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Xermitolistand - Sechstes Kapitel des Multiversum Fantasy Abenteuers

Das sechste Kapitel vom Multiversum Fantasy EBook Roman von Alexander Rossa:

Fünf ältere Männer saßen zu dieser Zeit in einer alten Blockhütte im tiefen Wald, einen alten Holztisch herum. Ein weiterer Mann lag, umgeben von gelbem Licht, in der Mitte dieser Hütte, auf dem harten Boden. Die fünf Männer, die Druiden Thorwald, Max, Jürgen, Mark und Thom, unterhielten sich lautstark. Das war sehr ungewöhnlich bei diesen Männern.

Thorwald schrie unter Verwendung wildester Gestik: »Ich verstehe nicht, wie es passieren konnte, dass Matze und Mira uns entkommen konnten. Sie sind doch nur gewöhnliche, primitive Menschen ohne magische Fähigkeiten, wie wir sie besitzen. Besonders du, Jürgen, hast vollständig und in meinen Augen fast unverzeihlich versagt. Wie konntest du sie nur verlieren?«

Jürgen stand auf, ging zum Fenster und blickte stumm hinaus.

»Was sollen wir mit den Xermitolistand tun?«, fragte Max nüchtern, mit dem Zeigefinger auf den Mann deutend, der uns als Milk bekannt ist.

»Töten natürlich!«, rief Mark, und Thom bemerkte dazu, während er bestätigend nickte: «Töten, ja das scheint mir die richtige Entscheidung zu sein. Schließlich müssen sie doch ohnehin alle sterben, und ganz besonders langsam diese Mira und dieser widerwärtige Matze. Dieses stand von Anfang an doch für uns alle bereits fest.«

Milk begann sich etwas zu bewegen. Er hob nur schwach den Kopf. Thorwald wandte sich ihm zu und hob lässig seinen rechten Zeigefinger, worauf das gelbe Licht zu flackern begann. Milk verzerrte sein Gesicht, als ob er unter Höllenqualen litt. Doch dann sank er ganz plötzlich, als wäre er von einer Keule getroffen worden, zu Boden.

»Wir haben auch den Kontakt zu Patricia verloren. Kürzlich erst habe ich starke magische Energien wahrgenommen. Es wäre nicht vollkommen auszuschließen, dass sich die holde Patricia womöglich gegen uns gestellt hat. Schon damals, seit dieser Geschichte bei der Autobahnraststätte, hatte ich etwas gegen diesen schleimigen Matze. Auch was unsere Patricia anging, so hatte ich da bereits ein sehr ungutes Gefühl. Sie ist für einen Einsatz als Werkzeug, einfach viel zu weich und daher vollkommen ungeeignet.«, meinte Thorwald grimmig und ließ seinen Zeigefinger wieder sinken. Daraufhin erlosch das Flackern des gelben Lichtes schlagartig.

»In diesem Fall könnte Patricia ein Problem für uns alle werden, da sie schließlich aus einem ganzen Bündel uralter magischer Energien entstand und ein umfassendes Wissen um ihre Macht verfügt. Wir können ihre Fähigkeiten nicht einmal nur annähernd einschätzen. Gut jedoch ist, dass sie für den Fortbestand ihrer Existenz uns Druiden benötigt. Sie kann uns nicht so einfach alle töten, will sie selbst leben.«

Nach einer Weile allgemeinen, nachdenklichen Schweigens, meinte Thom: »Wir benötigen einfach mehr Informationen über die aktuelle Lage da draußen, da wir bei einer Schwächung unserer Gemeinschaft sehr wahrscheinlich nicht mehr die notwendige Macht haben, dieses Welten-Chaos zu beenden. Es wäre einfach nicht auszudenken was geschehen würde, wenn der Normalzustand nicht wiederhergestellt werden könnte. Auch für uns wäre das eine Katastrophe.«

»Das sehe ich auch so. Ich schlage deshalb vor, den Xermitolistand die Flucht zu ermöglichen, da sie bestimmt versuchen werden, zu ihrem Menschenfreund Matze zu gelangen. Dadurch werden wir sicherlich auch Patricia aufspüren, um sie wenigstens solange zu einer Kooperation mit uns zu zwingen, bis das Gleichgewicht wieder hergestellt worden ist. Danach erst werden wir sie zerstören und diesen Fehler Patricia für immer und ewig beseitigen. Dabei ist ganz egal, wie wir das umsetzen werden. Bis dahin haben wir genug Zeit, uns mit dem Gedanken ihrer Entsorgung zu befassen.«, meinte der ewig hungrige Max und schenkte sich etwas lauwarmen Kaffee in seinen schmutzigen Blechbecher ein.

»Demnach hätten wir also Patricia, die Xermitolistand und die beiden Menschen gegen uns. Ich bin davon überzeugt, dass dieses ein zu akzeptierendes Risiko für uns ist.«, sagte Thorwald mit nachdenklicher Miene in seinem Gesicht.

»Ja, auch ich denke, wir haben keine andere Wahl. Ich freue mich schon darauf, endlich wieder diesem feisten Matze und dieser Schlampe Mira begegnen zu können, um ihnen zu zeigen, was es bedeutet, einem wahren Druiden so wenig Respekt zu zollen. Ich habe einfach auch das Recht, meinen Fehler zu bereinigen.«, sprach Jürgen und drehte sich dann wieder den anderen Männern zu.

In seinen Augen flackerte eine deutlich erkennbare Wut, die große Wut eines Mannes, der von niederen Menschen empfindlich gedemütigt worden war. Diese einfachen Menschen waren eine Rasse ohne magische Fähigkeiten, die mit gutem Willen, höchstens eine Stufe über den Primaten einzuordnen waren.

Also beschlossen die Druiden, den Xermitolistand die Flucht zu ermöglichen. Thorwald schwächte daraufhin das gelbe Licht erheblich ab, legte sich in eine Ecke des Raumes und täuschte einen tiefen Schlaf vor. Max saß weiterhin an seinem Kaffee, mit dem Rücken zu dem Gefangenen. Mark und Thom verließen die Hütte und spazierten etwas in der Umgebung herum. Jürgen sprach einige alte Sprüche vor sich hin und verwandelte sich daraufhin in einen ansehnlichen Falken. Er postierte lauerte dann auf der Dachspitze der Hütte und wartete gelassen auf die hoffentlich bald flüchtenden Xermitolistand.

Nach einigen Minuten regten sich diese tatsächlich wieder, immer noch in der Form des jungen Mannes. Sie waren noch immer in dem gelben Licht gefangen, das nun allerdings wesentlich schwächer war. Vorsichtig setzte sich Milk auf und fühlte sofort die Schwäche des gelben Lichts. Ohne weiter darüber nachzudenken, nahm er seine altbekannte Kugelform wieder an und begann sofort sehr schnell zu rotieren. Mit einen ohrenbetäubenden Knall durchbrach er kurz darauf die gelbe Schutzhülle und knallte mit großer Kraft gegen die Hüttendecke.

Mit vorgetäuschtem Erschrecken drehte sich Max um und erhob drohend die Arme. Doch da war Milk schon durch das Dachgebälk geschossen und schnitt dem dort wartenden Falken mit dem Namen Jürgen, fast die Schwanzfedern ab. Der Falke hatte dadurch unerwartet große Schwierigkeiten, dem schnell fliehenden Milk zu folgen.

Fast senkrecht stieg Milk auf, um in großer Höhe in Richtung Süden zu fliegen. Wie ein zweiter, ganz kleiner Mond flog Milk über den Nachthimmel, in der Hoffnung und dem guten Glauben, den perfiden Druiden entkommen zu sein. Leider bemerkte er nicht den kleinen, dunklen Schatten hinter sich, der ihm stets folgte. Es war der Schatten des Todes.

Autor: © Alexander Rossa 2019

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