Fantasy Phantastik  Ebook Geschichten

Fantasy und Phantastik: Kostenlose Ebooks und Geschichten

Das vierte Kapitel vom Multiversum Fantasy EBook Roman von Alexander Rossa:

Kir war sehr verärgert, als man ihm die Nachricht überbrachte, dass zwei der Gefangenen entflohen waren. Auch die zahlreichen Suchtrupps, die er dann entsandt hatte, konnten die Entflohenen nicht ausfindig machen. So gab er schließlich missgelaunt den Befehl zum Aufbruch seiner Truppen, zumal man endlich einige Vorräte erbeuten musste. Seine Armee hatte inzwischen keinerlei Reserven mehr zur Verfügung, und schon spürte man wachsenden Unmut unter den Kriegern.

In seiner Jurte wollte er mit Patricia verhandeln und ließ wieder das Energiefeld, welches sie gnadenlos gefangen hielt, erscheinen. Nur dieses Mal war es erheblich größer, so dass man die hellblauen Umrisse von Patricia deutlich erkennen konnte. Dieses größere Energiefeld kostete den alten Kir jedoch sehr viel Energie und seine Hände zitterten unter der großen Belastung.

»Deine Freunde sind entkommen. Sie haben dich hier einfach im Stich gelassen. Du warst ihnen wohl egal. Was sagst du nun dazu?«, fragte er Patricia provozierend.

»Es ist schön, dass sie dir entkommen konnten. Sie werden mich niemals im Stich lassen, du elender Zwerg. Auch solltest du dich mit mir und auch meinen Freunden eher gut stellen. Wir sind deine einzige Möglichkeit und die einzige Versicherung, dich und deine Zyklandenkrieger wieder in deine Heimat zurück zu bringen. Dieses ist wohl auch der einzige Grund, weshalb du mich nun angesprochen und mich am Leben gelassen hast, oder? Aber ich werde dir nur bei der Suche nach deiner Welt helfen, wenn du mich frei lässt und mich unterstützt. Wir müssen zusammenarbeiten.«, entgegnete Patricia mit leiser Stimme und sah Kir dabei ernst an.

Kir schien zu überlegen, und das Aufrechterhalten des Kraftfeldes kostete ihn die ganze Zeit über so viel Energie, dass sich bereits Schweißperlen auf seiner runzeligen Zwergenstirn bildeten.

»Wer garantiert mir denn, dass du mich und meine Armee nicht besiegen, unterjochen oder gar vollkommen auslöschen willst? Schließlich hast du viele meiner Krieger bereits getötet.«, meinte er daraufhin und fiel unter der enormen Belastung auf die Knie. Auch wurde das Kraftfeld schon wieder erheblich kleiner.

»Ich will dir diese Garantie gerne geben. Aber es waren immerhin deine Krieger, die uns zuerst angegriffen haben, und daher mussten sie mit ihrem Tod rechnen.«, antwortete Patricia. Sie war inzwischen wieder kaum noch hörbar. Kir ließ das Kraftfeld dann wieder in seiner Hand verschwinden und brach geschwächt, neben dem kleinen Feuer, in sich zusammen.

Als er wieder zu sich kam, stand einer der bedeutenderen Unterführer seiner Zyklandenarmee vor ihm und meldete die Aufbruchbereitschaft der Krieger, die durch die Schlacht mit Patricia, Milk und mir, erheblich geschwächt worden war. Ebenso waren ärgerlicherweise auch besonders viele dieser großen Reittiere verloren gegangen, da sie offenbar die Gräser dieser Welt nicht vertrugen. Sie waren elendig eingegangen und wurden nun zerteilt, da sich die Zyklanden nicht leisten konnten, ihr kostbares Fleisch auf den Feldern und Wiesen zurück zu lassen. So hatte Kir kaum noch eine brauchbare Reiterschaft an seiner Seite, was ihn nicht wenig besorgte.

Kir nickte frustriert und wusste dabei nur zu gut, dass er auf dieser Welt und in dieser Fremde, in der er und seine Männer gefangen waren, kaum wirklich gute Überlebenschancen hatten. Überall lauerten fremde, gefährliche Lebensformen, und es kam selbst beim einfachen Lagern immer wieder zu blutigen Scharmützeln mit ihnen. Er verließ seine Jurte und stieg auf die bereitstehende Sänfte.

Die Armee der Zyklanden begann sich allmählich in nördliche Richtung zu bewegen, da dieses die Fluchtrichtung der Entflohenen war und Späher dort eine Stadt ausfindig gemacht hatten, in der man vielleicht genügend Nahrung finden konnte.

Immer wieder trafen sie auf fremde, und teilweise sehr unheimlich wirkende Lebewesen. Nach weiteren Verlusten bei seinen Kriegern, gab er schließlich den Befehl, stets sofort und ohne Ansprache anzugreifen und dabei keine Gefangenen zu machen. Das ständige Gefangenhalten von Patricia kostete ihn, selbst in dieser kleinsten denkbaren Form, unheimlich viel Kraft, zumal sich Patricia sehr gegen die Gefangenschaft wehrte. So nahm er ständig Nahrung und Wasser zu sich, um sie nicht freilassen zu müssen.

Nach zwei Tagen näherten sie sich der Stadt, und Kir entsandte einen kleinen Erkundungstrupp, der am Abend wieder zurück sein sollte. Diese kleine Gruppe erfahrener Krieger kam jedoch nicht wieder, und die ohnehin schon unruhigen Zyklanden wurden immer lauter, da sie sich mehr und mehr in dieser Hölle verloren glaubten. Kir besprach sich mit seinen, ihm untergeordneten Heerführern, und man war sich grundsätzlich nicht sicher, was man annehmen sollte. War die Gruppe in der Stadt geblieben, weil sie dort vielleicht, wie in einem Schlaraffenland, Nahrung und Wein gefunden und ihren Auftrag vergessen hatte. Sicherlich schliefen sie in einem Unterschlupf gerade ihren Rausch aus. Oder waren sie vielleicht doch in die Hände von starken Feinden oder einen üblen Hinterhalt geraten? Obwohl die erste Annahme allen Heerführern erheblich attraktiver erschien, hatte man in der Vergangenheit andere Erfahrungen gesammelt, so dass sie sich schließlich zu einer erhöhten Vorsicht einigten.

Ganz langsam und im Schutz der Nacht näherte sich die Armee der Zyklanden, in klassischer Kampfordnung und höchster Alarmbereitschaft, der Stadt. Nur das Leuchten der großen Feuer in der Stadt erhellte etwas den Himmel und die karge Landschaft.

Plötzlich jedoch brach ein lautes Kampfgeschrei über die Armee herein, und von allen Seiten griffen kleine, affenartige Wesen an. Sie waren nur spärlich bewaffnet, so dass die Zyklanden viele der Angreifer schnell und mühelos töten konnten. Doch der Gegner wich einfach nicht zurück, sondern es schien sogar, als dass jeder der toten Angreifer, durch zwei neue, ganz frische Angreifer ersetzt wurde. Schon nach kurzer Zeit war der Boden, auf dem die Schlacht tobte, mit Blut getränkt. Die riesigen Zyklanden schlugen sich gut, und es gab in ihren Reihen nur wenige Ausfälle. Überall zuckten die magischen roten Blitze auf und schnitten regelrecht ganze Schneisen in das endlos erscheinende Heer der Primaten. Ein Geruch verbrannten Fleisches hing, wie ein bleierner Schleier, über den kämpfenden Massen. Nach einigen Stunden brutalsten Gemetzels, wurden die Zyklanden jedoch immer schwerfälliger, unaufmerksamer, und ihre Kräfte ließen nach. Als sich am Horizont die aufgehende Morgensonne zeigte, hatte man nur noch wenige Reittiere, und die Ausfälle in den eigenen Reihen nahmen dramatisch zu.

Kir blieb zuletzt nichts anderes übrig, als seinen Heerführern schließlich einen geteilten Rückzug zu befehlen. Doch die Angreifer ließen sich einfach nicht abhängen, so dass man im Rücken des fliehenden Zyklandenheeres, ständig weitere schlimme Verluste zu beklagen hatte. Überall lag der Tod in der Luft, und die morgendliche Sonne beschien ein entsetzliches Schlachtfeld.

Es war irgendwann am späten Vormittag, als Kir von einem Boten in blutbesudelter Kleidung berichtet bekam, dass sich der rückwärtige Teil nicht mehr lange alleine halten konnte. Kaum hatten sich diese alarmierenden Worte in Kirs Kopf festgesetzt, brachen frontal Unmengen dieser affenartigen Krieger durch das Dickicht. Sofort wurde Kir bewusst, dass dieses wohl das Ende seines Heeres bedeuten würde, sofern kein Wunder geschah. Man hatte ihn gnadenlos aufgerieben. Da fiel ihm seine magische Gefangene wieder ein, und er ließ sie, in der verzweifelten Hoffnung auf ein wenig Hilfe, frei.

Sofort nach dem Wegfall des Kraftfeldes, konzentrierte Kir seine ganze Zauberkraft und seine ganze Magie gegen die Angreifer und entfachte eine beeindruckende Feuerwand zwischen den vorderen Kräften des Affenheers und seinen eigenen Kriegern. Jedoch reichte seine Kraft leider nur für die vordere Angriffslinie, so dass sich die Angreifer von hinten immer bedrohlicher an sie heran schlugen.

Inzwischen hatte Patricia ihre menschliche Gestalt wiedererlangt und beobachtete entsetzt das Kampfgeschehen um sich herum. Sie sah die sterbenden Zyklanden und den völlig verzweifelten Kir und beschloss, sogleich zu handeln. Sie hüllte das ganze Schlachtfeld in ein bläuliches Licht und schloss ihre wunderschönen, katzenartigen Augen. Mit einem Mal wurden die Gräser unter den Sohlen aller Angreifer steinhart und zudem noch scharf wie Rasierklingen. Sofort bohrten die schneidenden Gräser sich tief in die nackten Affenfüße, bis weit nach oben in die Beine. Die Zyklanden jedoch, sie trugen schwere Stiefel, durch die diese Gräser nicht dringen konnten.

Plötzlich hörte man überall nur noch laute Schmerzensschreie, und man konnte beobachten, dass viele der verwirrten Zyklandenkrieger die Situation für sich nutzen, um ihren gepeinigten Gegnern die Köpfe abzuschlagen. Die Affenkrieger wanden sich bereits unter Qualen auf dem Boden und ließen sich ihre Ermordung einfach so gefallen. Patricia drohte sogleich dem verzweifelten Kir, der seine Feuerwand inzwischen wieder zurückgenommen hatte, er solle seine Krieger augenblicklich zurückrufen und mit ihnen fliehen. Sie würde sonst sofort ihre Magie auch auf die metzelnden Zyklanden lenken. Kir tat sehr demütig und wahrscheinlich auch weise, was Patricia ihm angeraten hatte. Die restlichen Zyklanden flohen, zusammen mit ihrem knochigem Anführer Kir und der holden Schönheit Patricia.

Sie zogen eiligst um die große Stadt herum, wieder in nördliche Richtung und vermieden es, erneut auf die Affenkrieger zu stoßen.

Nach einiger Zeit, als Patricia schließlich glaubte, weit genug entfernt von den Affen zu sein, ließ sie ihre machtvolle Magie aussetzen und war sich ziemlich sicher, dass die Angreifer nicht so schnell wieder zuschlagen würden.

Von dem großen Heer der Zyklanden jedoch, hatten nicht einmal einhundert Krieger überlebt. Viele von ihnen waren verwundet oder einfach nur total erschöpft. Mühsam quälten sie sich durch die unwegsame Landschaft. Kir ließ sich den Verlust seines treuen Heeres kaum anmerken und befehligte seine restlichen Krieger nun ganz allein, da keiner der untergeordneten Heerführer die Schlacht mit den Affen überlebt hatte.

Sie kamen verständlicherweise nur sehr langsam voran, hatten zudem keine Nahrung und auch keine Reittiere mehr. Späher hatten auf einer nahegelegenen Weide große, Büffel artige Wesen entdeckt, und Kir entsandte eine kleine und noch gesunde Gruppe seiner Krieger zur Jagd. Bereits nach kurzer Zeit kamen sie mit einer großen Menge frischen Fleisches zurück. Kir ließ sogleich kleine, Rauch lose Feuer entzünden und ein kleines Lager aufschlagen.

Patricia wurde von allen Überlebenden kaum mehr beachtet. Man ging ihr aus dem Weg, vielleicht aus Angst oder auch aus Scham, dass man diese heldenhafte Retterin im Kampf gegen die Affenkrieger, zuvor so schlecht behandelt hatte. Kir hatte das Lager stark bewachen lassen, da er noch immer einen weiteren Angriff der Affen befürchtete, was Patricia jedoch, für sehr unwahrscheinlich hielt. Diese Lebewesen hatten nun sicherlich eine gut begründete Angst vor den Zyklanden, da war sie sich sicher. Doch Patricia sollte sich täuschen.

Autor : (c) Alexander Rossa 2019

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Der Autor dieser gratis Ebooks und kostenlosen Geschichten

Mein Name ist Alexander Rossa. Ich bin ein 51 Jahre alter Künstler, seit vielen Jahren glücklich verheiratet und habe bereits erwachsene Kinder. Seit gefühlten Ewigkeiten schon, schreibe ich Bücher und Kurzprosa. Neben Phantastik und Fantasy,  schreibe ich auch zu Themen der Hermetik, Philosophie und Sozialwissenschaften. Zudem bin ich beruflich im Online-Business tätig.
 
Eine ausgeprägte Fähigkeit zur Empathie und eine extrem hohe Sensibilität sind das Fundament all meiner Kreativität. Ich habe ein sehr bewegtes Leben mit viel Tragik und Enttäuschungen hinter mir, ein schmerzlicher Umstand, den man in meinen Arbeiten an vielen Stellen wiederfinden wird. Diese Arbeiten sollen Menschen mit ähnlichen Erlebnissen versichern, dass sie nicht alleine in der Welt mit solchen Erfahrungen stehen... 
 

Phantastik, Fantasy und Philosophisches von Alexander Rossa

Das Arbeiten mit der Phantasie und dem Gefühl...

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