durch den dichten Nadelwald, so dass es überall auch noch frustrierend kühl und düster war.

Es war erst gegen Mittag, als sich Patricia, Kir, Mira und ich wieder an das kleine Feuer setzten. Wir besprachen unsere jeweiligen Positionen und planten gemeinsam unser weiteres Vorgehen. Patricia hatte sich entschieden und teilte uns mit, dass sie sich unserer Seite anschließen wollte. Sie meinte, dass sie eine neue Gemeinschaft bilden sollten, um den bösartigen Druiden wenigstens ein wenig entgegensetzen zu können. Man sollte versuchen, möglichst viele dieser fremden Lebensformen, mit ihren jeweiligen Stärken und Fähigkeiten, in dieser Gemeinschaft zu vereinen. Es ging schließlich um das nackte Überleben aller Gestrandeten auf dieser Welt.

Kir zögerte etwas und schien uns nicht richtig vertrauen zu wollen. Zu fremd war diese Welt und seine Wesen für ihn. Ich erzählte ihm von vielen einzelnen Pfeilen, die man einzeln leicht zerbrechen konnte. Doch bündelte man sie, so war es selbst einem starken Krieger nicht möglich, diesen Bund zu brechen. Er kannte diese Geschichte noch nicht, nickte doch zustimmend. Patricias Ansicht teilten wir dann doch schließlich alle, und Kir meinte dazu ergänzend, dass man ebenso versuchen sollte, die einzelnen Magien und Rituale der verschiedenen Völker zu vereinen, um daraus eine große machtvolle zu erhalten. So glaubte er, habe man zumindest eine winzige Möglichkeit, diese Gruppe der Druiden vielleicht doch zu besiegen. Eventuell konnte man auf diese Weise sogar den alten Zustand wieder herzustellen. Eine neue Gruppe Magier in dieser Welt zu erschaffen, um damit das Überleben von Patricia zu sicherzustellen, wäre eine denkbare Option. So einen magischen Bund konnte man zudem auch dazu einsetzen, um eine neues und geschütztes Gleichgewicht herzustellen.

Da man aber auch ständig mit feindseligen und primitiven Lebensformen rechnen konnte, blieb es für ihn unerlässlich, ein neues, großes Schutzheer aus den besten und mutigsten Kriegern aufzubauen. Die jeweiligen Anführer der verschiedenen Lebensformen, sie sollten den führenden Stab dieses neuen Heeres bilden und dabei alle die gleiche, paritätische Stimmberechtigung erhalten. Mira und ich sollten als Vertreter dieser Welt, ebenso dem Stab angehören.

Das war typisch für diesen Kir. Sofort dachte er an den Aufbau neuer Machtstrukturen, während die alte nicht einmal besiegt war. Allerdings war mir auch klar, dass es Regeln und Führung in dieser Welt gegen musste, wollte man ein lebenswertes Leben für alle sicherstellen. Alle waren daher mit Kirs Plänen zunächst einverstanden und gaben ganz besonders auch Patricia Recht. Sie befand sich in einer sehr üblen Lage, und wir nahmen alle die Größe des Opfers wahr, das sie für uns zu geben bereit war.

Doch die Druiden wurden immer stärker und planten bereits unsere Vernichtung, wie wir auch ihre Vernichtung planten. Daher beschlossen wir nicht länger zu warten, sondern gleich zu handeln. Kir informierte die Zyklanden über unsere grünen Beschlüsse und gab dem neu gegründeten Stab die Befehlsgewalt über die kläglichen Reste, des einst so gewaltigen Heers.

Wir blieben allerdings noch einige Tage in diesem düsteren Wald, um uns mit möglichste vielen Vorräten einzudecken, uns dabei zu stärken und um uns gegenseitig besser kennenzulernen. Glücklicherweise hatte man uns in diesem Wald offenbar nicht vermutet, so daß wir nicht von den Druiden oder anderen Feinden angegriffen wurden. Viele der schwachen und verletzten Zyklandenkrieger konnte sich daher ganz gut erholen.

Oft dachte ich in dieser Zeit an meinen Freund Milk und hoffte, dass ihn die Druiden nicht gefangen hatten. Sie hätten ihn sicherlich sofort getötet. Auch war ich natürlich viel Zeit mit Patricia zusammen. Wir unterhielten uns viel, vermieden es aber peinlichst, Zukunftspläne für uns zu schmieden. In dieser Zeit im Wäldchen vergaßen wir einfach für immer wieder kleine Augenblicke unsere schlechte Situation und genossen dabei diese kurzen Zeiten sehr. So geschah es, dass wir uns auch körperlich ein wenig näher kamen. Wir genossen die Nähe und küssten uns im Schatten der Bäume immer wieder. Dabei kam es immer wieder auch vor, dass wir uns gegenseitig streichelten und ich ihre festen Brüste zärtlich befühlte. Doch obwohl uns beide die Lust aufeinander immer wieder fest im Griff hatte, siegte doch stets die Vernunft, sich im Schatten dieser Krieger nicht mehr zu geben.

Eines Tages kam es dann zu einem unerwartet schnellen Aufbruch des Heeres. Wir mussten Ausschau nach weiteren Verbündeten halten. Sicher war das keine leichte Aufgabe, und sie steckte voller gemeiner Gefahren. Die Zeit war jedoch gegen uns, und wir alle fühlten das zunehmend.

Am Abend vor unserem Aufbruch entsandte der kriegserfahrene Kir in alle Richtungen erfahrene Späher, die am nächsten Morgen wohlbehalten wieder im Lager eintrafen und uns berichteten. Nur einer von ihnen hatte in südwestlicher Richtung für uns interessante Lebensformen entdecken können, die unsere Auswahlkriterien zu erfüllen schienen. Ein weiterer Späher berichtete auch von der blutigen Spur des Affenheers, das sich offenbar in Richtung Osten bewegt hatte.

Kurze Zeit später brach dann auch unser kleines Heer, aus immerhin etwa einhundert Zyklandenkriegern, Kir, Mira, Patricia und mir, nach Richtung Südwesten auf.

Nach einem halben Tagesmarsch trafen wir auch auf die uns gemeldeten Lebensformen. Es waren etwa zehn Humanoide, die sich jedoch sowohl auf vier Beinen, als auch auf zwei Beinen fortbewegten. So konnten sie mit allen vier Extremitäten zugreifen und arbeiten. Sie waren dadurch sehr wendig und schnell und sahen dabei fast so aus, wie wilde Menschen mit einem besonders großen Hinterkopf. Die seltsam anmutende Gruppe war mit kleinen Schwertern, als auch mit Pfeil und Bogen ausgestattet.

Vorsichtig umzingelten wir sie, ohne dass sie uns zu bemerkten. Zumindest glaubten wir das. Wir beschlossen das ich, als ebenfalls humanoides Wesen, zusammen mit Kir, zunächst allein mit ihnen in Kontakt treten und verhandeln sollten. Wir beide betraten daraufhin die Lichtung, auf der diese Wesen ganz offensichtlich ihr Lager aufgeschlagen hatten.

Unser Erscheinen verwunderte die Wesen zu unserem Erstaunen kaum. Nur drei von ihnen brachen ihre Aktivitäten ab und kamen auf ohne Furcht uns zu. Wir waren unbewaffnet und hatten kleine Geschenke mitgebracht, die wir ihnen mit freundlichen Mienen anboten. Wie ich schon erwähnt hatte, war Kirs freundliche Miene dabei unser größtes Problem, da sie zum Fürchten war. Die Fremden nahmen uns unsere Geschenke interessiert ab und unterhielten sich in einer, mir tatsächlich noch halbwegs verständlichen Sprache. Ihre Worte klangen wie tiefstes Niederdeutsch aus dem süddeutschen Raum, jedoch mit vielen eingeflochtenen Zischlauten. Sie waren sich offensichtlich nicht ganz sicher, was sie mit unseren Geschenken anfangen sollten.

Ich begrüßte sie auf Hochdeutsch und meinte, dass wir in friedlicher Absicht kamen und dringend mit ihrem Anführer sprechen wollten. Verwundert blickten sie mich an. Doch sie schienen mich verstanden zu haben, da sie uns mit einem Lächeln im Gesicht mitteilten, dass es mit unserer friedlichen Absicht nicht so ganz glaubhaft für war, da man die vielen bewaffneten Krieger in der umliegenden Landschaft längst bemerkt hatte. Wir erklärten, dass dies nur eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen war, da man in dieser Welt bisher allerlei schlechte Erfahrungen gemacht hatte.

Kir erzählte ihnen von den Affenkriegern, und ganz plötzlich konnte man in den Gesichtern dieser merkwürdigen Wesen eine starke Erregung aufkommen sehen. Sie baten uns an ihre Feuerstelle, und wir nahmen ihr Angebot natürlich sofort dankend an. Da wir kaum mehr an eine akute Gefahr glaubten, ließen wir unser kleines Heer kreisförmig um das Lager der Fremden rasten. Patricia und Mira setzten sich zu uns an das Feuer, und wir fragten diese Wesen immer wieder nach einem Anführer. Auch erkundigten wir uns bei ihnen darüber, wie viele von diesen Kreaturen es noch in diese Welt verschlagen hatte. Daraufhin griff eines der eigentlich friedfertig aussehenden Wesen in einer irrsinnigen Geschwindigkeit zu seinem Bogen, setzte einen langen Pfeil an und entzündete ihn an dem Feuer vor uns. Kir wollte schon abwehrend aufspringen, doch ich hielt ihn zurück. Auch die fremdartigen Wesen beschwichtigten uns zur Ruhe und beteuerten Kir, dass man ihn nicht angreifen wollte. Der Bogen wurde mit knarrendem Geräusch gespannt, und der Pfeil wurde surrend hoch in die Luft geschossen.

Nur wenige Augenblick später war unser gesamtes Heer von mindestens fünfhundert dieser Kreaturen umzingelt. Viele von ihnen ritten Pferde ähnliche Geschöpfe, die mit einem ungewöhnlich kräftigen Körper und langen Hinterbeinen ausgestattet waren. Diese ermöglichten es ihnen, enorme kraftvolle Sprünge zu vollbringen. Allerdings sahen sie auch sehr komisch aus, da sie große, befellte Schlappohren an der Seite hängen hatte, die ihnen die Anmut von Riesenkaninchen verliehen.

Gerade als die ersten Zyklandenkrieger in wilder Panik zu ihren Waffen greifen wollten, gab Kir schreiend den Befehl, die Waffen stecken zu lassen. Daraufhin sonderte sich eine kleine Gruppe von Reitern ab und ritt langsam auf uns zu. Nein, wollte ich auch hier ehrlich sein, so war es mehr das Hoppeln riesiger Kaninchen, mit dem sie auf uns zu kamen. Bei uns angekommen, stiegen zwei dieser Wesen von ihren schlappohrigen Reittieren ab und gesellten sich zu uns, an das gemeinsame Feuer. Nachdem wir uns gegenseitig ausgiebig gemustert und anerkennend zugenickt hatten, setzten wir uns alle wieder auf den Boden, und es wurde noch einmal deutlich unsere friedliche Absicht betont. Man erklärte uns, dass wir es hier mit einer kleinen Gruppe des Volkes der Uhi zu tun hatten, die nur ein Teil einer friedlichen Truppenverlegung gewesen waren, als sie sich plötzlich hier, in dieser fremden Welt, wiederfanden.

Vor einigen Tagen hatten sie noch weitere Gruppen ihres Volkes gefunden, nur einige Bauern mit ihren schutzlosen Familien. Leider waren alle kaltblütig getötet worden. Bei ihren Mördern handelte es sich um eine affenähnliche und brutale Rasse, die gewissenlos über die wehrlosen Bauern hergefallen waren. Dieses konnte man aber auch nur anhand einiger zurückgelassener Leichen der Affen mutmaßen, da es keinerlei Überlebende dieser Angriffe gab.

Einige Spähtrupps berichteten zudem von einem gewaltigen Schlachtfeld in der unmittelbaren Nähe und vielen hässlichen, marodierenden Lebewesen, die gierig über die faulenden und inzwischen erbärmlich stinkenden Kadaver hergefallen waren.

Nachdem die Abgesandten der Uhi gesprochen hatten, erzählten wir unsere Geschichte, sowie alle Einzelheiten über unsere Mission. Dabei sahen wir, wie sich die Gesichter der Fremden zunehmend verfinsterten.

»Ich bin Uhibada und Anführer dieser Uhigruppe. Was ihr uns erzählt habt, stimmt mich sehr traurig. Es lässt die Möglichkeit, irgendwann wieder in unsere eigene Welt zu kommen, nahezu in Rauch aufgehen. Auch erscheint mir die Möglichkeit hier zu überleben, sehr gering, da diese schrecklichen Druiden offenbar sehr starke und erbarmungslose Ungeheuer sind. Eure Berichte sind sehr entmutigend, aber auch sehr ehrlich, und dafür danke ich euch.«, sagte ein sehr unscheinbar und fast schon etwas dümmlich wirkender Uhi in seinem eigenartigen Dialekt zu uns. Niemals hätte ich auch im Traum nur daran gedacht, dass gerade dieser unscheinbare Uhi der Anführer dieser Gruppe sei. Er hinterließ auf mich einen fast untersetzten Eindruck und war seinem Aussehen nach, der offenbar jüngste Uhi der Gruppe.

»Doch, ich glaube es gibt sehr wohl eine Möglichkeit, wieder in unsere Heimatwelten zurückzukehren. Der Druide, der sich selbst Thorwald nennt, besitzt ein kleines Notizbüchlein, in dem der machtvolle Zauber, der uns alle hierher gebracht und verbannt hat, aufgezeichnet ist. Auch war Mira bei dem Ritual anwesend gewesen und könnte uns vielleicht dabei hilfreich zur Hand gehen, diesen Zauber rückgängig zu machen.

Schwierig wird es nur sein, an Thorwalds Buch heranzukommen. Aber es ist wenigstens eine kleine Chance für uns und unsere Zukunft.«, meinte ich energisch, und alle sahen mich erstaunt an.

»Richtig, du hast recht Matze! Ich war bei dem Ritual ebenso dabei und bin sogar ein wichtiger Bestandteil von ihm.«, rief Patricia dazwischen.

Es ging ein leises Raunen durch die Gruppe am Feuer.

»Wir werden uns beraten und euch unsere Entscheidung mitteilen. Bis dahin lade ich euch ein, unsere Gäste zu sein. Zwar leben wir hier auch nur in aller Bescheidenheit. Aber was uns gehört, soll auch euch gehören, solange ihr unsere Gäste seid.«, sagte Uhibada, und wir nahmen dieses Angebot dankend an.

Es wurde uns reichlich Fleisch und ein Wein ähnliches Getränk angeboten, während einige der Uhikrieger uns ihre beeindruckenden Kampfkünste demonstrierten. Wir betrachteten dieses Schauspiel mit großer Bewunderung, da die Uhi einfach meisterliche Bogenschützen waren. Auch im Zweikampf erwiesen sie sich, als erstaunlich wendig und konnten auch sehr gut mit Axt und Breitschwert umgehen. Sehr interessant war jedoch ihre Fähigkeit, in bestimmten Situationen, eine besondere Art Schutzschild um sich herum aufzubauen, dass jedoch nur immer nur kurz stabil blieb und dabei leider auch den Kriegern einiges an Kraft kostete. Genau diese Fähigkeit erklärte aber auch, warum die Uhikrieger den Pfeil und Bogen als ihre Hauptwaffe einsetzten, da so ein Pfeil meistens sein Ziel unerwartet traf und sie damit den Schutzschild des Feindes umgehen konnten. Auch setzten sie verschiedene, scheinbar sehr effektive Pfeilgifte ein. Eines dieser Gifte lähmte sein Opfer für einige Stunden, ein anderes Gift tötet selbst nach einem leichten Streifschuss, in nur wenigen Sekunden. Ebenso waren die Sinnesorgane der Uhi erheblich empfindlicher angelegt, als bei den Menschen oder den Zyklanden. Daher war man bei unserer ersten Begegnung nicht sonderlich über unser Auftauchen überrascht, da man unser laienhaftes Anschleichen längst bemerkt hatte.

Wir erfuhren, dass ihre ungewöhnlichen Reittiere bis zu zehn Meter weit springen konnten und eine sehr stabile Haut besaßen, die von einem starken Pfeil lediglich nur oberflächlich angekratzt werden konnte.

Eine große Schwäche der Uhi jedoch war, dass diese Wesen fast überhaupt keinen Geruchssinn besaßen und ihre Küche aus diesem Grund grauenhaft zusammengestellt war und sehr fade schmeckte. Wir mussten uns sehr bemühen, uns diesen Makel nicht anmerken zulassen.

Nach einiger Zeit gesellte sich Uhibada wieder zu uns und informierte uns darüber, dass die Uhi sich beraten hatten und sich uns anschließen wollten. Schließlich hatte man kaum eine andere Wahl, auf dieser Welt und unter den Druiden bestehen zu können.

Diese Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch das gesamte kleine Heer, und überall konnte man deutlich die Erleichterung spüren und auch immer wieder lautstark hören. So verbrachten wir schließlich den restlichen Tag und die folgende Nacht friedlich zusammen, an unseren kleinen Feuern.

Es wurden gemischte Wachen aufgestellt, doch es blieb, bis auf einen einzigen unbedeutenden Zwischenfall mit einem kleinen Raubtier, ruhig. Dieses Raubtier hatte eine Wache ziemlich wütend angefallen und ein paar üble Fleischwunden zugefügt. Das Tier wurde mit einem gezielten Pfeilschuss jedoch lediglich nur gelähmt und sollte in den ersten Stunden des neuen Tages geschlachtet werden. Der angefallene Zyklandenkrieger starb allerdings nach einigen Stunden, an seinen schweren Verletzungen.

Der neue Tag brach heran und ein lauter Schrei drang durch das noch immer sehr verschlafene Lager.

In dem Käfig, in dem dieses wütende Tier gefangengehalten wurde, lag ein toter Uhikrieger, der an der gleichen Stelle eine Pfeilverletzung aufwies, wie man dem gefangenen Tier zugefügt hatte. Es wurde auch festgestellt, dass der Uhi an einer beträchtlichen Menge des gleichen Pfeilgiftes gestorben war. Uhibada ließ die ganze Umgebung absuchen, da er an eine hässliche Magie glaubte, dessen Ursprung im Lager, oder ganz in der Nähe zu suchen war. Zwischenzeitlich hatten die Zyklanden anstandslos die gesamte Lagerbewachung übernommen. Allerdings blieb die Suche nach dem Mörder ergebnislos, und das Heer rüstete sich schon bald wieder zum Aufbruch, einem Aufbruch in eine ungewisse Zukunft.

Gegen Mittag schließlich war es dann so weit. Dieses seltsam anmutende Heer zog weiter nach Richtung Südwesten. Aus einigen Dörfern erbeuteten sie eine ansehnliche Menge brauchbaren Materials, wie Lebensmittel in Dosen, Benzin, Eisen, Haushaltsgegenstände, aber auch einige Waffen, die man aus einem Waffenladen geplündert hatte. Erst wollten die wilden Zyklanden an diesem Geschäft vorbeiziehen, ohne es weiter zu beachten. Als ich ihnen jedoch erklärte, dass dieses alles sehr brauchbare und wirkungsvolle Waffen waren, und ich ihnen dann noch demonstrierte, wie man die vielen Pistolen und Gewehre einsetzte, waren sie gleich mächtig interessiert. Nachdem einige von ihnen mit den Waffen ausgestattet waren, ließen sie sich ein wenig von mir einweisen. Danach stopften sie sich Munition in ihre Taschen und behangen sich mit den modernen Waffen der Menschen. Auch Mira und ich taten es ihnen sofort nach und fühlten uns dann, mit den Waffen in der Hand, schon erheblich sicherer.

Ich dachte darüber nach, vielleicht eine Kaserne oder etwas Militärisches in der Umgebung zu finden. Denn dort würden sicher bessere Waffen zu finden sein.

Gegen Abend kam es wieder zu einem Zwischenfall, der dem Ereignis des Vortages sehr ähnelte. Ein Geschöpf, welches einem Tiger ähnelte, fiel wieder einen der Zyklandenkrieger an und tötete ihn. Dieses Geschöpf wurde nun jedoch einfangen, gebunden und in einen tragbaren Käfig gesperrt. Bei dieser merkwürdigen Aktion wurden auch zwei Uhikrieger leicht verletzt. Nur die ausgeprägte Wendigkeit dieser Krieger ließ es jedoch zu, dass dieses aggressive und flinke Geschöpf überhaupt eingefangen werden konnte. Um eine weitere Flucht zu vermeiden, ließ Uhibada den Käfig zusätzlich durch erfahrene Männer bewachen. Er hoffte natürlich auch, dass es uns durch dieses Vorgehen vielleicht gelingen würde, die fremde Magie zu entlarven, die er hinter dieser Sache vermutete.

Es dauerte auch überhaupt nicht lange, bis wir dazu eine Gelegenheit bekamen. Doch dieser wären wir besser aus dem Weg gegangen. Wir konnten heimlich beobachten, wie sich aus dem seltsamen Raubtier ganz langsam ein Uhikrieger formte. In dieser gefesselten Form, sah dieser ziemlich bemitleidenswert aus. Kir riet jedoch gleich ab, ihn sofort von den Schnüren zu befreien und wollte ihn lieber vorher eingehend verhören, um vielleicht etwas über den Mittelpunkt dieser Magie heraus zu bekommen.

Doch das Befragen des Kriegers blieb erfolglos. Der Uhikrieger schwieg beharrlich. Uhibada gefiel es gar nicht, dass einer seiner Krieger gefangen gehalten wurde, wie ein wildes Tier. Er war sehr geneigt, ihn wenigstens aus dem Käfig zu befreien. Doch er wusste auch, dass einer von Kirs Kriegern durch diesen Uhikrieger sterben mußte. Das alles war für das frische Bündnis nicht gerade förderlich, und so beugte er sich widerstrebend der Entscheidung, den gefesselten Uhi noch etwas im Käfig zu belassen. So hatte man Gelegenheit, ihn weiterhin eindringlich zu verhören und auch zu beobachten.

Auch Patricia meinte, dass es unter den gegebenen Umständen wichtig war, den Ursprung dieser Magie zu erforschen, um sie vielleicht für unsere Zwecke und gegen die Druiden einsetzen zu können. Vielleicht wollte man sogar ganz bewusst mit dieser Magie einen Keil in das frische Bündnis treiben. Mira und ich sahen das genauso, wie Patricia und stimmten ebenfalls einem längeren Verhör und einer längeren Beobachtung zu.

Bei Einbruch der Dämmerung schlug unser Heer sein Nachtlager auf. Schon bald sah man überall in der Umgebung Zyklanden und Uhikrieger an ihren Rauch armen Feuern sitzen und müde in die Glut starren. Ich dachte darüber nach, an was diese Wesen jetzt wohl gerade dachten und ob sie von ihrer Heimat und ihren Familien träumten, die sie vielleicht niemals wiedersehen sollten.

Kir und Uhibada waren die ganze Zeit über damit beschäftigt, unseren Rätsel umwobenen Uhikrieger weiter zu vernehmen. Doch dieser brachte kein einziges Wort über seine harten Lippen. Aber die beiden erfahrenen Kriegsherren bemerkten, dass mit diesem Krieger etwas nicht stimmte, da der Uhi einen unnatürlichen kühlen Blick besaß, vergleichbar mit dem Blick eines Reptils. Schließlich stimmte Uhibada endlich zu, dass Kir den Krieger mit seiner Magie zum Reden bringen sollte. Kir wusste aber zu gut, dass Uhibada sich nur dazu entschieden hatte zuzustimmen, da er testen wollte, ob der kleine Zwerg Kir tatsächlich eine eigene Magie beherrschte und so mächtig war, wie er angab. Uhibada wollte wissen, mit wem er sich verbündet hatte und dieses konnte man ihm wirklich nicht übel nehmen.

Kir murmelte nur ein paar Worte, hob seine Arme theatralisch in die Luft, und es schossen sofort wieder diese feinen, hellen Lichtblitze aus seinen Fingerspitzen. Diese stoben sogleich auf den ominösen Krieger zu. Die spitzen Blitze drangen, wie damals auch schon bei mir, direkt in die Haut der Arme ein und wanderten langsam zwischen dem Fettgewebe und der Haut entlang. Dabei rotierten sie heftig, und der Uhikrieger schrie dabei ganz entsetzlich. Es verging nur wenig Zeit, bis der Leidende auf dem Boden lag und sich unter seinen tobenden Schmerzen wand.

Da zog Kir die grellen Blitze wieder zurück, und die Wunden an den Armen verheilten ebenso schnell wieder, wie früher bei mir.

Uhibada sah diesem Schauspiel mit staunendem Gesicht zu und ließ Kir jedoch anstandslos gewähren.

»Willst du jetzt endlich reden?«, fragte Kir den Übeltäter. Doch dieser gab nur ein ängstliches Wimmern von sich. Kir ließ sich daraufhin einen Eimer mit kaltem Wasser bringen und schüttete diesen dem Uhikrieger mitten in sein Gesicht. Daraufhin fragte er noch einmal. Doch der Krieger schwieg. Kir dachte eine Weile angestrengt nach und gab dann den Befehl, den Mann endlich frei zu lassen.

Wenige Augenblicke später saß dieser dann, vor Nässe und Angst zitternd, in Freiheit vor ihm. Doch auch ein weiteres Fragen in Freiheit blieb erfolglos, so dass Kir und Uhibada das Zelt vorerst verließen, um sich über ihr weiteres Vorgehen zu beraten.

Das Zelt mit dem schweigsamen Krieger ließen sie weiterhin gut bewachen, und Kir bat Patricia, einen magischen Schild um die Jurte zu legen, da er nicht noch mehr seiner Krieger verlieren wollte.

Kir und Uhibada waren sich nicht ganz sicher, ob von dem Krieger immer noch eine Gefahr ausging. Es bestand immerhin tatsächlich aber auch die Möglichkeit, dass er tatsächlich nichts über seine Verwandlung wusste. Aber jede auch nur kleinste Information über die Verwandlung war wichtig für das Bündnis, da eine Lebensform, die magische Kräfte verfügte und schon zwei Krieger getötet hatte, eine ernste Gefahr für das Heer darstellen konnte.

Mira ging, von reiner Neugier getrieben, zu der Jurte des verdächtigen Uhi und beobachtete den Mann durch das offene Zelt. Der Uhi bemerkte gleich die neugierigen Blicke und verließ die Jurte, um sich zur neugierigen Mira zu begeben. Kaum hatte er jedoch das Zelt verlassen, wurde er von Patricias Energiefeld erfasst und brutal zu Boden geschleudert. Er stand auf und versuchte erneut zu Mira zu gehen und wurde natürlich wieder weg geschleudert.

Die Wachen riefen dem Uhi zu, er sollte sich doch einfach wieder in der Jurte verkriechen und abwarten. Doch dieser ignorierte die Rufe der Wachen, baute sich vor dem Energiefeld demonstrativ auf und öffnete langsam seinen Mund. Aus dem Dunkel seines Rachens erschien ein kleiner, unscheinbarer Käfer und krabbelte auf die herausgestreckte Zungenspitze des Uhi. Der Käfer sah fast so aus, wie so ein einfacher Maikäfer, nur etwas kleiner, und er hatte eine helle, rötliche Farbe. Mira und die Wachen beobachteten dann mit Schrecken, wie sich so etwas, wie eine leuchtende Aura um den mysteriösen Käfer bildete. Einer der älteren Krieger rief laut nach Kir und Uhibada, doch noch bevor die beiden Männer an der Jurte ankamen, war der Käfer einfach aus Patricias Kraftfeld heraus geflogen und schwebte nun vorwitzig vor Miras Gesicht auf und ab.

Das Energiefeld hatte er ohne den geringsten Widerstand passieren können, was bei allen Schrecken auslöste. Mira sah diesen Käfer mit weit aufgerissenen Augen an. Der Uhi, der vorher den Käfer in sich getragen hatte, war in der Zwischenzeit kraftlos zu Boden gesunken und nun ohne Bewusstsein. Kaum waren Kir und Uhibada zu sehen, flog der Käfer unverzüglich auf Kir zu und setzte sich, ohne das dieser überhaupt darauf reagieren konnte, auf dessen faltige Stirn. Reflexartig schlug Kir mit der Hand nach dem Insekt. Doch eine nicht sichtbare, für ihn völlig unerklärliche Kraft hinderte Kir daran, seinen Arm näher, als vielleicht fünf Zentimeter an den Käfer heran zu lassen.

Gleichzeitig schrie der kleine Kir schmerzerfüllt auf, und dünnes Zwergenblut quoll in kleinen Rinnsalen aus seinen Augen und Ohren, sein Gesicht und dann auch den Hals herunter. Mit schmerzverzerrtem Gesicht sank der Zwerg langsam auf seine Knie, hob jedoch unter größten Anstrengungen die andere Hand, aus der sofort unverzüglich grelle Lichtblitze auf den gefährlichen Käfer zu wirbelten. Doch sie durchdrangen das kleine Kraftfeld des Käfers nicht und wurden lediglich, ohne eine nennenswerte Wirkung zu erreichen, einfach von dem Feld absorbiert.

Uhibada, Mira und die Wachen, als auch einige herbeigeeilte Krieger und meine Wenigkeit, sahen diesem grauenhaften Kampf unseres Gefährten hilflos zu. Schreiend vor Verzweiflung schlug Kir immer wieder seine Stirn auf den harten Erdboden, da auf der Stirn dieser kleine Käfer ihn beherrschte. Die Erde begann stark zu beben, und ein dumpfes Grollen war zu hören, während sich Kirs kleiner Kopf plötzlich in ein blendendes, gleißendes Licht verwandelte. Dann brach Kir ganz in sich zusammen und man konnte erkennen, wie sich diese gleißende Kugel, die einmal Kirs Kopf war, regelrecht in den Boden hinein fraß. Plötzlich wurde es wieder völlig dunkel, und der Käfer surrte harmlos wirkend aus der Erdmulde, in der immer noch der Kopf von dem armen Kir steckte. Das begleitende Kraftfeld dieses Insekts war verschwunden, und der Käfer begann sich, um sich selbst zu drehen, als würde er tanzen. Immer schneller und schneller dreht er sich, so dass man ihn kaum noch erkennen konnte.

Zwischenzeitlich hatte sich Kir aus dem Boden befreit und schüttelte sich benommen den Schmutz aus seinen wenigen, borstigen Haaren. Zwar blutete er nicht mehr sehr stark aus Augen und Ohren, hatte aber eine neue Wunde an der Stirn bekommen, die wohl von diesem seltsamen Käfer stammen musste. Gerade als Kir herumfuhr, um seinen Angreifer erneut zu attackieren, flackerte das inzwischen schnell rotierende Wesen nur einmal kurz auf und schleuderte winzige rote Lichtkügelchen gegen den vor Wut rasenden Kir, die ihn hart auf seiner Brust trafen. Kir wurde sehr weit durch die Luft geschleudert. Krachend fiel er auf eines der Kriegszelte, dass unter der Wucht sofort zusammenbrach.

Davon völlig unbeirrt flog der Käfer zu dem zerstörten Zelt, wohl um seinen ungleichen Kampf fortzusetzen. Doch mit einem Mal sah man über der zusammengefallenen Jurte eine grünliche Wolke aufsteigen, die schnell größer wurde und sich zwischen den Käfer und dem Zelt auftürmte. Der ungeheure Käfer konnte nicht ausweichen, weil er eine zu hohe Geschwindigkeit hatte, flog in die grüne Wolke hinein und verschwand auch vollkommen in ihr. Nach wenigen Augenblicken einer betroffenen und mir gespenstisch erscheinenden Ruhe, verflüchtigte sich die Wolke wieder, und alle konnte, wenn sie genau hinsahen, den Käfer regungslos auf dem Boden liegen sehen.

Kir befreite sich stöhnend und immer wieder hustend aus den vielen Zeltleinen und stolperte zu dem regungslos erscheinenden Käfer. Mira und Uhibada taten es ihm gleich, und man begutachtete das Tier in dem Glauben, es sei tot. Doch gerade als Kir sich zu seinem leblosen Gegner bücken wollte, wurde er von einem hellen Blitz getroffen, der urplötzlich vom Himmel herab zuckte. Der arme Kir wurde schon wieder weit durch die Luft geschleudert und blieb danach regungslos und leicht vor sich hin qualmend, auf dem staubigen Boden liegen.

Durch die Wucht des Blitzes wurden auch Mira und Uhibada weg geschleudert, standen aber nach einigen Sekunden etwas benommen, aber gesund, wieder auf ihren Beinen. Doch was sie dann sahen, ließ sie nahezu erschauern. Der einst so kleine Käfer war nun auf eine Größe von mindestens fünfzehn Metern herangewachsen und bewegte sich, unter üblen, kreischenden Lauten, auf den noch immer völlig regungslosen Kir zu. Einige Krieger sahen ihre Zeit für gekommen und rannten nun auf das Monstrum zu, um ihn von ihrem Heerführer abzulenken. Auch Uhibada blieb nicht untätig und zog sein großes Breitschwert aus der Scheide, um damit sogleich auf eines der riesigen Beine des Ungetüms einzuschlagen. Doch selbst seine kräftigsten Hiebe blieben fast wirkungslos und kratzten höchstens etwas an der dicken Beinpanzerung des Riesenkäfers.

Auch einige inzwischen abgeschossene Pfeile prallten einfach an dem mordenden Käfer ab, ohne ihn auch nur ein wenig von seinem Angriff abzulenken. Völlig verzweifelt schrie die junge Mira um Hilfe. Ich selbst konnte mich gerade noch vor einem der mächtigen Insektenbeine retten, das gnadenlos auf mich herab sauste, als der Käfer versuchte, sich zu drehen. Ich verschoss in großer Panik ein ganzes Magazin aus meiner Pistole, ohne das dieses Monster auf die Schüsse überhaupt reagierte. Uhibada hatte seinen ganzen Mut zusammengenommen und sich an einigen Beinhaaren dieses Ungetüms festgekrallt, um zu wagemutig und selbstlos zu versuchen, an dem Killerkäfer hoch zu steigen. Doch schon beim nächsten Auftreten des Beines verlor er seinen Halt und stürzte hart zu Boden.

Gerade als sich der Käfer zu Kir niederbeugen wollte, wahrscheinlich um ihn zu töten, erklang ein ohrenbetäubendes Krachen, und das gesamte Hinterteil des Käfers brach in den Boden ein. Auf der anderen Seite war inzwischen Patricia zu sehen, in deren Augen bereits ihre magische Energie bläulich leuchtete. Doch wie durch ein Wunder erlangte der Käfer seinen Halt zurück und bündelte seine gesamte todbringende Aufmerksamkeit nun gegen meine hübsche Patricia. Mit einem wütenden Kreischen schleuderte er wieder seine rote Lichtbälle. Nur waren diese Bälle nun, so wie der Käfer selbst auch, erheblich größer und erheblich gefährlicher geworden.

In der Zwischenzeit hatte sich jedoch um Patricia eine dünne, schwach leuchtende Aura gebildet, die diese Lichtbälle mühelos abprallen ließ, so dass diese in großer Geschwindigkeit hoch in den Himmel abgelenkt wurden und dann letztlich in der Dunkelheit der Nacht verschwanden. Patricia zeichnete inzwischen völlig ruhig mit ihrem rechten Zeigefinger einen Kreis in die Luft, der sich gleich materialisierte und auf hart den Boden fiel. Dort zerbrach er wie ein Spiegel in unendliche viele Teile. Er hinterließ aber in der Luft eine Art Loch, aus dem ein gleißendes Licht heraus strahlte.

Patricia winkte ein wenig lockend mit dem Zeigefinger, und das Licht floss fast wie Plasma aus dem Loch heraus. Wie Wasser aus einer Quelle, so ergoss es sich reichlich auf dem Erdboden. Die Lichtflut bewegte sich auf das wütend kreischende Ungetüm zu, das sich nun wieder in sein schützendes Energiefeld gehüllt hatte. Im gesamten Heerlager war es durch die allgegenwärtige Magie inzwischen taghell geworden, und die Krieger starrten ängstlich und verwirrt auf dieses überwältigende Kraftschauspiel der magischen Künste. Die strahlende Lichtmasse schmiegte sich alsbald um die Füße des Käfers und stieg langsam an seinem schützenden Energiefeld hoch, wie eine Schlange an ihrem Opfer. Der Käfer wandte sich nun von Patricia ab und wollte der Bedrohung ausweichen, doch diese beeindruckende Energiemasse hielt ihn ganz fest umschlungen, so dass der Käfer nach einigen Augenblicken von ihr völlig eingehüllt war. Schlagartig und ganz unerwartet brach die riesige Gestalt des Käfers in sich zusammen und nahm seine ursprüngliche, kleine Gestalt wieder an.

Durch den Verlust der Masse gelang es ihm, auf einem Stückchen Boden, der noch nicht mit dieser klammernden Energie bedeckt war, zum Liegen zu kommen. Nur eines seiner Beine hatte es erwischt und schien noch in der gefährlichen Lichtmasse festzukleben. Der kleine Käfer riß sich das unterste Beingelenk einfach ab, breitete seine dünnen Flügel aus, und flog hoch hinaus in den Nachthimmel. Patricia hatte die Flucht bemerkt, was wegen der Größe des kleinen Käfers nicht leicht war, schrie daraufhin laut auf und hob ihre beiden zierlichen Arme. Der Käfer war jedoch nicht mehr zu sehen.

Doch über dem Lager sah man plötzlich ein einen riesigen Schatten, ein gewaltiges Wesen kreisen, und man hörte mächtige Schwingen durch die Luft rauschen. Einige Augenblicke später verschärften sich die Konturen dieses Wesens, und ein riesiger Vogel, der einem schwarzen, übergroßen Albatros ähnlich war, landete direkt vor Patricia und hatte ein kleines, dunkelhäutiges Mädchen im Schnabel. Die Augen von dem schwarzen Vogel leuchteten in unheimlichen Rot, woran man erkennen konnte, dass es ein Geschöpf der Magie war. Patricia kreischte dann erneut laut auf, und der unheimliche Vogel legte, als hätte er einen Befehl seines Meisters bekommen, das bewusstlose Mädchen mitten in die gleißende Lichtmasse hinein und stieg sofort wieder in den nächtlichen Himmel hinauf. Man konnte dort oben nur noch seine roten Augen schwach leuchten sehen, bis auch diese wieder völlig verschwunden waren. Nur sein Kreischen von Zeit zu Zeit konnte man noch eine ganze Weile lang hören, bis schließlich auch dieses verschwunden war.

Patricia strich mit ihrer Hand sanft über das unnatürliche Loch in der Luft, was sich daraufhin wieder langsam zusammenzog und dann ganz verschwunden war. Die Lichtmasse auf der Erde legte sich ganz um das bewusstlose Mädchen, hüllte es ein, und die bläuliche Aura um Patricia herum, sie verschwand wieder völlig.

»Die Gefahr scheint gebannt zu sein!«, rief sie laut zu den noch immer völlig verschreckten Männern und rief danach Uhibada zu: »Das Wesen ist verletzt und in der Energie gefangen. Sorge dich nicht. Wir müssen uns schnell um Kir kümmern. Er wird sonst nicht überleben!«

Sie lief zu dem leblos auf dem Boden liegenden Kir und legte ihn vom Bauch, auf den Rücken. In der Zwischenzeit war auch Uhibada bei ihr angekommen und überzeugte sich davon, dass Kir an einer sehr schweren Brandverletzungen litt. Er nahm den kleinen Kir auf und trug ihn in eine der Jurten, legte ihn dort auf eines der weichen Felle und rief laut nach den Heilkundigen seines Uhi-Heeres.

Diese kamen unverzüglich herbei gerannt und gesellten sich zu dem Medizinmann der Zyklanden, der bereits dabei war, die Wunden seines Herrn zu versorgen.

»Er wird es nicht schaffen und uns unter den Fingern einfach weg sterben.«, sagte Uhibada zu Patricia, die sich zu Kir hinunter gebeugt hatte und ihm nun ihren rechten Daumen auf die verwundete Stirn drückte.

In der Stirnwunde begann daraufhin ein bläuliches Licht zu glimmen, und Patricia wandte sich zu mir: »Dieses Licht gibt ihm wenigstens etwas neue Lebenskraft, wird jedoch nur einen knappen Tag heilend glimmen können. Sollte Kir es nach diesem Tag nicht alleine schaffen, kann auch ich ihm nicht mehr helfen. Er ist wirklich sehr schwer verwundet. Die Magie des Käfers hat ihn durch das magische Feuer verbrannt. Es steht in den Sternen, ob sich die Wunden jemals wieder völlig schließen werden.« Sie gab den Heilkundigen daraufhin noch einige Anweisungen und ging dann mit mir nach draußen, wo Mira und Uhibada schon auf uns warteten.

Wir waren alle sehr schockiert und sahen uns deutlich betroffen das Mädchen an, das noch immer leblos in dem gleißenden Licht lag. Sofort fiel mir auf, dass dem Kind ein Zeh am Fuß fehlte und erinnerte mich sofort wieder an den abgerissenen Fuß des grauenhaften Käfers. Die Wunde am Kinderfuß blutete jedoch nicht und schien schon fast völlig verheilt zu sein.

Autor: © Alexander Rossa 2019

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Xermitolistand - Viertes Kapitel des Multiversum Fantasy Abenteuers

Das vierte Kapitel vom Multiversum Fantasy EBook Roman von Alexander Rossa:

Kir war sehr verärgert, als man ihm die Nachricht überbrachte, dass zwei der Gefangenen entflohen waren. Auch die zahlreichen Suchtrupps, die er dann entsandt hatte, konnten die Entflohenen nicht ausfindig machen. So gab er schließlich missgelaunt den Befehl zum Aufbruch seiner Truppen, zumal man endlich einige Vorräte erbeuten musste. Seine Armee hatte inzwischen keinerlei Reserven mehr zur Verfügung, und schon spürte man wachsenden Unmut unter den Kriegern.

In seiner Jurte wollte er mit Patricia verhandeln und ließ wieder das Energiefeld, welches sie gnadenlos gefangen hielt, erscheinen. Nur dieses Mal war es erheblich größer, so dass man die hellblauen Umrisse von Patricia deutlich erkennen konnte. Dieses größere Energiefeld kostete den alten Kir jedoch sehr viel Energie und seine Hände zitterten unter der großen Belastung.

»Deine Freunde sind entkommen. Sie haben dich hier einfach im Stich gelassen. Du warst ihnen wohl egal. Was sagst du nun dazu?«, fragte er Patricia provozierend.

»Es ist schön, dass sie dir entkommen konnten. Sie werden mich niemals im Stich lassen, du elender Zwerg. Auch solltest du dich mit mir und auch meinen Freunden eher gut stellen. Wir sind deine einzige Möglichkeit und die einzige Versicherung, dich und deine Zyklandenkrieger wieder in deine Heimat zurück zu bringen. Dieses ist wohl auch der einzige Grund, weshalb du mich nun angesprochen und mich am Leben gelassen hast, oder? Aber ich werde dir nur bei der Suche nach deiner Welt helfen, wenn du mich frei lässt und mich unterstützt. Wir müssen zusammenarbeiten.«, entgegnete Patricia mit leiser Stimme und sah Kir dabei ernst an.

Kir schien zu überlegen, und das Aufrechterhalten des Kraftfeldes kostete ihn die ganze Zeit über so viel Energie, dass sich bereits Schweißperlen auf seiner runzeligen Zwergenstirn bildeten.

»Wer garantiert mir denn, dass du mich und meine Armee nicht besiegen, unterjochen oder gar vollkommen auslöschen willst? Schließlich hast du viele meiner Krieger bereits getötet.«, meinte er daraufhin und fiel unter der enormen Belastung auf die Knie. Auch wurde das Kraftfeld schon wieder erheblich kleiner.

»Ich will dir diese Garantie gerne geben. Aber es waren immerhin deine Krieger, die uns zuerst angegriffen haben, und daher mussten sie mit ihrem Tod rechnen.«, antwortete Patricia. Sie war inzwischen wieder kaum noch hörbar. Kir ließ das Kraftfeld dann wieder in seiner Hand verschwinden und brach geschwächt, neben dem kleinen Feuer, in sich zusammen.

Als er wieder zu sich kam, stand einer der bedeutenderen Unterführer seiner Zyklandenarmee vor ihm und meldete die Aufbruchbereitschaft der Krieger, die durch die Schlacht mit Patricia, Milk und mir, erheblich geschwächt worden war. Ebenso waren ärgerlicherweise auch besonders viele dieser großen Reittiere verloren gegangen, da sie offenbar die Gräser dieser Welt nicht vertrugen. Sie waren elendig eingegangen und wurden nun zerteilt, da sich die Zyklanden nicht leisten konnten, ihr kostbares Fleisch auf den Feldern und Wiesen zurück zu lassen. So hatte Kir kaum noch eine brauchbare Reiterschaft an seiner Seite, was ihn nicht wenig besorgte.

Kir nickte frustriert und wusste dabei nur zu gut, dass er auf dieser Welt und in dieser Fremde, in der er und seine Männer gefangen waren, kaum wirklich gute Überlebenschancen hatten. Überall lauerten fremde, gefährliche Lebensformen, und es kam selbst beim einfachen Lagern immer wieder zu blutigen Scharmützeln mit ihnen. Er verließ seine Jurte und stieg auf die bereitstehende Sänfte.

Die Armee der Zyklanden begann sich allmählich in nördliche Richtung zu bewegen, da dieses die Fluchtrichtung der Entflohenen war und Späher dort eine Stadt ausfindig gemacht hatten, in der man vielleicht genügend Nahrung finden konnte.

Immer wieder trafen sie auf fremde, und teilweise sehr unheimlich wirkende Lebewesen. Nach weiteren Verlusten bei seinen Kriegern, gab er schließlich den Befehl, stets sofort und ohne Ansprache anzugreifen und dabei keine Gefangenen zu machen. Das ständige Gefangenhalten von Patricia kostete ihn, selbst in dieser kleinsten denkbaren Form, unheimlich viel Kraft, zumal sich Patricia sehr gegen die Gefangenschaft wehrte. So nahm er ständig Nahrung und Wasser zu sich, um sie nicht freilassen zu müssen.

Nach zwei Tagen näherten sie sich der Stadt, und Kir entsandte einen kleinen Erkundungstrupp, der am Abend wieder zurück sein sollte. Diese kleine Gruppe erfahrener Krieger kam jedoch nicht wieder, und die ohnehin schon unruhigen Zyklanden wurden immer lauter, da sie sich mehr und mehr in dieser Hölle verloren glaubten. Kir besprach sich mit seinen, ihm untergeordneten Heerführern, und man war sich grundsätzlich nicht sicher, was man annehmen sollte. War die Gruppe in der Stadt geblieben, weil sie dort vielleicht, wie in einem Schlaraffenland, Nahrung und Wein gefunden und ihren Auftrag vergessen hatte. Sicherlich schliefen sie in einem Unterschlupf gerade ihren Rausch aus. Oder waren sie vielleicht doch in die Hände von starken Feinden oder einen üblen Hinterhalt geraten? Obwohl die erste Annahme allen Heerführern erheblich attraktiver erschien, hatte man in der Vergangenheit andere Erfahrungen gesammelt, so dass sie sich schließlich zu einer erhöhten Vorsicht einigten.

Ganz langsam und im Schutz der Nacht näherte sich die Armee der Zyklanden, in klassischer Kampfordnung und höchster Alarmbereitschaft, der Stadt. Nur das Leuchten der großen Feuer in der Stadt erhellte etwas den Himmel und die karge Landschaft.

Plötzlich jedoch brach ein lautes Kampfgeschrei über die Armee herein, und von allen Seiten griffen kleine, affenartige Wesen an. Sie waren nur spärlich bewaffnet, so dass die Zyklanden viele der Angreifer schnell und mühelos töten konnten. Doch der Gegner wich einfach nicht zurück, sondern es schien sogar, als dass jeder der toten Angreifer, durch zwei neue, ganz frische Angreifer ersetzt wurde. Schon nach kurzer Zeit war der Boden, auf dem die Schlacht tobte, mit Blut getränkt. Die riesigen Zyklanden schlugen sich gut, und es gab in ihren Reihen nur wenige Ausfälle. Überall zuckten die magischen roten Blitze auf und schnitten regelrecht ganze Schneisen in das endlos erscheinende Heer der Primaten. Ein Geruch verbrannten Fleisches hing, wie ein bleierner Schleier, über den kämpfenden Massen. Nach einigen Stunden brutalsten Gemetzels, wurden die Zyklanden jedoch immer schwerfälliger, unaufmerksamer, und ihre Kräfte ließen nach. Als sich am Horizont die aufgehende Morgensonne zeigte, hatte man nur noch wenige Reittiere, und die Ausfälle in den eigenen Reihen nahmen dramatisch zu.

Kir blieb zuletzt nichts anderes übrig, als seinen Heerführern schließlich einen geteilten Rückzug zu befehlen. Doch die Angreifer ließen sich einfach nicht abhängen, so dass man im Rücken des fliehenden Zyklandenheeres, ständig weitere schlimme Verluste zu beklagen hatte. Überall lag der Tod in der Luft, und die morgendliche Sonne beschien ein entsetzliches Schlachtfeld.

Es war irgendwann am späten Vormittag, als Kir von einem Boten in blutbesudelter Kleidung berichtet bekam, dass sich der rückwärtige Teil nicht mehr lange alleine halten konnte. Kaum hatten sich diese alarmierenden Worte in Kirs Kopf festgesetzt, brachen frontal Unmengen dieser affenartigen Krieger durch das Dickicht. Sofort wurde Kir bewusst, dass dieses wohl das Ende seines Heeres bedeuten würde, sofern kein Wunder geschah. Man hatte ihn gnadenlos aufgerieben. Da fiel ihm seine magische Gefangene wieder ein, und er ließ sie, in der verzweifelten Hoffnung auf ein wenig Hilfe, frei.

Sofort nach dem Wegfall des Kraftfeldes, konzentrierte Kir seine ganze Zauberkraft und seine ganze Magie gegen die Angreifer und entfachte eine beeindruckende Feuerwand zwischen den vorderen Kräften des Affenheers und seinen eigenen Kriegern. Jedoch reichte seine Kraft leider nur für die vordere Angriffslinie, so dass sich die Angreifer von hinten immer bedrohlicher an sie heran schlugen.

Inzwischen hatte Patricia ihre menschliche Gestalt wiedererlangt und beobachtete entsetzt das Kampfgeschehen um sich herum. Sie sah die sterbenden Zyklanden und den völlig verzweifelten Kir und beschloss, sogleich zu handeln. Sie hüllte das ganze Schlachtfeld in ein bläuliches Licht und schloss ihre wunderschönen, katzenartigen Augen. Mit einem Mal wurden die Gräser unter den Sohlen aller Angreifer steinhart und zudem noch scharf wie Rasierklingen. Sofort bohrten die schneidenden Gräser sich tief in die nackten Affenfüße, bis weit nach oben in die Beine. Die Zyklanden jedoch, sie trugen schwere Stiefel, durch die diese Gräser nicht dringen konnten.

Plötzlich hörte man überall nur noch laute Schmerzensschreie, und man konnte beobachten, dass viele der verwirrten Zyklandenkrieger die Situation für sich nutzen, um ihren gepeinigten Gegnern die Köpfe abzuschlagen. Die Affenkrieger wanden sich bereits unter Qualen auf dem Boden und ließen sich ihre Ermordung einfach so gefallen. Patricia drohte sogleich dem verzweifelten Kir, der seine Feuerwand inzwischen wieder zurückgenommen hatte, er solle seine Krieger augenblicklich zurückrufen und mit ihnen fliehen. Sie würde sonst sofort ihre Magie auch auf die metzelnden Zyklanden lenken. Kir tat sehr demütig und wahrscheinlich auch weise, was Patricia ihm angeraten hatte. Die restlichen Zyklanden flohen, zusammen mit ihrem knochigem Anführer Kir und der holden Schönheit Patricia.

Sie zogen eiligst um die große Stadt herum, wieder in nördliche Richtung und vermieden es, erneut auf die Affenkrieger zu stoßen.

Nach einiger Zeit, als Patricia schließlich glaubte, weit genug entfernt von den Affen zu sein, ließ sie ihre machtvolle Magie aussetzen und war sich ziemlich sicher, dass die Angreifer nicht so schnell wieder zuschlagen würden.

Von dem großen Heer der Zyklanden jedoch, hatten nicht einmal einhundert Krieger überlebt. Viele von ihnen waren verwundet oder einfach nur total erschöpft. Mühsam quälten sie sich durch die unwegsame Landschaft. Kir ließ sich den Verlust seines treuen Heeres kaum anmerken und befehligte seine restlichen Krieger nun ganz allein, da keiner der untergeordneten Heerführer die Schlacht mit den Affen überlebt hatte.

Sie kamen verständlicherweise nur sehr langsam voran, hatten zudem keine Nahrung und auch keine Reittiere mehr. Späher hatten auf einer nahegelegenen Weide große, Büffel artige Wesen entdeckt, und Kir entsandte eine kleine und noch gesunde Gruppe seiner Krieger zur Jagd. Bereits nach kurzer Zeit kamen sie mit einer großen Menge frischen Fleisches zurück. Kir ließ sogleich kleine, Rauch lose Feuer entzünden und ein kleines Lager aufschlagen.

Patricia wurde von allen Überlebenden kaum mehr beachtet. Man ging ihr aus dem Weg, vielleicht aus Angst oder auch aus Scham, dass man diese heldenhafte Retterin im Kampf gegen die Affenkrieger, zuvor so schlecht behandelt hatte. Kir hatte das Lager stark bewachen lassen, da er noch immer einen weiteren Angriff der Affen befürchtete, was Patricia jedoch, für sehr unwahrscheinlich hielt. Diese Lebewesen hatten nun sicherlich eine gut begründete Angst vor den Zyklanden, da war sie sich sicher. Doch Patricia sollte sich täuschen.

Autor : (c) Alexander Rossa 2019

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Mein Name ist Alexander Rossa. Ich bin ein 51 Jahre alter Künstler, seit vielen Jahren glücklich verheiratet und habe bereits erwachsene Kinder. Seit gefühlten Ewigkeiten schon, schreibe ich Bücher und Kurzprosa. Neben Phantastik und Fantasy,  schreibe ich auch zu Themen der Hermetik, Philosophie und Sozialwissenschaften. Zudem bin ich beruflich im Online-Business tätig.
 
Eine ausgeprägte Fähigkeit zur Empathie und eine extrem hohe Sensibilität sind das Fundament all meiner Kreativität. Ich habe ein sehr bewegtes Leben mit viel Tragik und Enttäuschungen hinter mir, ein schmerzlicher Umstand, den man in meinen Arbeiten an vielen Stellen wiederfinden wird. Diese Arbeiten sollen Menschen mit ähnlichen Erlebnissen versichern, dass sie nicht alleine in der Welt mit solchen Erfahrungen stehen... 
 

Phantastik, Fantasy und Philosophisches von Alexander Rossa

Das Arbeiten mit der Phantasie und dem Gefühl...

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